At Sea

 USA 2007
Independent, Avantgarde, Dokumentation 60 min.
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At Sea erzählt die Geschichte eines Containerschiffs - doch ist die beeindruckende visuelle Expedition, auf die dieser Film seine Zuschauer entführt, mit Worten kaum zu beschreiben. Peter Hutton kennt das Meer: Seine Erfahrungen bei der Handelsmarine haben sein Filmschaffen, das durch seine Strenge und epische Schönheit besticht, nachdrücklich beeinflusst. At Sea nimmt seinen Anfang in einer Werft in Südkorea, in der Arbeiter wie Ameisen wirken. Das kolossale Schiff enthüllt sich dem Zuschauer in eines Giorgio de Chirico würdigen Proportionen, in seiner Größe surreal für das Auge des Betrachters. Auf offener See eröffnen uns die pulsierenden Farben der Container vor dem Hintergrund der Pracht und der Intensität des Wassers einen neuen Blick auf die Welt. Der Film endet in Bangladesh und beobachtet Schiffsverschrotter, die von Huttons Kamera genauso gefangen sind wie wir von seinen Bildern. (Andréa Picard) Hutton beschreibt At Sea als «die Geburt, das Leben und den Tod» eines Schiffes, und tatsächlich erscheint einem im Laufe seines Films der Koloss als Lebewesen, wenn auch als hilflos dem Willen und der Werkzeuge des Menschen ausgeliefertes. Von Menschenhand in der Werft gebaut und repariert, wird es auf das offene Meer entlassen, um am Ende - gleich einem Ausschlachten - wieder seiner Einzelteile beraubt zu werden. Dazwischen beschert uns Hutton minutiöse Bestandsaufnahmen: das Ausmalen des Schiffsrumpfes mit Farbe; das Agieren der überdimensionalen Kräne, zwischen deren Seilen das Schiff einem beinahe wie ein gefangener Riese erscheint; der Blick auf den strahlenden Sonnenuntergang oder aus dem schneeverklebten Fenster auf hoher See; und nicht zuletzt das Schlagen der Hämmer in Bangladesh, wenn der Gigant sein Leben endgültig aushaucht. At Sea erzählt von menschlicher Größe, aber auch davon, dass diese immer Ansichtssache bleiben muss.
(Text: Viennale 2007)

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Peter Hutton
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