Der Bockerer

 A/BRD 1981
Drama 104 min.
8.20
Der Bockerer

Die Geschichte des Fleischhauers Karl Bockerer, der nicht verstehen kann und will, was die Veränderungen sollen, die das Dritte Reich mit sich bringt.

Die Geschichte des Fleischhauers Karl Bockerer, der nicht verstehen kann und will, was die Veränderungen sollen, die das Dritte Reich mit sich bringt, und der alle Widrigkeiten der Nazi-Zeit trotz schwerer Prüfungen überlebt.

Details

Karl Merkatz, Ida Krottendorf, Hilde Sochor, Alfred Böhm, Heinz Marecek, Teddy Podgorski u.a.
Franz Antel, Rainer C. Ecke
Gerhard Heinz
Ernst W. Kalinke
Kurt Nachmann u.a.

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die spinnen die Nazis
    Ein zu Unrecht wenig beachteter Aufklärungsfilm über die Nazizeit. Er wird oft als Politposse abgetan. Dem widersprechen allerdings die Dokumentaraufnahmen vom 2. Weltkrieg. Es ist ein Lehrstück über die Zivilcourage eines kleinen Mannes (überzeugend Karl Merkatz), der auf seine Art mit dem gesunden Menschenverstand gegen die Nazi-Besatzer in Österreich Widerstand leistet, ohne sich zu verbiegen. Die historisch korrekten Details werden mit dem österreichischen Charme verbunden und pointiert zu einer bissigen, knallharten Satire. Alles wird sehr anschaulich geschildert. Nicht nur die Schikanen und Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung werden in drastischer Form gezeigt, auch die Arroganz der Nazis inklusive ihrer homosexuellen Neigungen. Mit Fachausdrücken wie den ‘Nürnberger Gesetzen und dem ‘Ariernachweis‘ wird Geschichte verständlich aufgearbeitet. Es gibt Mitläufer, Handlanger und Kriegsgewinnler, Enteignung und Räumung. Das Bewegendste ist die ganz persönliche Zerrissenheit, die den Keil mitten durch die Familie treibt. Ein Vollwaise wird durch den Krieg zum Enkel, ein Irrer tritt in Bockerers Fieberfantasien als Hitler auf. Viele kleine Details runden das stimmige Gesamtbild ab, manche werden überspitzt zu einem genialen Coup, wie das Aufhängen der NS Fahne.
    In der Aussage zeitlos gültig, hat der Film nichts an Brisanz eingebüßt. Er sollte Pflichtprogramm in der Schule sein, um den Unbelehrbaren entgegenzuwirken.