Das finstere Tal

 A/D 2014
Drama, Western 14.02.2014 115 min.
7.10
Das finstere Tal

Ende des 19. Jahrhunderts taucht plötzlich ein Fremder auf einem Pferd und mit einem Maultier in einem abgeschiedenen Alpen-Hochtal auf.

1875. Ein Hochtal. Der Pfad dorthin wenig mehr als ein halb verwitterter Fußsteig zwischen Felsen. Dass dort so nah unter dem Himmel jemand lebt, ist unten kaum mehr als eine halb vergessene Legende. Herbst. Schon liegt der Geruch von Schnee in der Luft. Ein Fremder reitet auf seinem Pferd, ein schwer beladenes Maultier hinter sich her ziehend, durch die schmale Kluft zwischen den Felswänden in die Hochebene hinein. Auf die geduckt liegenden Höfe zu. Sechs Männer erwarten ihn. Hinter ihnen die wenigen, feindseligen Bewohner des Tals. Der Fremde wird den Winter über im Tal bleiben. Gegen gute Bezahlung. Greider. Die sechs Söhne des Brenner Bauern gestatten es ihm. Sie ahnen nicht, dass er ihr furchtbares Geheimnis kennt. Und das ihres Vaters, des Brenner Bauern, der seit Menschengedenken Herr über das finstere Tal ist. Sie ahnen nicht, dass Greider Vergeltung will. Für alles.

Details

Sam Riley, Tobias Moretti, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Johann Nikolussi
Andreas Prochaska
Matthias Weber
Thomas Kiennast
Andreas Prochaska, Martin Ambrosch
FIlmladen

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Greiders Rache
    Andreas Prochaska hat die Idee aus Thomas Willmanns Roman entlehnt. Dieser Rachegedanke für eine vor langer Zeit begangene Untat eignet sich allerdings sehr gut für einen Western. Und das hat er so großartig umgesetzt, dass ein toller Alpenwestern dabei rausgekommen ist. Mit allen erforderlichen Zutaten natürlich: jede Menge Ballerei mit Blutfontänen wie bei Tarantino. Dabei sieht man Pferde, Sporen, Knarren, die von den typischen Geräuschen quietschend oder knackend begleitet werden. Alles ist eingebettet in eine faszinierende winterliche Bergwelt der Alpen. Auch die Erzählweise ähnelt vielen renommierten Beispielen aus dem Genre und es gibt viele Großaufnahmen mit leichtem Verzögerungseffekt. Die Handlung wird über weite Strecken von einem Soundtrack begleitet, der genau auf die Bilder abgestimmt ist (Sergio Leone Effekt). Vieles erinnert überhaupt an den großen Italiener. Doch Prochaska kopiert ihn nicht. Er formt selbstständiges Kino, backt einen eigenen ‘Kuchen‘ – nur die Zutaten sind dieselben. Anders geht es ja wohl auch nicht. Hierzu gehören auch die toll gecasteten coolen, verhaut aussehenden Typen, denen er im Abspann ein optisches Denkmal setzt.
    Der Film ist unglaublich gut gemacht und dabei äußerst spannend – auch bevor noch die letzten Enthüllungen ans Tageslicht kommen. Eindrucksvolle Bilder erzählen dieses grausame Drama mit emotionalem Tiefgang. Mit nur wenigen Superstars wie Tobias Moretti und Paula-Poll-Beer. Eine Perle nicht nur für Western Fans. Und nach alter Väter Sitte ist am Ende die Gerechtigkeit wiederhergestellt und Greider der Held (Sam Riley) kann in die Ferne reiten…

  • Echt super - 1
    Vor ein paar Jahren hat ANDREAS Prohaska den Film „Das Wunder von Kärnten“ gemacht, was gar nicht übel war, jetzt 2014, hat er mit der deutsch Österreichischen Produktion einen wirklich sehr guten stimmigen Film ins Kino gebracht, der sich vor keinem US-Hollywood Kitsch Western verstecken muss, im Gegenteil.

    Zu Beginn stand natürlich wieder ein Roman, wie bei fast vielen Filmen, der dann in Zelluloid umgesetzt wurde. Hinzu kommen TOBIAS Moretti und Sam Riley in einer Hauptrolle, und fertig ist der Filmgenuß. Dazu ein paar herrliche Landschaftsaufnahmen aus Tirol, und ein sehr Gutes Drehbuch, gute Dialoge, echt cool Leute, urige Leute müsste ich sagen tolle Kostüme, die zwar nicht so Hollywoodmässig gut Wirken, aber dafür umso authentischer aussehen, was dem ganzen Film den Touch eines Dokufilmes gibt.

    TOBIAS spielt HANS Brenner im Film den ältesten Sohn der 6 Brenner Buben, einer alten Bauern Familie die hier schon sehr lange lebt. HUBERT, OTTO, LUIS, RUDOLF und EDI kommen hinzu, dessen Vater der Brenner Bauer, der vom 1938 geborenen Hans-Michael Rehberg gespielt wird. Der ist von unzähligen Filmen schon bekannt und hat so ein ganz gewisses uriges bäuerliches Äußeres, wie fast alle Darsteller in diesem Heimat Neo Grusel Thriller Western mitspielen, anders könnte ich das Genre gar nicht nennen.

    Zu Beginn hört man schon die sanfte weiche Stimme, einer Erzählerin die den Kinozuseher in die spannende Handlung vom Film einführt und von schlimmen Dingen aus der Vergangenheit erzählt.

    Worum geht es? Man lebt in einem Alpendorf in Tirol, es ist das Jahr 1880 oder so, die Leute leben karg, haben wenig, schlägern Holz, sie arbeiten hart, und gehen früh schlafen, es gibt eine kleine Kirche, einen kleinen Friedhof und für alle Dinge muss man mit dem Wagen oder dem Pferd in die nächst größere Ortschaft fahren was fast keiner macht. Man ist hier autark und dank dem Wissen der Alten weiß man auch um die Medizin falls sie einer brauchen sollte.

    Eines Tages kommt der Amerikaner GREIDER in die Stadt mit Kamera und einem Pferd und bittet über den Winter bleiben zu dürfen, was ihm anfangs nicht gewehrt wurde, aber er zahlt dafür sehr gut. So hat er seine Sicherheit und kann auch schöne Fotos entwickeln.

    GREIDER ist einer von den Typen die wenig reden, gespeilt wird er von dem 1980 in England geborenen Sam Riley, der noch nicht viel Schauspielerfahrung hat, aber in dem Film einfach hervorragend spielt. Er hat eine gewisse Ausstrahlung, gefährlich, mystisch und sehr ruhig und er hat nur einen einzigen Gedanken, den er in die Tat umsetzen will und der ist riskant und gefährlich.

    Es gibt in dem Dorf auch einen FRANZ und eine MARIA, er will Sex, sie will die Heirat, alle leben nach altem Ritus, streng katholisch und etwas kompliziert anmutend, man schlachtet noch, es gilt das Faustrecht, und es ist in dem ca. 50 Einwohner Dorf sehr kalt, nicht nur vom Wetter her, sondern auch von den Herzen der Bevölkerung.

    THOMAS Kienast ist der Kameramann von dem Film der es hervorragend verstanden hat, die wichtigsten Szenen spannend ins Szene zu setzen. Mit einem fast leicht dystropischen Filmgenuß kommt dieser minimal gespielte Film der oft wie ein Kammerspiel wirkt, sehr gut daher, denn er vermittelt dir die Kälte der Leute, die Gefahr der Einwohner, und das harte Leben dass fernab von jeder Zivilisation geführt wird.

    Geheimtipp - 2
    In diesem 113 Minuten Film verschmelzen Gewalt und Angst zu einem Konglomerat von Neugierde und Mystik, mal entscheidest du dich wegzuschauen, mal begeistert hinzuschauen, aber immer ist man irgendwie begeistert nur von den Wettergegerbten Gesichtern der Darsteller, die ich mir gar nicht vorstellen kann woher die bloß kommen.

    In dem Film kommt nur die Frau MARIA vor, alle andern sind einfach nur Beiwerk, die Streitigkeiten werden realistisch im Saloon, also im Gasthaus ausgetragen, Lebensmittel sind in dem Film war, wie damals wohl in Wirklichkeit, die Leute haben wenig aber sind dankbar und arbeiten im Wald als Waldbauer, und schlägern Baumstämme und da passiert es, ein Kollege kommt nicht mehr zurück der Brenner Bauer hat einen Sohn verloren, und ein 2. Soll noch folgen.

    Damit das ganze mehr Wirkung zeigt man hat die Geräusche einfach verstärkt, die Darstellung minimiert, und obwohl Moretti mit seinen blitzblauen Augen wie Terence Hill einfach ein Hingucker ist, konzentriert man sich auf einen Kriminalfall, der es wirklich in sich hat und mit jedem schwedischen Film aufnehmen kann. Die haben nämlich hervorragende Kriminalfilme.

    Als der Film angefangen hat, wusste ich dass ist mein neuer Lieblingsfilm und bis am Ende habe mich mir das gedacht, dass ist mein neuer Lieblingsfilm. Ich habe viele deutsche und Österreichische Filme gesehen, und ich kann sagen dass dieser Film sie alle übertrifft.

    Wir haben da sehr gute Darsteller, urige Charaktere, wettergegerbte interessant Leute, eine coole Gegend, eine arge Story, interessante Leute, spannendes Drehbuch, gute Dialoge, nicht zu viel und zu wenig wird geredet, und raus kam dann ein kompromissloser Western meets Heimatfilm der seinesgleichen sucht. Ich finde es gut in dem Film das nicht zu viele Filmzitate verwurschtet werden, dass dieser Film nicht zu viele Ähnlichkeiten hat mit anderen Filmen, ich habe gehört dass der Roman viel brutaler sei, ich bin froh dass das im Film nicht so gewesen ist man muss nämlich Brutalität nicht immer zeigen, einige Zeitlupenszenen haben mich gestört und einige Längen aber die sind nur von kurzer Dauer.

    Was auch den Film so gut macht, dass er anspruchsvoll ist und auch wenn er so Ähnlichkeiten hat mit „Leichen pflastern seinen Weg“, kann dieser Film dennoch mit sehr vielen Szenen, und neuartigen Drehbuchtwists aufwarten, was wenig andre Filme haben.

    Wenn ich mir die Hauptrolle von Sam Riley vorstelle, der ja Engländer ist und mit US-Akzent redet ich muss sagen, besser hätte sie nicht besetzt sein können. Total authentisch und einfach herrlich staubig schlammig wirkt dieser junge 34 Jährige Darsteller, der wohl hier seine beste Rolle gefunden hat, und auch Moretti, der mit seinen blauen Augen viel mehr zu fürchten ist als ich glaube in anderen Filmen zu vor. Der strahlt irgendwas dämonisch Grausames aus und das macht ihn irgendwie interessant attraktiv.

    Ich könnte mir den Film sehr gut als Vorfilm zu „Schlafes Bruder“ vorstellen, von dem bin ich noch heute begeistert bei der x-ten Wiederholung.

    Auch wenn hin und wieder viel gezeigtes etwas schemenhaft wirkt, Ich habe mich bei dem Film gut unterhalten gefühlt, gegruselt und gespannt, ja der Film hat es in sich, er ist auf alle Fälle zu empfehlen und ist einer der Besten Filme der letzten Jahren, volle 91 von 100 Punkten.

  • Großartig!
    Das finstere Tal wird zum Schauplatz einer schaurigen Geschichte. Noch bevor man die Grundrisse der Story erkennt, wird schon durch Bilder, Geräusche und düstere Gesichter eine bedrückende Atmosphäre
    geschaffen, die einen gefangen nimmt. Der Fremde erscheint einem so schwach, so verletztlich und man bekommt Angst um ihn. Er will Quartier über den Winter, doch die Winter sind lang, sagt ein feindseliger Bewohner des Tales und lacht grässlich dazu. Die Spannung steigert sich und sie hält bis zum Schluss an: Kann es ein Happy-End geben, bei all diesen bösen Mienen und Menschen? Der Film besticht durch großartige Schauspieler, durch authentische Dialoge und durch eine Reise in die Gesichter dieser Talbewohner. Andreas Prochaska hat ein Meisterwerk geschaffen, sein Kameramann Thomas Kiennast und der Musikverantwortliche Matthias Weber haben ihn dabei durch ihre stimmige Arbeit unterstützt. Danke für dieses Erlebnis!

  • Shame on you, Mr. Prohaska!
    Mit einem großem (Ausstattungs)technischem Aufwand, großartigen Schauspielern und beeindruckender Naturkulisse einen derart langweiligen, unrunden, schlecht erzählten Film zustandezubringen schaffen nur wir Österreicher.

  • Unhamlich...
    Ja, unheimlich gut - ich ging mit gemischten Gefühlen rein. Schnalstal, Moretti, düster - das spürt sich doch irgendwie nach Alpensagatragödie an.

    Und doch ist dieser Film weit davon entfernt. eine bedrückende, dichte und doch schlüssige Atmosphäre, zeichnet er das Leben in der Einschicht im Winter, spinnt Rätsel über Rätsel, die erst sukzessive aufgelöst werden...

    Beeindruckend: die Kamera, die Darsteller, der Plot, die Zitate - von "Spiel mir das Lied vom Tod" bis Tarantino, ich habe sicher nicht alle erkannt. Und doch ist dieser Film kein Abklatsch sondeern sein eigenes Monument.

    Für mich einer der besten Filme die ich gesehen habe.

  • Im falschen Film?
    Herr Schedl, haben Sie diesen Film wirklich selbst gesehen? Um dieses ekelerregende und unglaubwürdige Machwerk gelungen zu finden, muss man sich wohl mehr als einen "Enzian" einflößen. Der Film wirkt auf weite Strecken wie seine eigene Parodie. Auch gut: so erhält man für nur eine Eintrittskarte gleich zwei Filme. Und jetzt noch einen "Enzian" - Prost!

    Re:Im falschen Film?
    Welchen Behörden? Dort oben gibts keine Behörden, nur den Brennerbauern. Und das Tal ist im Winter abgeschnitten - alles schön stimmig und passend.

    Vergewaltigungsszene? Ist keine vorhanden, lediglich im Entführungsrahmen angedeutet annehmbar - und durch die folgende langsame Auflösung gegeben.

    Von Parodie keine Spur.

    Re:Im falschen Film?
    Danke für die Schützen-Hilfe. In einer anderen Kritik habe ich z.B. von einer Bärenfalle gelesen, die jemandem das Gesicht wegreißt -- auch daran kann ich mich nicht erinnern. (So eine Szene kommt in Dario Argentos "Pelts" vor. DAS wär mal ein Film für GUENTTA .-)) Da müssen tatsächlich mehrere Versionen im Umlauf sein ...

    Re:Im falschen Film?
    Wo haben Sie den Film schon gesehen? Er läuft doch erst heute an... Ich konnte ihn in Berlin sehen und kann nur sagen, man sieht keine Vergewaltigungszene, da muss wohl, wie bei den anderen Szenen auch, die Phantasie mit Ihnen durchgegangen sein. Weil, der Film ist keineswegs brutaler als das, was man um 20:15 in amerikanischen Serien im Fernsehen sieht.

    Im falschen Film?
    Herr Schedl, ich will keinen Prochaska-Aficionado abhalten, sich das reinzuziehen, aber dazu gehört schon ein eigener Magen. Warum der Film hierzulande so hochgelobt wird, verstehe ich nicht, aber die Berlinale zeigt, dass nicht nur ich das so sehe. Beim Nachahmen der Western sollte man nicht Brutalität mit Weltläufigkeit verwechseln, sonst bleibt man so wie Herr Prochaska - weltberühmt in Österreich!

    Re:Im falschen Film?
    Wir sollten jetzt nicht auf zu viele Einzelheiten der Handlung eingehen, damit niemand SPOILER ruft, aber gerade die Szene mit dem bettlägrigen Brenner ist doch wesentlich vielschichtiger: der bereits schwer angeschlagene Greider kommt nicht einfach ins Zimmer, betätigt den Abzug und verschwindet wieder, sondern er wird - genauso wie wir - durch die Reaktion des Alten überrascht, es folgt ein wichtiges Gespräch und erst dann fällt der Schuss, aber Greider erscheint längst nicht mehr als kaltblütiger Killer. Auch bei der Konfrontation mit dem anderen alten Ehepaar gibt es einen Moment, in dem er vor der eigenen Grausamkeit zurückschreckt und seinen Racheplan nicht weiter ausführt.
    Wenn Sie den blutüberstömten Mann im Wald so unerträglich finden, waren ja die beiden "In 3 Tagen bist du tot"-Filme sicher auch nichts für Sie. Mögen Sie Prochaska eher als Komödien-Regisseur?

    Im falschen Film?
    Ja, wer hat denn von u n f r e i w i l l i g e r Parodie gesprochen? Beim Adjektiv "ekelerregend" bleibe ich aber, denn der blutüberströmt mit ausgestochenen Augen durch den Wald stolpernde Brenner-Bruder, der wehrlos im Bett erschossene Brenner-Vater, die fast bis in alle Einzelheiten dargestellte Vergewaltigung von Greiders Mutter und erst gar die Kreuzigung ihres Bräutigams sind einfach ekelhaft. Und unglaubwürdig ist, dass - selbst im späten 19. Jahrhundert und selbst in einem abgeschlossenen Tal - den Behörden das Verschwinden so vieler Leute nicht auffallen sollte. So wildwestlich war die alte Monarchie nie! Schade um die guten Schauspieler, die an ein derart ungenießbares Filmgebräu verschwendet wurden!

    Re:Im falschen Film?
    Hallo Guentta,
    es scheint wirklich der falsche Film gewesen sein, denn das Adjektiv "ekelerregend" kann ich beim besten Willen nicht dafür anwenden. Amerikanische und v.a. Italo-Western bevorzugen meist auch eine sehr harte Gangart. Insoferne ist "Das finstere Tal" eine würdige Fortführung und Bereicherung dieser Tradition. Auch von einer unfreiwilligen Parodie ist das Werk meiner Meinung nach weit entfernt, dafür waren alle Beteiligten vor und hinter der Kamera einfach viel zu professionell und mit Herz & Seele bei der Sache.
    Aber vielleicht liegt Ihnen einfach das Genre "Western" nicht und ein österreichisches Crossover schon gar nicht. Geben Sie dem Film doch irgendwann noch mal eine Chance - auch ohne Enzian
    ;-)