V wie Vendetta

 USA 2005

V for Vendetta

Drama, Thriller, Science Fiction, Action 17.03.2006 132 min.
8.20
V wie Vendetta

Eine weitere Comic-Verfilmung: die Vorlage stammt aus der genialen Feder Alan Moore's ("From Hell", "The League of Extraordinary Gentlemen").

V wie Vendetta spielt in einem totalitär regierten Großbritannien der Zukunft: Ein nur als "V" bekannter Maskierter rettet der sympathischen jungen Evey (Natalie Portman) das Leben. Mit entwaffnendem Charisma, unüberwindlicher Kampfkunst und klugen Täuschungsmanövern zettelt V eine Revolution an: Er fordert seine Mitbürger auf, der Tyrannei und Unterdrückung den Kampf anzusagen. Als Evey Vs Geheimnis auf die Spur kommt, entdeckt sie auch die Wahrheit ihrer eigenen Vergangenheit. Was sie nie für möglich gehalten hätte: Evey wird in der entscheidenden Phase seines Plans sogar Vs Mitstreiterin: In einem von Grausamkeit und Korruption geknebelten Land kämpfen sie gemeinsam für Freiheit und Gerechtigkeit.

Details

Natalie Portman, James Purefoy, Rupert Graves, Stephen Rea u.a.
James McTeigue
Dario Marianelli
Adrian Biddle
Andy Wachowski nach Alan Moore
Warner Bros.

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Maske der Freiheit
    Die Handlung setzt sich unter anderem aus verschiedenen bekannten Versatzstücken zusammen: da ist zum einen die Geschichte von Guy Fawkes, der das Parlament in die Luft sprengen wollte, dann ein bisschen vom Phantom in der Oper und eine kleine Prise vom Graf von Monte Christo plus etwas von 1984. Das Ganze wird etwas kryptisch gemischt und gerät sogar spannend. Es spielt in der Zukunft in einer faschistischen Diktatur. Auch wenn am Ende die berühmte Maske nicht gelüftet wird, weil dahinter eine Idee steckt und letztendlich alle Bewohner Maskenträger sind, gibt es jede Menge blutige Action, die gute Unterhaltung bietet.

  • intelligent und gut - Teil 1
    Handlung:

    England in der Zukunft, so um 2030 herum. EVEY (Natalie Portman) wird angegriffen auf der Straße, sie ist nach der Ausgangssperre um 23 Uhr auf der Straße. Sie wird fast getötet, aber ein Mann namens V (Hugo Weaving) rettet sie und nimmt sie in seine Obhut auf.

    Er ist bekannt als Terrorist, der das Parlament sprengen will, den Staat ändern will und den derzeitigen Präsidenten von England töten möchte, ADAM SUTLER (John Hurt), der ist wirklich ein gemeiner Machthaber.

    Doch EVEY kennt ihn noch nicht, aber sie lernt ihn kennen, dass er belesen ist, dass er große Empfindungen hat und für die Freiheit von England kämpft. Am 5. November ist ja Guy Fawkes Day, und da sollen alle Leute vor das Parlament ziehen, das wünscht sich V, den noch niemand ohne Maske gesehen hat, und dann sollen sie staunen was er der Bevölkerung schenken möchte.

    Der Tag ist für ihn was Besonderes denn am 5.11.1605 wäre durch einen Guy Fawkes fast das Parlament in die Luft gesprengt worden. Jetzt ist dann leider auch EVEY gesucht, von der Polizei und noch dazu von FINCH (Stephen Rea) der sie unbedingt tot sehen möchte.

    Informationen zum Film:

    Der Film wirkt nicht einfach so wie ¿Fahrenheit 451¿ oder ¿Uhrwerk Orange¿, denn der Regisseur McTeigue hat sich anhand dieser Filme ein Vorbild genommen. Produziert von Joel Silver, der schon lange keinen Erfolg mehr hatte, und geschrieben von den Warchowski Brüdern, die mit der Matrix Trilogie 1 Milliarde US $ weltweit eingespielt haben.

    1981 ist das Comic, das als Vorlage für den Film gedient hat, in einem Magazin namens WARRIOR erschienen, monatlich. Diese Geschichten wurden sehr bald beliebt und haben eine düstere Fangemeinde hinzugewonnen. Das Blatt WARRIOR erschien 26 x, von Alan Moore und David Lloyd. Als das Magazin eingestellt wurde, war das Comic noch im Laufen und keiner wußte wie es enden sollte. 5 Jahre danach haben sie im Verlag DC die Comicgeschichte weiter geschrieben, das fing 1989 an.

    Wer sich im Film über die komische Maske wundert, die gibt es in England wirklich und ist so berühmt wie in den USA die Scream Maske. Sie stammt von Guy Fawkes, der Typ ist ein Revolutionär, und der hat im Jahre 1605 versucht, das englische Parlament in die Luft zu jagen. Das war am 5.11.1605, und als man ihn gefangen hat, hatte er 36 Kg Schießpulver versteckt. König James I. sollte auch daran glauben, er war ein Feind der damaligen Politik. Er wurde dann zu Tode gefoltert. Er wollte dass der König aufhört bestimmte Kreise der Katholiken in England zu verfolgen und sie zu töten. Früher war er mal Soldat, also wußte er genau genau was er macht und wie er das Parlament sprengen wollte. Leider ging der Plan aber schief, denn viele Eingeweihte sind auch nicht sicher, und so wurde an einen bestimmten Lord Monteagle ein Brief geschrieben, dass er nicht dabei sein sollte, wenn das Parlament öffnet. Wie bei Braveheart hat man ihn dann behandelt, den Guy, zuerst gehängt, ausgeweidet und gevierteilt.

    Die Drehbuchschreibenden Brüder waren zu müde um auch den Film zu Regieren, denn die Matrix Trilogie hat im ganzen 10 Jahre Ihres Lebens beansprucht. Man hat auch Weaving genommen, weil er eine gute Stimme hatte, und sich sehr schnell an die Maske gewöhnt hat.

    Portman hat sich für den Film vorbereitet in dem sie die Biografie des israelischen Premierministers gelesen hat, Menachem Begin. Der war in Russland in der Haft. Der wurde dann der Chef der Zionistengruppe Irgun, und die haben dann in Palästina Terror verübt. Die wollten dass die Engländer aus dem Land verschwinden. Und sie hat sich über die Gruppe The Weather Underground erkundigt, ne Terrorsplittergruppe der 60 er und 80 er Jahre, die wollten eine Bombe im Capitol legen.

    irgendwie geil - Teil 3
    Der Film vertritt meiner Meinung nach sehr klar die Forderung der Freiheit, und setzt sehr gut und gekonnt den Spagat zwischen Gut und Böse. Anfangs fällt die Unterscheidung schwer, nach einiger Zeit, so ab der Hälfte des Filmes, wenn die Sympathien und das Verständnis in Richtung V gelenkt werden, dem Hauptdarsteller, müßte jedem Zuseher klar sein, das kein System auf der Welt mehr existieren wird, wenn wir so weitermachen wie wir gerade weitermachen.

    Mich hat natürlich früher schon gewundert, was machen die Warchowski Brüder nach der Matrix Trilogie, und nun weiß ich es, und raus kam ein Film der fast genauso vielschichtig ist wie der 1. Teil der Matrix Trilogie. Schade das man das Gesicht des Hauptdarstellers nicht gesehen hat, aber ich fand es gut das Hugo Weaving es war, denn er hat irgendwie so eine besondere Art und Weise mit den Leuten die er nicht mag umzugehen oder den Leuten die er mag, eine wertvolle menschliche Behandlung zu Teil werden zu lassen.

    Sehr gut fand ich auch die Persönliche Entwicklung von Natalie Portman und Stephen Rea, vor allem als er draufkam das sein heiß umkämpftes und zu verteidigen geltendes Establishment leider nur Schall und Rauch ist. Ein Lob an Natalie die mit Ihren 1,50 Meter oder so, wirklich eine gute Leistung hingelegt hat, und anhand Ihrer Bewegung, und Mimik total von Ihrer hässlichen Glatze abgelenkt hat, sondern eher auf Ihr Geschick hingewiesen hat, was meiner Meinung nach eine herrliche Glanzleistung von Ihr war.

    Anfangs oder teilweise hat der Film für mich wie ein Lehrfilm gewirkt, in Sachen Machtübernahme, die ja hier in Europa schon zwar 60 Jahre her ist, aber immerhin, manche Leute haben daran noch lebhafte Erinnerungen, und so versucht auch dieser Film einer Art Hitler zu karikieren aber halt in der Zukunft, gerade mit der Macht die den Deutschen damals unter Hitler so geholfen hat.

    Und gerade England, das ja angeblich so frei ist, aber was soll schon ein Volk können, wenn es Milch in den Tee schüttet und einen Preminierminister gewählt hat, der für den Irakkrieg gestimmt hat. Ich finde das Regisseur James McTeigue hier eine Art nachdenklichen Politthriller gedreht hat, anstatt eine Comicverfilmung. Was teilweise schade ist, aber anhand der spannenden 130 Minuten, bis auf die Erste Hälfte, kann ich dem Film auf alle Fälle nur gutes bescheinigen. Es müssen ja nicht immer Köpfe sein die in Großaufnahme zerplatzen, sondern es darf ruhig auch mal Politisches dahinter sein.

    Hugo hat im Film als V durch die Schlitzaugen in der Maske immer nur den Bauch des Gegenübers gesehen, also nicht sehr einfach so zu spielen, und das war gar nicht so einfach. Aber er hat es gut gelöst. Ich finde Stephen Rea auch fantastisch, weil er einfach die Rolle sehr intensiv gespielt hat. Ca. 5 ¿ 6.000 Violet Carson Rosen hat man für den Film verwendet.

    Ich finde den Film spannend und weiterempfehlend.

    88,99 von 100

    Zukunft wir leben - Teil 2
    Gedreht wurde in Babelsberg in Berlin am Studio, in London, und das alles mit 50 Millionen US $ Budget, die in den USA gerade mal 57 eingespielt haben. Dort wo damals Fritz Lang ¿Metropolis¿ gedreht hat, drehten auch die mit 500 Komparsen. Die Maske wurde nach langem Rätseln und Raten aus Ton hergestellt, daraus wurde dann eine Gussform, dann ein Computer Scan, dann ein Glasfiber Abguss, und die wurde mit Airbrush bemalt, und somit sieht sie aus wie Porzellan, das alles dauerte lange, weil man rätselte wie die Maske zeitlos aussehen kann.

    In einer Szene hat man in 22 Stunden und 22.000 Dominosteinen eine wunderbare Architektur erschaffen, mehr dazu im Film. Rund um das Parlament hat man von Mitternacht ¿ 5 Uhr Morgens die Straßen abgesperrt. Das 1. x in der Englischen Geschichte dass das passierte, schließlich wohnt um die Ecke in der Downingtonstreet 10 der Premierminister. 14 Regierungsbehörden mussten dafür bebettelt werden. Das Gebäude im Film ist in Wirklichkeit ein Modell mit 10 Meter Turmhöhe und 13 Meter Länge.

    Meine Meinung:


    Also der 130 Minuten Film hat mich irgendwie überrascht. Anfangs gähnende Langeweile bei einer Story die schon oft da war, wie bei ¿Matrix¿ gemixt mit ein bißchen ¿Batman Returns¿ und einem Schuß ¿12 Monkeys¿ ein Hauch von ¿Die Stadt der verlorenen Kinder¿, ein bißchen die Handschrift von ¿Sin City¿ ¿ den ich blöd fand, und noch dazu eine Menge ¿1984¿ und noch ein alter Film mit irgendwas mit 2000 im Titel, der mir nicht einfiel, der fast genauso ähnlich war, mit dem ganzen Totalitären Schwachsinn in der Zukunft. Und ich weiß nicht mal wann in der Zukunft sich der Film abspielt, wieso gerade in England, wieso nicht in Amerika, denn da paßt das Überwachungsgeplaudere viel besser hin. Die USA überwacht sowieso alles und jeden, zettelt bald einen Iran Krieg an, knechtet die Untergebenen, tötet sie in Gefangenenlagern, und lässt lieber die Reichen leben und die Armen sterben.

    Aber solche Fragen kommen erst einem nach dem Film. Anfangs wie gesagt dachte ich mir, he was redet der da? Der will eine Frau beschützen und redet und redet mit den Typen, statt er Ihnen in Lichtgeschwindigkeit und seiner Maske a la ¿Das Phantom der Oper¿ denen einfach die Birne flachraspelt, und dann ist Ruhe, aber da fängt er an zu reden, und ich verstehe nur, Ich, Du, Er, Sie, Es, und ich denke unweigerlich an den Spot im TV von der Bausparkasse, und als ich höflich meine Freundin in die linke Brustwarze gekniffen habe, um zu wissen was der da palavert, hat sie mir ein freundliches Schnauze Halten rübergeschrieen.

    John Hurt hat mir in der Rolle als Totalitärer Mistkerl sehr gut gefallen, da hat man so richtig seinen Wahn und seine Wut gegenüber der Bevölkerung gemerkt. Der macht das wirklich gut sein Handwerk der Schauspieler, alleine schon wie er schaut, wie er die Mimik setzt, wie er reagiert, wie er geschrieen hat, wie er gefordert hat, wie stark sein Mimikspiel ist, gegenüber den anderen Darstellern, einfach gut.

    Am Ende des Filmes gibt es wieder ein großes Heularama, und während des Filmes dachte ich mir nur, das der Regisseur einfach Typen wie Zorro, Tarzan, Robin Hood, King Kong, Jason Vorhees, zusammengemixt hat und mit einigen Elementen vom Graf von Monte Christo zusammengemixt hat, wo man auch im Film einen Ausschnitt einer alten SW Verfilmung sah, und dann den Zusehern versucht hat einen neuen Superhelden zu zeigen, der so gar nicht ins Comic Zeitalter der Verfilmungen paßt, meiner Meinung nach, weil er genauso wenig Superkräfte hatte wie ¿The Punisher¿, naja ein Mensch halt.


  • Dunkelheit, in der sich die ganze Einsamkeit des Individuums in dieser das Individuum angeblich so verehrenden Zeit kristallisiert, aus dem Dunkel eine suggestive Stimme: ¿Remember, remember... the fifth of november, the gunpowder treason and plot. I see no reason why gunpowder, treason should ever be forgot...¿. So beginnt die wohl bislang einzige wirklich uneigeschränkt gelungene Verfilmung einer Graphic Novel von Alan Moore. Als ¿V for Vendetta¿ 1982 bis 1988 im britischen Magazin ¿Warrior¿ in Fortsetzungen und klarem Schwarzweiß veröffentlicht wurde, steckte die Welt in den letzten Zuckungen des Cold War, wurde von lächelnden Marionetten wie Ronald Reagan und Hardliners wie Maggie Thatcher geprägt. Man baute Atomschutzbunker und glaubte fest an den Sieg des Bösen. ¿Warrior¿ wurde eingestellt, ehe die visionäre und extrem politkritische Serie abgeschlossen werden konnte, worauf DC Comics, die Firma, bei der Moore später beschäftigt werden sollte, sich anbot, ¿V for Vendetta¿ zu verlegen. Wie so viele hervorragende Kulturgüter blühte ¿V for Vendetta¿ jahrelang im Verborgenen, als Liebhaberstück für Freunde anspruchsvoller Comics, die unter dem Begriff ¿Superhero¿ noch etwas ganz anderes verstanden als knallbunte, über der enganliegenden, muskelbetonenden Kleidung getragene Unterhosen und linientreuen Dienst am Vaterland. (...)

    gääähnn
    leute die sich nicht kurzfassen können sind einfach nur dumme spastische hirnwichser, die offensichtlich keine rücksicht darauf nehmen wozu derartige foren gut sind und was anderre mensche interessiert. ich sage nur - wischt den wichsfleck weg.

    (...)
    (...) Als der ehemalige Soldat und englische Katholik Guy Fawkes am 5. November 1605 ein verzweifeltes Sprengstoffattentat auf König Jakob I unternahm, hatte er den Sturz eines absolutistisch denkenden Tyrannen im Sinn gehabt, der sich stets geweigert hatte, das ihm zur Seite gestellte Parlament zu akzeptieren und seine Entscheidungen ohne es zu treffen pflegte. Der ¿Gunpowder Plot¿ scheiterte aufgrund des Verrats eines Mitverschwörers und alle Beteiligten wurden grausam hingerichtet.
    Für Alan Moore schien die Maske des Guy Fawkes gerade richtig, um die im 20. Jahrhundert immer noch absolutistisch handelnden Machthaber anzugreifen, ihnen symbolisch eine britische Polizeidiktatur nach Orwell´schem Vorbild zu unterstellen und eine anarchistische Revolution zu erflehen.
    McTeigue hat den Stoff für seinen ersten Kinofilm klug gewählt: ¿V for Vendetta¿ lässt sich hemmungslos an die Gegenwart anpassen: Ob Vogelgrippe, Islamfeindlichkeit, neokonservativer Schwulenhass oder Foltergefängnisse: Es ist nicht schwer, darin Ähnlichkeiten zur Propaganda der britischen Führung in ¿V for Vendetta¿ zu finden. Und es ist gleichermaßen leicht zu erkennen, dass weit und breit kein ¿V¿ in Sicht ist, der bereit wäre, das System zu stürzen. Denn die Monster, die unser System hervorruft, wenden sich selten gegen ihre Schöpfer; meist werden sie deren erbittertste Verteidiger.
    Das kann nur durch Aufklärung gemildert werden. Also, werte Lehrerinnen und Lehrer: Nehmen Sie Ihre Oberstufenklassen und gehen Sie ins Kino. ¿V for Vendetta¿ ersetzt ein halbes Semester ¿Politische Bildung¿.


    (www.macguffin.at)

    Re:
    (...)Seit dem ersten Erscheinen von Moores Story sind inzwischen 24 Jahre vergangen; die Welt befindet sich nach einem kurzen Aufflackern von post-Seventies-Nostalgie in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts einmal mehr oder vielleicht mehr als je zuvor am Rande eines unübersichtlichen Abyssos. Sie wird regiert von lächelnden Marionetten wie Tony Blair und Hardliner-Marionetten wie George W. Bush, die nicht müde werden, vor den ¿Achsen des Bösen¿ zu warnen, die ¿unsere¿ Zivilisation von allen Seiten bedrohen. Die Voraussetzungen für eine polizei- bzw. militärstaatliche Gesellschaftsordnung á la ¿V for Vendetta¿ sind zum Greifen nah gerückt, ein Großteil der saturierten westlichen Staatsbürger ist der perfekten massenmedialen Unterhaltungsmaschinerie gelähmt verfallen und betrachtet jedes Aufkeimen von Differenziertheit und Kritik als Störung der Werbepausen. James McTeigue, bislang vor allem als Assistant Director bei ¿Matrix¿ tätig gewesen, hat seine Vorbilder, die Brüder Wachowski, mit seinem ersten Film um Längen geschlagen. Wo ¿Matrix¿ scheiterte, weil es zuviel wollte und viel zuviel erklärte, greift McTeigue ganz gezielt an, scheut sich nicht davor, die gefährliche Nähe zur Realität zu wagen, läßt das Zuckerwerk weg und pickt sich genau jene Teile und Plots aus der Comicvorlage, die den Nerv der Zeit treffen, die fast beängstigend auspiziös unsere Gesellschaftsordnung demaskieren. Die Wahl der Darsteller ist ebenfalls symbolisch: Hugo Weaving als stets maskierter ¿Codename V¿ etwa; der Mann also, der den sinistren Agent Smith, der einen ähnlichen Befreiungskampf wie ¿V¿, freilich aus noch dunkleren Motiven, führte, in Matrix verkörpert hatte. Oder John Hurt in der Rolle von Kanzler Adam Sutler, ja: genau dieser John Hurt, der in ¿1984¿ noch den Winston Smith gab, gleichsam endgültig umerzogen, seiner Illusionen beraubt, psychisch versehrt und zum Führer aufgestiegen: Room 101 hat´s gebracht! (...)

  • Re:aLan moore!
    danke für die korrektur -- wir wissen, wie man Alan schreibt, aber haben den finger etwas zu lange auf der L-Taste gelassen :-)

  • Funktioniert nicht wirklich
    Der Film hat aus meiner Sicht ein paar gravierende Probleme: will unterhalten, traut sich aber nicht mit letzter Konsequenz, da das eine Verharmlosung oder sogar Verherrlichung terroristischer Attentate bedeuten würde. Dann und wann widersteht er aber trotzdem nicht der Versuchung choreographierter Kampfszenen mit einem zu bewundernden "Helden" oder pyrotechnischer Effekte zum Bestaunen. Diesen Zwiespalt spürt man deutlich - und fragt sich immer wieder was der Film eigentlich aussagen will.
    Ich denke die Macher des Films waren sich des Dilemmas bewußt, daß es keine eindeutige Einteilung von Terrorattacken in gut und berechtigt gegen verbrecherisch und ungerechtfertig gibt - geben kann. Wer entscheidet? Bis auf wenige Ausnahmen denken alle Terroristen, auf der "guten" Seite zu stehen, und ihre Aktionen wären "gerechtfertigt". Eine Lösung dieses Dilemmas bringt der Film nicht, zumindest nicht für mich.
    Dafür, den Film einfach als anspruchsvolle Comic-Verfilmung zu sehen, und Atmosphäre, Action und Schauspieler zu genießen, ist das Thema einfach zu emotional aufgeladen, nach 9/11, Madrid, London etc.
    Und um ein aktuelles und schreckliches Thema auf eine bedrückend erschütternde Art gleichzeitig unterhaltend rüberzubringen, dazu hat das Drehbuch nicht die Klasse - wer soetwas haben möchte, ist mit "Lords Of War-Händler des Todes" wesentlich besser bedient.

    Re:Funktioniert nicht wirklich
    zum thema oberschlauer comiclesender allesversteher; schön zu wissen dass für dich alles so klar ist; das problem bei terrorismus - er tötet unschuldige menschen wie vielleicht auch dich - so etwas kann meiner ansicht nach schwer richtig sein. natürlich kommt jetzt sicher der einwand - ja aber das tun ja die bomben die auf irakische kindergärten fallen auch. tja, erstens rechtfertigt ein übel kein anderes und zweitens sollte sehr wohl differenziert werden zwischen gewalttätigen akten die bewusst auf die ermordung möglichst vieler unschuldiger menschen auf möglichst spektakuläre weise abziehlen und solchen die diese nur als wohl höchst bedauerliche aber mit allen mitteln zu verhindern versuchte nebenwirkung hervorrufen. terrorismus ist also niemals richtig und sollte nicht verharmlost werden. das er vielleicht ein produkt staatlicher unterdrückung ist mag wohl sein, aber genau das sollte uns zu denken geben und uns motivieren aktiv, wenn auch sensibel, für die verbreitung demokratischer strukturen in der welt und insbesondere in den ursprungsländern des terrorismus einzutreten. was den film angeht so befindet er sich tatsächlich in einem schwierigen aber auch mutigen zwiespalt. im grossen und ganzen ist er aber unterhaltsam und ok gelungen. last, but not least is es ja nur ein film. dennoch der einwand gilt und eine etwas kritischere und differenziertere betrachtung kann nicht schaden.

    Re:Funktioniert nicht wirklich
    ...und du hast nicht verstanden daß wir hier über einen Film und nicht das Comic reden, und daß der Film es nicht schafft, gleichzeitig zu unterhalten UND eine Message oder Information rüberzubringen (welche?).
    Und was mein Statement mit Armageddon oder Julia Roberts zu tun hat weiß ich nicht - schau dir mal wie von mir empfohlen "Lord Of War" an und dann verrate uns, was näher bei Armageddon ist, Vendetta oder eben Lord Of War.
    Und dann verrate uns noch, welcher Film a.) unterhaltender ist und b.) mehr an Message/Information rüberbringt.
    Ein sehr guter Film kann beides wie LOW. Ein Mittelmäßiger Film versucht es, kann aber weder noch, wie eben Vendetta. Ein schlechter Film versucht es nicht einmal.
    Natürlich ist das nur meine Meinung, und ich respektiere jeden der Vendetta für einen tollen Film hält, ohne ihn gleich in die primitive oder anspruchslose Kategorie abzukanzeln.

    Re:Funktioniert nicht wirklich
    Und Du hast nicht verstanden daß ein Film entweder unterhalten oder eine Message rüberbringen oder am besten beides sollte. Vendetta probiert das aber scheitert. Ich kenne das Comic nicht, tut aber auch nichts zur Sache, denn wir reden hier über den Film.
    Zum Thema Armageddon oder Julia Roberts: habe einen Vergleich mit "Lords Of War Empfohlen". Was daran Armageddon oder Julia Roberst ist weiß ich nicht. Du solltest dir diesen Film mal ansehen und dann wäre ich gespannt ob Du noch immer Vendetta verteidigst, und mich zum Armageddon-Fan machst.

    Re:Funktioniert nicht wirklich
    du hast eines nicht verstanden (was übrigens auch der film überdeutlich darstellt): dass nämlich "terrorismus" immer von einer staatsregierung definiert und in letzter konsequenz von ihr auch generiert wird. aber vielleicht bleibst du besser bei julia roberts oder "armageddon"... und glaubst den schwachsinn vom "internationalen terrorismus" und der "achse des bösen". und lies mal den comic, der die filmvorlage war.

  • pflichtfilm
    das ist die wohl bislang einzige uneingeschränkt hervorragende verfilmung einer alan-moore-graphic-novel; ein wichtiger film, der sich platt-didaktischer dialoge (wie in "matrix") vollständig enthält; allein die deutsche synchronisation ist ein wermutstropfen. wer des englischen mächtig ist, sollte "V for vendetta" in originalversion sehen.
    die kinoadaption dieses bemerkenswerten stoffes wählt klug und richtig bestimmte aspekte der comicvorlage und eliminiert andere (vor allem die märchenhaften) oder deutet sie zeitgemäß und originell um.

    ein brisantes stück hollywood, eine schreiende anklage eines (unseres!) systems, das schon längst sämtliche grundlagen erfüllt, die in "V for vendetta" zum polizeistaat führten.

    es wäre wichtig und weitsichtig von geschichte- oder politische-bildung-lehrern, ihre (oberstufen)klassen in diesen film zu schicken, damit sie auf biblia-paupera-weise lernen, was zivilcourage und AUFWACHEN! bedeutet!

    "people should not be afraid of their government - the government should be afraid of the people"


  • der neue film der wachowskis nach abschluss der Matrix Trilogie! (Regie führt diesmal der First Assistant Director von Matrix)
    Bin schon wahnsinnig gespannt...

    Re:
    Vielen Dank!
    zugegeben, der informationsgehalt meines posts war eher gering, aber ich wollte mal ein bisschen werbung für einen wachowski-film machen. bei The Matrix Revolutions hat das Warner Bros ja sehr versäumt...

    Re:
    Das ist ja total interessant daß du wahnsinnig gespannt bist - sicher die Sensationsmeldung des Tages. Ich renn jetzt sofort ins Kino um den Film zu sehen, nach dieser Top-Information.