Zwischen Himmel und Hölle

 J 1963

Tengoku to jigoku (High and Low)

Drama, Krimi 143 min.
8.40
film.at poster

Eine Kidnapper-Story nach der Vorlage des amerikanischen Krimiautors Ed McBain, mit Mifune Toshiro in der Hauptrolle und transportiert in die vor Gegensätzen platzende Stadt Yokohama.

Der reiche Schuhfabrikant Kingo Gondo erfährt, dass sein Sohn entführt wurde und er ein exorbitantes Lösegeld für dessen Freilassung bezahlen soll. Nachdem sich aber herausstellt, dass die Entführer irrtümlich den Sohn seines Chauffeurs verschleppt haben, stellt sich für ihn die Frage, ob er seine Ersparnisse, mit denen er die Übernahme einer Fabrik und somit weiteren sozialen Aufstieg plante, für die Freigabe dieses Kindes opfern soll. Akira Kurosawa zeichnet in diesem Film ein dunkles Bild der japanischen Gesellschaft, in dem die Differenz zwischen Arm und Reich immer größer, ja unüberwindbar zu werden droht.

Der soziale "Himmel" der Reichen liegt hoch über den Slums und Vergnügungsvierteln, der "Hölle" der Armen. Kurosawa weitet die Story, die ebenso gut Plot eines B-Pictures sein könnte, in eine quälende, weil unauflösbare Reflexion über Gut und Böse. Im Erzählgestus weist der Film die virtuose Handwerklichkeit eines Regisseurs auf, der sich mit Fortune an allen Genres erprobt und dabei stets das Ziel verfolgt, die Klischees zu unterminieren: Breitwandbilder in Schwarzweiß voll brutaler Dynamik, grellfarbige Inserts, minutenlange Einstellungen, Parallelmontagen, Kontrast von Statik und Hektik, die visuelle Tour de force einer von neun Kameras zugleich gefilmten Geldübergabe im rasenden Zug.

Details

Mifune Toshiro, Kagawa Kyoko, Mihashi Tatsuya, Sada Yutaka, u.a.
Akira Kurosawa
Masaru Satô
Asakazu Nakai, Takao Saitô
Hideo Oguni, Ryûzô Kikushima, Eijirô Hisaita, Akira Kurosawa

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Crash der Kulturen
    Der anfangs bildgewaltige dritte Teil der Oliver-Stone-Filme über Vietnam schildert aus der Sicht einer Frau( toll Neuling Hiep Thi Le) das grausame Geschehen. In ihrer Biographie fokussiert sich das ganze Elend des vietnamesischen Volkes. Auch ein anfangs sanfter Tommy Lee Jones versucht sie von ihren Alpträumen zu befreien. Die Ehe kann nicht gut gehen, denn auch er ist durch sein blutiges Handwerk traumatisiert. Die Tophits der 60er Jahre geben der Handlung, die auf Tatsachen basiert, zusätzliche Authentizität. Einige ironische Seitenhiebe auf die amerikanische Überflussgesellschaft schaffen etwas Distanz zum ablaufenden Drama. So überraschend wie Tommy Lee Jones von der Bildfläche verschwindet, so seltsam muten uns Europäern die buddhistischen Erklärungen an, mit denen Stone am Ende aufwartet. Und so verflacht der Film, der unheimlich stark beginnt, in der zweiten Hälfte zu einem Rührstück mit folkloristischen Elementen.