Das Mädchen mit dem Perlenohrring

 GB/Luxenburg 2003

Girl With A Pearl Earring

Drama, Romanze, Literaturverfilmung 100 min.
7.00
Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Ein Bild gewinnt Leben: Die erfundene Geschichte des anonymen Mädchens aus einem Gemälde des holländischen Meisters Vermeer. Bestsellerverfilmung mit Scarlett Johansson und Colin Firth

Delft, 1665: Die 17-jährige Griet (Scarlett Johansson) zieht als Magd in das kinderreiche Haus des niederländischen Malers Johannes Vermeer (Colin Firth) und seiner Frau Catharina (Essie Davis). Obwohl sie Welten, Bildung und sozialer Stand trennen, fühlt sich Vermeer zu Griet hingezogen. Schon bald sieht sich Griet nicht nur der Faszination für den Künstler und zugleich ihren Gefühlen für den Metzgersohn Pieter (Cillian Murphy) ausgesetzt, sondern auch den Nachstellungen von Vermeers Patron Van Ruijven und den Intrigen seiner Schwiegermutter Maria Thins.

Als Letztere erkennen, wie sie aus der Beziehung zwischen Magd und Meister Profit schöpfen können, erhält Vermeer den Auftrag, Griet zu porträtieren. Es wird eines der großartigsten Gemälde, das je geschaffen wurde - für das Künstler und Muse jedoch einen hohen Preis bezahlen müssen.

Details

Scarlett Johansson, Colin Firth, Cillian Murphy, Tom Wilkinson, Essie Davis, u.a.
Peter Webber
Alexandre Desplat
Eduardo Serra
Olivia Hetreed - nach dem Bestseller von Tracy Chevalier
Concorde

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die schöne Griet
    Das Bild existiert wirklich und das, das in Verlauf des Films titelmäßig entsteht, sieht fast genauso aus (siehe Schlusseinstellung). Ob die Entstehungsgeschichte kunsthistorisch verbürgt ist, interessiert überhaupt nicht. Es hätte aber so gewesen sein können: ein niederländischer Meister des17. Jahrhunderts, wohnhaft in Delft, bekommt von einem altersgeilen Mäzen den Auftrag Griet, die Dienstmagd zu malen. Scarlett Johansson ist in der Titelrolle umwerfend gut: unbekümmert aber zerbrechlich reift sie heran. Man merkt sehr bald, dass sie Ahnung hat von Farben und Lichtverhältnissen, sodass sie von der Waschfrau zur Gehilfin des Meisters emporsteigt. Neben ihr muss aber noch die schauspielerische Leistung von Essie Davis als ständig kinderkriegende Ehefrau lobend erwähnt werden. Ihr gelingt es als ältere, weniger hübsche und weniger kluge Nebenbuhlerin zu Griet sich als Herrin des Hauses zu behaupten.
    Von der ersten Minute bis zur Schlusssequenz ist alles in sich stimmig: Farbkombination, Bildaufbau und Beleuchtung sind genau wie bei den alten niederländischen Meistern dieser Zeit nachempfunden: Kerzen als Lichtquelle ebenso wie der Lichtkegel durch einen Türspalt. Die farbenprächtige Ausstattung ist ein optischer Leckerbissen. So kann man Interesse für die Kunst wecken, die aus einem prallen Leben heraus entsteht.

  • Vermeers Licht
    Erfundene Geschichten um große Künstler und die Entstehung großer Kunstwerke sind stets hart am Rande zum Kitsch (weil zumeist nur alte Klischees mit übermenschlichen, abnormalen, höchst sympathischen etc. Meistern aufgetischt werden).
    Dieser Film geht nicht in diese Falle, obwohl das Ganze pure Fiktion ist. Denn klugerweise hat man sich dafür entschlossen, keine tränentriefende Herz-Schmerz-Schmonzette - garniert mit viel Schmalz -zu servieren. Sondern es wird eine Möglichkeit gezeigt, wie das Bild, das diesem Film seinen Titel gibt, entstanden sein könnte. Und vor allem zielt man auf eine Schilderung von Vermeers Zeit, die Lebensumstände damaliger Menschen, die sozialen Schranken, die Abhängigkeit der Künstler von Mäzenen und das andere Verhältnis zwischen Mann und Frau ab. Da wirkt dann das Durchstechen eines Ohrs mit heraustretendem Blut fast schon wie eine Defloration.
    Klug auch die Entscheidung, das berühmte Licht Vermeers hier zu rekonstruieren. Das führt dann immer wieder zu schönen Bildern.
    Scarlett Johannson hat mich offen gesagt nicht allzusehr beeindruckt. Sie macht ihre Sache gut, kein Zweifel, aber an ihre Leistung in LOST IN TRANSLATION ist dabei nicht zu denken. Etwa weniger nervöse Schüchternheit, die sie schon in Redfords HORSE WHISPERER vorgeführt hat, wäre besser gewesen.
    Das Ende ist intelligent: Die Muse bzw. Inspiration für ein später berühmtes Gemälde geht davon, verschwindet. Das Leben und die Menschen vergänglich, die Kunst dagegen bleibt. Ars longa, vita brevis.