Blue Velvet (1986)

 USA 1986
Drama, Romanze, Thriller 120 min.
7.80
Blue Velvet (1986)

Als ein College-Student in seiner Heimatstadt ein abgeschnittenes Ohr findet, bricht seine heile Welt zusammen und er gerät in den gefährlichen Sog einer schönen Frau. Sinistrer Erotik-Thrill von David Lynch

Nachdem sein Vater mit Herzbeschwerden zusammenbricht, kehrt ein College-Student (Kyle MacLachlan) nach Hause zurück und findet durch Zufall auf einem leeren Grundstück ein abgeschnittenes menschliches Ohr. Mit der Unterstützung eines unschuldig-süßen Highschool-Mädchens (Laura Dern) wird er zum Nachwuchsdetektiv und gerät in eine erschreckende, jedoch aufregende Welt von Voyeurismus und Sex. Er wird immer tiefer in die brutale Welt des Drogendealers und Erpressers Frank hineingezogen, der wie vom Wahnsinn getrieben, von einem Obszönitäten brüllenden Dennis Hopper gespielt wird. Konfrontiert mit reiner, unerklärlicher Bösartigkeit verliert er seine Unschuld und seine moralische Orientierung.

Details

Isabella Rossellini, Kyle MacLachlan, Dennis Hopper, Laura Dern, Hope Lange, Dean Stockwell, u.a.
David Lynch
Angelo Badalamenti
Frederick Elmes
David Lynch

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Blauer Samt
    Der Titelsong von Bobby Vinton kommt mehrmals vor. Hier wird eine Unbekannte besungen, ‘die blauen Samt trug, die Nacht war allerdings noch blauer, das Licht sanfter als Seide, blauer als Samt ihre Augen, ihre Seufzer wärmer als der May‘. Der Song bleibt ähnlich wie die Handlung des Films unpräzise. Folglich wurde viel hineingeheimnisst und die verklausulierte Symbolik malträtiert. Fakt ist, wir sehen eine bunte, bürgerlich brave Kleinstadt Lumberton als Kontrast zu einer Unterwelt, in der kaputte Typen und Psychopaten ihr Unwesen treiben. Durch zufällige Nachforschungen gerät Jeffrey (Kyle MacLachlan), der aus geordneten Verhältnissen stammt, an die Sängerin Dorothy (Isabella Rossellini), die einen gewalttätigen Freund Frank (Dennis Hopper) hat. Die ungewöhnliche Erzählweise, die mit Schockern nicht spart, sprengt das bekannte Genre des Gangsterfilms. Überraschende Wendungen bringen etwas Spannung, unvorhergesehene Dramen entwickeln sich. Die Kamera kreiert eine Atmosphäre, die den Gemälden von Edward Hopper ähnelt.
    Vier Personen geben der Handlung eine Struktur: die laszive Dorothy, planlos zwischen sexueller Hörigkeit und weiblicher Eigenständigkeit, Jeffrey fasziniert und erschreckt von so geballter weiblicher Potenz bei gleichzeitiger Schwäche. Frank das Ungeheuer, unberechenbar und ständig das F-Wort im Munde führend. Und Sandy (Laura Dern), ein Ableger von Doris Day: blond, brav und schüchtern. Sie ist natürlich die Tochter des Sherriffs. Den Männern passiert etwas äußerst Unangenehmes, die beiden Frauen können ihre Situation nur verschlimmbessern. Der superweiche Schmalzsound des Titelsongs klingt dazu wie blanker Hohn. Bleibt ein Mysterium übrig, das der Massenware vom Band springt.