Venus im Pelz (2013)

 F/POL 2013

La Vénus à la Fourrure

Drama 22.11.2013 96 min.
7.20
Venus im Pelz (2013)

Eine hochamüsante, erotische Komödie über Macht und Sex, welche auf dem gleichnamigen Roman des Österreichers Leopold von Sacher-Masoch basiert.

Nach einem langen Tag voller Castings ist der Pariser Theaterregisseur Thomas (Mathieu Amalric) kurz davor alles hinzuwerfen. Keine der Schauspielerinnen entspricht seinen Vorstellungen. Da taucht plötzlich Vanda (Emmanuelle Seigner) auf, ein Bündel voll unbändiger Energie. Sie scheint all das zu verkörpern, was Thomas verabscheut: Sie ist vulgär, naiv und ungebildet - und sie würde vor nichts zurückschrecken, um die Rolle zu bekommen. Nur sehr widerwillig lässt er sie überhaupt vorsprechen. Während der Probe beginnt aber zwischen den beiden ein intensives Spiel, das die heimlichsten Leidenschaften weckt...

Nach "Der Gott des Gemetzels" zeigt sich Oscar®-Preisträger Roman Polanski erneut in Bestform. Er verwandelt David Ives' Bühnenwerk, das am Broadway ein Riesenerfolg war und das auf dem gleichnamigen Roman des Österreichers Leopold von Sacher-Masoch basiert, in eine hochamüsante, erotische Komödie über Macht und Sex und treibt seine beiden Darsteller Emmanuelle Seigner (seit 1989 mit Roman Polanski verheiratet) und Mathieu Amalric in ein urkomisches Ballett des Geschlechterkampfs.

Details

Emmanuelle Seigner, Mathieu Amalric
Roman Polanski
Alexandre Desplat
Pawel Edelman
Roman Polanski
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Sex & Macht
    Polanski hat wieder einmal bewiesen, dass er einer der größten lebenden Regisseure ist. Was er hier mit den beiden Hauptdarstellern Emmanuelle Seigner (Vanda) und Mathieu Amalric (Thomas) in diesem Kammerspiel sich vor der Kamera abspielen lässt, ist Arthouse at its best, ist ein Blick in menschliche Abgründe. Ausgehend von Regisseur und Vorsprechtussi schlüpfen beide probeweise in zwei Rollen eines historischen Theaterstücks, das zu einer Reise in ihr jeweiliges Innenleben wird. Hier glänzt vor allem die Seigner, die von jetzt auf gleich in Tonfall und Habitus von einer kaugummikauenden, plollhaften Nachwuchsschauspielerein zu einer mondänen Dame der Gesellschaft des vorigen Jahrhunderts mutiert. Blitzschnell wechseln die Realitäten der Akteure mit den Dialogen des Stückes, ganz persönliches mit dem üblichen Theaterdonner. Und indem Vanda sich zur Domina und Göttin steigert und Thomas zum servilen Hündchen und Füßeküsser wird deutlich, dass es neben dem Lustgewinn beim Sex vor allem um Macht geht. Das macht der Rollentausch der Geschlechter deutlich, die völlige Selbstaufgabe geht mit der Unterwerfung bis zur totalen Verleugnung der eigenen Existenz. Und das bei witzig spritzigen Dialogen. (‘Und abends schaust du Arte und gehst schlafen und stirbst…‘) oder es wird mehrfach ‘Ambivalenz‘ mit ‘Ambiguität‘ verwechselt. Klar ist, dass bei Polanski die Frau als Siegerin die Manege verlässt. Selten ist ein Abspann so interessant wie hier, nachdem sich die Kamera zurückzieht d.h. die Anfangssequenz rückwärts läuft. Ein Geniestreich ohne den das Kino etwas ärmer wäre.