Tarzan, der Affenmensch

 USA 1931

Tarzan, the Ape Man

Kultfilme, Abenteuer 99 min.
7.20
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Der Affenmensch Tarzan entführt die junge Engländerin Jane, die mit ihrem Vater in den afrikanischen Dschungel gekommen ist, um nach einem sagenumwobenen Elfenbeinschatz zu suchen.

Wenn am Beginn von W. S. Van Dykes Tarzan, the Ape Man Maureen O'Sullivan als Jane Parker in Afrika ankommt, dann setzt sie nicht nur zum ersten Mal als weiße Frau ihren Fuß auf den schwarzen Kontinent, sondern trifft mit einem ganzen Dutzend Kisten ein. Denn sie weiß schon, dass sie für immer im Dschungel bleiben wird - allerdings nicht dort, wo sie glaubt. Die Überschreitung der Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis erscheint bei Burroughs als populärmythologische Rückkehr zu den eigenen «natürlichen» Wurzeln, und da Tarzan (im Gegensatz zu Robinson Crusoe) nicht den Versuch unternimmt, eine Form der Zivilisation im Dschungel nachzubilden, möchte man tatsächlich von einem Dickicht Edens sprechen. Es ist ein sich selbst aufdrängender Vergleich: Jane kommt zu Tarzan wie Eva zu Adam ins Paradies. «Ja, da ist ein ziemlicher Unterschied, nicht wahr? Gefällt dir dieser Unterschied?», meint Jane, wenn Tarzan ihre winzige Hand in seine große legt und die sexuelle Anspielung nicht versteht. Aber zieht mit Jane auch die Sünde ein? Der aufgeklärte Humanismus auf alle Fälle, und dieser beginnt damit, dass man den anderen beim Namen nennen kann. Bereits 1931 führte W. S. van Dyke ein Film in den afrikanischen Dschungel: Mit Harrey Carey in der Titelrolle verfilmte er in Trader Horn die Geschichte des Elfenbeinhändlers Alfred Aloysius Smith: Van Dyke bereiste den Kontinent acht Monate lang und bringt 60.000 Meter belichteten Film zurück. Aufgrund dieses umfangreichen Materials konnte Tarzan, the Ape Man zur Gänze im Studio gedreht werden. Bereits kurz nach Erscheinen des Buches von Burroughs gab es die ersten Verfilmungen, in denen Tarzan als eine Art erwachsener Mowgli interpretiert wurde. Doch erst Van Dyke machte aus ihm den «Affenmenschen». (Brigitte Paulowitz)

(Text: Viennale 2006)

Details

Johnny Weissmuller, Maureen O'Sullivan, Neil Hamilton, C. Aubrey Smith, Doris Lloyd
Woodbridge Strong Van Dyke
George Richelavie
Clyde De Vinna, Harold Rosson
Cyril Hume, Ivor Novello

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