The Company - Das Ensemble

 USA/D 2003

The Company

Drama, Tanzfilm 16.07.2004 112 min.
6.40
The Company - Das Ensemble

Robert Altmans Ensembledrama ist eine Liebeserklärung an die Welt des Ballets und seine leidenschaftlichen Tänzer.

Mit Mut, Talent und Ausdauer erkämpft sich die junge Ballerina Ry (Neve Campbelb~ ihren Platz in der weltweit berühmten Company. Für einen Moment des Ruhms im Rampenlicht und den Applaus des Publikums nimmt sie vieles, fast alles auf sich. Aber es geht auch um mehr als nur äußeren Glanz, es geht um die Sache selbst: Das Tanzen allein rechtfertigt alle Mühen, Tränen und persönlichen Opfer. So lassen sich die Ballett-Eleven und erfahrene Tänzer vom
autoritären Chef der Company, "Mr. A" herumkommandieren und bis an die körperliche Grenze treiben.

Der fantasiereiche Macher und kühle Rechner wählt Ry aus für eine Open-Air-Aufführung des romantischen Pas de Deux "My funny Valentine" von Lar Lubovitch, ein Riesenerfolg und Karrieresprung. Und als Ry den sympathischen Elite-Koch Josh (James Franco) kennen- und lieben lernt, findet sie auch privat einen Halt.
Währenddessen bereitet die Truppe "The Blue Snake" vor, ein innovatives und märchenhaftes Ballett unter Leitung des Choreographen Robert Desrosiers. Für die ehrgeizige Ry DIE Chance, ganz nach oben zu kommen.

Details

Neve Campbell, Malcolm McDowell, James Franco, Barbara E. Robertson ua.
Robert Altman
Van Dyke Parks ua.
Andrew Dunn
Barbara Turner
Concorde

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • High Art
    es ist schon grossartig zu erleben, wie es altman immer wieder gelingt, in seinen filmen eine atmosphäre zu schaffen, die dem gerade dargestellten mikrokosmos des lebens so haargenau entspricht. in gosford park die jahrhundertealte, dem ende zu gehende lebensart der englischen aristokratie und diesmal in the company die absolute professionalität amerikanischer tänzerInnen: das leben ordnet sich der kunst unter... das private leben der dargestellten tänzerInnen wirkt blass, banal und nebensächlich verglichen mit den wahren leben - der kunst. altman zeigt das private im selben dokumentarischen stil, mit ähnlichen ästhetischen mitteln, mit denen feministische video-künstlerinnen situationen dokumentieren und gleichzeitig selbst erfahren, in einer sehr unspektakulären bildsprache, die gleichzeitig dichte, nähe und distanz erzeugt.
    die probenarbeit stellt er dagegen in einer sprache dar, wie man sie etwa von guten dokus kennt, die sich mehr um "authentizität" na ja besser: um die subjektive wahrheit des erfahrbaren bemühen, wobei er niemals aufdringlich und/oder sentimental wird. altman ist seine reflektierte rezeption zeitgenössischen film-kunstschaffens anzumerken, ohne dass er in imitation verfällt.
    und dann die tanzsequenzen! sie heben sich aus dem film heraus wie geschliffene diamanten - und genau das sollen diese filmsequenzen auch sein: wirklicher als das "dokumentierte" leben, klarer, deutlicher, bedeutender, die höhepunkte der existenz. kunst, die sowohl leben ist, aber gleichzeitig auch eine andere realität, eine abstraktion - allgemeingültige aussage über den menschen, den körper, die musik, die interaktion, die kommunikation, die gefühle und die möglichkeiten diese auszudrücken. altman zeigt das in wunderschönen choreographien des chikagoer joffre balletts, die selbst für nicht-fans des balletts interessant sind, weil die bilder bei aller ästhetischer perfektion nicht schmeicheln oder schönen. gerade diese perfekten aufnahmen zeigen nämlich deutlich wie hart erarbeitet, wie körperlich anstrengend der anschein von schwerelosigkeit im tanz ist.
    the company ist eigentlich ein distanzierter film, altman hat sich noch in keinem seiner filme ans menschelnde angebiedert oder billige identifikationseffekte erzielen wollen, er will zeigen, was ballett ist, was es heisst, sein leben dem ballett zu widmen und in einem top-ensemble zu tanzen und wieviel härte und enttäuschung und arbeit bis zur erschöpfung hinter den berauschenden, magischen momenten auf der premierenbühne stecken, auch, dass in einem leben für die kunst, die kunst das, was man so allgemein unter einem guten leben versteht ziemlich auffrisst, ohne dass die betroffenen darüber bedauern verspüren. dass kunst kompromisslosigkeit und absolute hingabe verlangt, kann the company sehr eindrucksvoll vermitteln.

  • Robert Altman bittet zum Tanz
    Zunächst: ein Film für Freunde von Ballett und Tanz ganz gewiss. Ein Blick hinter die Kulissen und auf einen Beruf, den ein Sehnenriss plötzlich und unerwartet beenden kann. Und die Probe geht weiter...
    Und für Freunde von Kino und Film: Ein typisches Altman-Puzzle - allerdings viel beschränkter als etwa in SHORT CUTS, was Schauplätze und Personal anbelangt - mit scheinbar leicht weich gezeichneten Bildern, die das durch Fenster eindringende Licht verschwimmen lässt. Aber dies ist nur der Effekt der Digitaltechnik, mit der Altman hier gearbeitet hat.
    Altman macht klar, dass für Tänzer eines im Mittelpunkt steht: TANZEN. Und daneben hat kaum noch etwas Platz. Genial, wie beiläufig er die Liebesgeschichte zwischen Neve Campbell und James Franco beginnen und sich entwicklen lässt - eine Nebensächlichkeit, die völlig im Schatten von Proben, Aufführungen und Massieren der wunden Füße steht.
    Schöne Choreografien des Joffrey Ballet sind zu bestaunen, aber Altman verzichtet darauf, sie "filmisch" aufzubereiten. Keine Spur von MTV oder MOULIN ROUGE. Altman filmt das so, als hätte er sich einfach in den Zuschauerraum gesetzt und alles mit seiner Digicam mitgeschnitten.
    Malcolm McDowell spielt den Ballett-Chef Mr. A. so, dass man dies beinahe für einen Dokumentarfilm halten würde. Präzis, zurückhaltend, aber doch stets seine Macht ausspielend. Umgeben von Assistenten, die unerwünschte Personen von ihm fernhalten. Wenn Auseinandersetzungen drohen, schiebt er eine dringende Verpflichtung vor und schwirrt ab. Hier wird deutlich: Künstler müssen sensibel sein, aber sie brauchen auch ein gewisses Maß an Härte - nicht zuletzt gegenüber anderen - um an der Spitze zu bleiben.
    Wie gesagt: vor allem für Tanz- und Altman-Fans. Übrigens: Neve Campbell kann nicht nur screamen, sondern auch noch erstaunlich gut tanzen.