Wenn die Gondeln Trauer tragen

 I/GB 1973

Don`t Look Now

Literaturverfilmung, Thriller 110 min.
Wenn die Gondeln Trauer tragen

Ein britisches Künstlerehepaar erlebt in Venedig Unheimliches. Eine freudsche Angstfantasie, ein morbider Alptraum, ein Meisterwerk des britischen Kinos.

Ein durch den Unfalltod seiner Tochter noch unter Schock stehendes britisches Künstlerehepaar wird in Venedig durch das Zusammentreffen mit zwei ältlichen Schwestern, von denen die eine seherische Fähigkeiten hat, beunruhigt. Die mysteriösen Erlebnisse in der Lagunenstadt enden in einer Katastrophe.

Ein durch erlesene Farbgebung und Bildkomposition bestechender "sanfter" Horrorfilm. Obwohl es ihm nicht immer gelingt, die Ambivalenz der Figuren und die unterschwellige Bedrohung spürbar werden zu lassen, bietet er sensiblen Zuschauern ausgesprochen reizvolle Unterhaltung.

Details

Julie Christie, Donald Sutherland, Hilary Mason, Clelia Matania, Massimo Serato, Renato Scarpa
Nicolas Roeg
Pino Donaggio
Anthony B. Richmond
Chris Bryant, Allan Scott, nach Daphne Du Maurier

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Botschaft aus dem Jenseits
    Selten gab es titelmäßig eine größere Diskrepanz zwischen Original und deutscher Fassung. Und dabei steht die deutsche mit ihrem lyrischen Potential auch noch turmhoch über der englischen. Die an sich einfache wenn auch tragische Geschichte vom Tod eines Kindes lässt die Eltern (Julie Christie und Donald Sutherland) traumatisiert zurück. Auch die Flucht der Mutter in spiritistische Sitzungen sprengt nicht den Rahmen des Üblichen. Gut, dass der übliche Weg in Horror oder Mystery nicht eingeschlagen wurde. Allein der Schocker am Ende trifft Sutherland fast genauso unvorbereitet hart wie die Zuschauer.
    Regisseur Nicolas Roeg verhilft aus zwei Gründen seinem Film zum Klassiker: die ungewöhnliche Bildersprache (Er ist schließlich ‘gelernter‘ Kameramann.): Blutlachen breiten sich z.B. über Dias aus und der genial geschnittene Schluss (Roeg war auch Cutter /Editor), in dem er bezugnehmend auf Julie Christies legendäre Fahrt auf dem Trauerboot (Wir sind in Venedig!) blitzschnell die wichtigsten Stationen der Geschichte nochmals ablaufen lässt – wie es bei Sterbenden vorkommen soll. Dabei vermischt er die üblichen Zeitebenen und bietet kommentarlos dreierlei Lösungen an: für Realisten ist es lediglich eine zeitlich verschobene Wirklichkeit, andere sehen darin eine Ausgeburt von übersteigerter Fantasie, aber es könnte auch eine Botschaft aus dem Jenseits sein (Darum geht es ja letztlich im Film.)
    Über die damalige Aufregung der freizügigen Liebeszene kann man heute nur schmunzeln, ebenso wie über Sutherlands Frisur. Es bleibt ein Genuss mit Schrecken.

  • Venedig
    Ein äußerst athmospährischer, düsterer Psycho-Thriller den Nicolas Roeg bildgewaltig inszeniert hat. Das langsam verfallende Venedig bietet den perfekten Schauplatz für diesen Klassiker...