Das Ende einer Affäre

 GB/USA 1999

The End of the Affair

Drama, Romanze, Literaturverfilmung 17.02.2000 102 min.
Das Ende einer Affäre

Ein Mann entdeckt den wahren Grund dafür, warum seine verheiratete Geliebte ihn verlassen hat. Als sie ihn tot geglaubt hatte, machte sie das Gelübde, die Beziehung zu beenden, falls er zum Leben zurückkehren sollte.

Es ist ein regnerischer Tag im London des Jahres 1946, als der verbitterte Schriftsteller Maurice Bendrix (Ralph Fiennes)zufällig einen alten Freund, Henry Miles (Stephen Rea) wiedertrifft. Alte Erinnerungen an die Tage des Krieges werden wach, und die Veränderungen, die seitdem geschehen sind werden kommentiert. Henry beklagt sich über das abgekühlte Verhalten seiner Frau Sarah (Julianne Moore). Er verdächtigt sie eine Beziehung zu einem andern Mann zu unterhalten, doch als Gentleman scheut er davor zurück, ihr hinterrücks nachzuspionieren. Maurice hat weniger Skrupel und bietet einen Freundschaftsdienst an: er werde einen Detektiv anheuern, um Sarah beschatten zu lassen.

Es ist kein ganz unneigennütziger Dienst, den Maurice seinem Freund erweist. Maurice hatte vor zwei Jahren selbst eine heftige Affaire mit Sarah, von der Henry bis zum jetzigen Tag nichts erfuhr. Sarah beendete die Beziehung jedoch ebenso aprupt, wie sie begonnen hatte. Den Grund dafür erfuhr Maurice niemals.

Nun erwacht seine Leidenschaft für Sarah aufs neue. Eifersüchtiger als ihr eigener Ehemann, will er hinter ihr Geheimnis kommen. Und er erfährt eine Geschichte, die von mehr Leidenschaft und Selbstaufgagbe erzählt, als er es je vermutete.

Es war während eines Luftangriffs auf London, als sich Sarah und Maurice zu einem Schäferstündchen zusammenfanden. Eine Bombe streifte das Haus und Maurice wurde von der Explosion bewußtlos. Verzweifelt über den vermeintlichen Tod ihres Liebhabers tat Sarah ein Gelübde: Sollte Gott gnädig sein und Maurice wieder zum Leben erwecken, so wolle sie ihn aufgeben und die Bezeihung beenden.

Sarah hält ihren Schwur, als sich zeigt, dass Maurice unversehrt geblieben ist. Doch innerlich ist sie zerrissen zwischen ihrer religiösen Treue und ihrer irdischen Liebe. Und Maurice, wegen der vermeintlichen Untreue seiner Geliebten zum hasserfüllten Zyniker geworden, findet sich, gemeinsam mit deren Ehemann am Sterbebett wieder. Sarah erlebt, von Tuberkulose zerfressen, die letzten Tage ihres Lebens.

Neil Jordan gelang mit The End of the Affair eine atmosphärisch dichte, werkgetreue Verfilmung eines der besten Romane Graham Greenes. Das ausgezeichnete Spiel von Julianne Moore und Ralph "der englische Patient" Fiennes machen das romantische Drama zwischen religöser Hingabe und irdischer Liebe zu einem must-see für all jene, die sich gerne einmal mit guter altmodischer Filmkunst Abwechslung von MTV-gestylter Popkultur verschaffen wollen.

Details

Ralph Fiennes, Julianne Moore, Stephen Rea, Ian Hart, Sam Bould, Jason Isaacs, James Bolam, Deborah Findlay
Neil Jordan
Michael Nyman
Roger Pratt
Neil Jordan, nach einem Roman von Graham Greene

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Liebe im Krieg
    Ein konsequent durchstrukturiertes Dreiecksverhältnis, das man in gefühlten tausend Versionen kennt: Ehefrau Sarah (Julianne Moore, offenherzig wie nie) flüchtet aus der langweiligen Ehe mit Henry (Stephen Rea) in die Arme von Maurice (Ralph Fiennes). Wie Regisseur Neil Jordan die Geschichte zerlegt, mit Wiederholungen aufbereitet, die andere Blickwinkel eröffnen, macht das Ganze dann doch wieder irgendwie interessant.
    In gedeckten grün-braunen Farbtönen gehalten, gelingt eine dichte, verregnete Atmosphäre. Durch die Schnitttechnik fragt man sich: beauftragt der Ehemann den Liebhaber, seine Frau zu beschatten oder ist es der Liebhaber, der einen Dritten verdächtigt? Vertritt der Liebhaber den Ehemann lediglich und beauftragt den Privatdetektiv Parkis (Ian Hart) Sarah zu beobachten?
    Ein Highlight erhöht den Unterhaltungswert: da sich das Pärchen nur bei Luftangriffen (2. Weltkrieg) zu einem Stelldichein treffen kann, wenn alle anderen im Luftschutzkeller sind, erwischt sie eine Bombe. Gut geschnitten darf das mehrfach wiederholt werden. Und es ruft bei allen drei Beteiligten unterschiedliche Reaktionen hervor.
    Nach Sarahs erstem Hustenanfall ahnt man eine tödliche Krankheit. Dass beide Männer den Pflegedienst gemeinsam erledigen, gehört eventuell noch zum Konstrukt, aber als Neil Jordon am Ende noch einen Lourdes-Effekt beim Sohn des Schnüfflers nachreicht, geht’s ins Groteske. Oder man folgt dem ungläubigen Graham Greene und versteht die Geschichte als ‘Tagebuch des Hasses‘ und der gilt Gott.

  • the end of the affaire
    ein sehr schöner film.
    nicht ein geräusch überkam den gesamten kinosaal.
    eine unglaublich tolle stimmung umgibt den ganzen film. von anfang bis zum ende.
    er wird nicht langweilig.
    er wird immer brillianter wenn man mit der zeit nach und nach (sehr geschickt vom regisseur eingefedelt)die genauen zusammenhänge erfährt.
    alles kommt anders als zuvor gedacht.
    unheimlich schön,wenn auch traurig.
    wirkliches menschliches verlangen,wirkliche sehnsucht zeigt uns dieser film.
    unglaublich schön.
    einer der besten filme die ich in letzter zeit gesehen habe.
    einfach nur hingehen und ansehen!