Das Piano

 Australien / Frankreich 1993

The Piano

Drama, Romanze 121 min.
7.60
Das Piano

Eine stumme Frau, ihre Tochter und ein Klavier am Strand Neuseelands - eine arrangierte Ehe und ein Nachbar, der die Lebensweise der Maori angenommen hat. Ausgangspunkt für eine zartschüchterne Liebesbeziehung.

Ada McGrath (Holly Hunter), eine schottische Frau, die sich seit ihrer Kindheit weigert, zu sprechen, landet mit ihrer 8 Jahre alten Tochter und einem Klavier auf Neu Seeland, um eine arrangierte Ehe einzugehen. Ihr neuer Ehemann sieht im Klavier nur eine Last und verkauft es an einen Nachbarn George Baines (Harvey Keiteb| der die Lebensweise eines Maori angenommen hat. Baines bietet ihr einen Deal an: Sie solle ihm Klavierstunden geben, damit könne sie das Klavier Stück für Stück zurückkaufen.

Sprachlosigkeit & Sturheit, Musik & Melo, Eros & Eifersucht. Campion spielt großes Melodram in den Sturmhöhen des neuseeländischen Dschungels, ohne darüber sich selbst - also: formale Präzision, weibliche Weltsicht - zu vergessen. In der gegenläufigen Musik (Nyman) und der überaus seltsamen Besetzung (Ureinwohner Keitel, Amazone Hunter) liegt der Wunsch, im Kino alles anders zu machen.

Details

Holly Hunter, Harvey Keitel, Sam Neill, Anna Paquin, Kerry Walker, u.a.
Jane Campion
Michael Nyman
Stuart Dryburgh
Jane Campion

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die stumme Pianistin
    Der Film ist wie eine rote Rose. Die Farbe steht für die Liebesgeschichte, die mit äußerster Sensibilität, aber nie sentimental geschildert wird. Und die Liebenden Ada und Baines (Holly Hunter und Harvey Keitel) müssen durch Leid und Schmerz – dafür stehen die Dornen der Blume. Da ist grausame Dramatik im Spiel. Außerdem tut die lokale Geschlossenheit ein Übriges, um Atmosphäre zu schaffen. Es gibt praktisch nur Strand und Meer und einen zugewachsenen Dschungel, der keinen Ausblick gestattet. Das feuchte Klima, das die Erde in einem schlammigen Morast verwandelt beeindruckt fast unbemerkt. Hier spielt sich ein menschliches Drama ab: im Matsch! Nicht zu vergessen sind die beeindruckenden Bilder, die sich schier unauslöschlich in die Erinnerung einbrennen: z.B. zwei Figuren mit Klavier an einem leeren Strand, in strenger s/w Kleidung; das zärtliche Liebesspiel, (diese sowohl menschliche wie auch musikalische Annäherung der beiden ist einzigartig), (nennen wir es ‘Strippiano‘) und Adas dramatische Abreise. Und es gibt sogar noch Raum für komische Szenen. Man kann von dem Film nur in Superlativen reden, weil er in mehreren Kategorien überzeugt, nicht nur in den Oscar prämierten.
    Und die minimalistische Klaviermusik von Michael Nyman, besonders wenn sie die stumme Ada am Ende mit der Fingerprothese spielt, ist wie wenn man die Rose, die jetzt in einer Vase steht, bewundert.