Wolfzeit

 Frankreich/Österreich/Deutschland 2003

Le temps du loup

Drama 113 min.
6.60
film.at poster

Als Anne und ihre Familie in ihrem Ferienhaus ankommen, finden sie dort Fremde vor.

Als Anne (Isabelle Huppert) und ihre Familie in ihrem Ferienhaus ankommen, finden sie dort Fremde vor. Die Begegnung mit ihnen aber ist erst der Anfang eines schmerzhaften Lernprozesses: Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Was als Geschichte einer Familie beginnt, entwickelt sich schnell zu einer kollektiven Tragödie. Eine starke, geheimnisvolle und verstörende Fabel über eine Welt, die unsere sein könnte...

"Ein schmerzvoller Bericht vom post-apokalyptischen Leben nach einer nicht näher bestimmten Riesenkatastrophe... provozierend und anspruchsvoll... extremes Kino ohne Betäubungsmittel." (Peter Bradshaw, The Guardian)

Details

Isabelle Huppert, Maurice Benichou, Lucas Biscombe, Patrice Chereau, Béatrice Dalle, u.a
Michael Haneke
Nadine Muse, Monika Willi
Jürgen Jürges
Michael Haneke
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Kritiken

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User Kritiken

  • Na ja.
    Jetzt habe ich das Interview des Regisseurs mit Stefan Grissemann gelesen... und dort erfahren, dass Haneke den Film in der Tat so gemeint hat, wie ich ihn gesehen habe ... also, dass ihm der Film scheinbar nicht misslungen, sondern dass er absichtlich so geworden ist - wie er ist. Fad. Banal. Erfüllt von Klischees um ihrer selbst Willen.

    Haneke will unbequem sein, schockieren, aufrütteln, 'die Menschlichkeit in uns mobilisieren'. Dazu zeigt er uns Bilder der Menschen, die alltäglicher und trivialer und langweiliger nicht sein könnten - und meine Aversion gegen die 'Menschen', gegen den modernen, sozial organisierten Menschen, nur steigern.

    Frauen sind hysterisch, ausländische Frauen sind noch hysterischer. Männer sind brutal, machtbesessen, nutzen ihre Machtstellung aus. Frauen verschaffen sich durch sexuelle Gefälligkeiten soziale Vorteile. Menschen sind ganz allgemein missgünstig, neidisch, auf ihren Vorteil bedacht, wenig hilfsbereit. Züge kommen niemals pünktlich. Männer können nach belieben in die Landschaft pinkeln, und kleine Buben haben Nasenbluten.

    Puh. Immerhin hat es Haneke geschafft, dass ich über seine in drögen Bildern langatmig dargestellten Trivialitäten hier länger referiere. Ist der Mann eigentlich schon mal mit dem Zug (besser gesagt: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln) unterwegs gewesen ? Dann hätte er sich den Film sparen können. Oder hat er gerade daraus seine Inspiration geschöpft ?

    Ich ringe mit mir, ich versuche, das Positive zu finden. Die Einschränkung an meiner Kritik ist, dass Haneke den Film bewusst trivial, glatt, ohne Ecken und Kanten, ohne Hintergrundmusik und ohne interessante Bilder gemacht hat, weil "Wenn man im Kino von Extremsituationen erzählt, sieht man sich einer großen Gefahr ausgesetzt: Der Zuschauer sucht sich mit ungeheurem Instinkt, weil er sich damit eben nicht konfrontieren will, eine Art Fehler, eine Schwachstelle im System, mit der er die Illusion des Extremen aushebeln kann. Dazu darf ich ihm keine Möglichkeit bieten ..."

    Das ist ihm aber dann zu gut gelungen.

  • einer der besten des jahres
    Unumstößlich der beste Film des österreichischen ¿Provokateurs¿. Das Unverständnis und die Kritik, die ¿Le Temps du loup¿ entgegen gesetzt sind, sind komplett aus der Luft gezogen. Haneke benutzt hier eine imaginäre Ausnahmesituation, die nie genauer erläutert wird, um ein Kommentar über zwischenmenschliche Moral zu machen. Das ist vom Konzept und der Handlung glasklar dargestellt und bedarf keinerlei Interpretation, sondern Aufmerksamkeit. Ein zusätzliches Level, ist, für mich zumindest, ein religiöses, auf das man sich einlassen kann oder nicht.

    Hanekes Drehbuch reißt den Zuschauer in den ersten Minuten aus jeglichem Komfort raus, den man im Kinosessel verspüren mag und ist deshalb umso eindrucksvoller. Es ist wirklich ein schlauer Handlungsaufbau, der durch die düsteren Bilder zu einer tollen Endzeitvision verstärkt wird. Wenn wir das als österreichisches Kino beanspruchen können, dann ist doch nicht alle Hoffnung verloren.

    Re: einer der besten des jahres
    ich finde der film hat im großen und ganzen eine positive haltung gegenüber den menschen. mord & totschlag oder diebstahl bleiben beinahe aus. in wahrheit würde jeder auf sich selbst schauen.

    Re: einer der besten des jahres
    Diese Moral die so glasklar dargestellt werden soll ist nichts Neues. Um das darzustellen bedarf es keine 113 Minuten. Aus den Komfort hat mich der Film wirklich nicht gerissen. Die Bilder haben mich völig kalt gelassen.

  • versuchter pro kommentar
    eigentlich wollte ich ein pro-kommentar für diesen film abgeben aber mir fällt nichts ein, was man als hervorstechend bezeichnen könnte. außer die unerträglichkeit in den dialogen im ersten teil des films. wenn gewollt dann erfolgreich - daraus resultiert aber keine bessere meinung des zusehers über das machwerk.

    Re: versuchter pro kommentar
    das gute allerdings war, dass ich nichts für die kinokarte bezahlen musste *g*

  • Kläglicher Versuch
    Wenn es eine gut gemeinte Hommage auf
    Becketts "Warten auf Godot" sein sollte,
    dann muss Regisseur und Autor (ident)
    dabei ausgerutscht sein.

    Erstaunlich wie der Regisseur (oder wars der
    Autor) die Schauspieler zu Dialogen quält,
    die von der Überzeugungskraft an ein Vorgeplänkel
    in einem Porno erinnern.

    Nachdem der Deutsche und der Polacke zum zweiten
    Mal aneinandergeraten, weiss es auch der andere
    Zuschauer hinten im Saal, dass Haneke durchaus
    auch politisch korrekt ist. Brav. Besser wäre aber
    gewesen, er hätte die Schauspieler so früh am Morgen und auch die Zuschauer weiterschlafen
    lassen.

  • enttäuschend...
    ich hätte mir von haneke mehr erwartet. 113 minuten, davon waren 13 intressant. die übrigen 100 minuten waren langweilig und unnötig. dieser film bleibt mir nichtmal bis morgen im kopf. schaut's euch lieber "böse zellen" an...