Der Richter und der Mörder

 F 1975

Le juge et l'assassin

Drama, Krimi 128 min.
7.50
Der Richter und der Mörder

Als geheilt aus einer Nervenklinik entlassen, begeht ein Landstreicher auf seinem Weg quer durch Frankreich eine Reihe von Morden, die zunächst niemand mit ihm in Verbindung bringt.

Der wegen Untauglichkeit aus der Armee entlassene Unteroffizier Bouvier (Michel Galabru) wird nach gescheitertem Suizidversuch in die Nervenklinik eingewiesen. Als geheilt entlassen, begeht der Landstreicher auf seinem Weg quer durch Frankreich eine Reihe von Morden, die zunächst niemand mit ihm in Verbindung bringt. Erst der ehrgeizige Provinzrichter Rousseau (Philippe Noiret) erkennt die Zusammenhänge zwischen den Bluttaten und identifiziert den Triebtäter mit Hilfe einer Phantomzeichnung. Rousseau verhindert, dass man Bouvier für verrückt erklärt, worauf dieser verurteilt und hingerichtet wird.

Der fanatische Richter erntet die Verachtung der Kleinstadtbürger, deren Sympathien eindeutig bei Bouvier liegen, der immerhin "einer der ihren" ist.

Details

Philippe Noiret, Michel Galabru, Isabelle Huppert, Jean-Claude Brialy, Cécile Vassort, u.a.
Bertrand Tavernier
Philippe Sarde
Pierre-William Glenn
Bertrand Tavernier, Jean Aurenche, Pierre Bost

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Unreife und der Irre
    Tavernier hat vor über 30 Jahren eine äußerst kritische Studie der französischen Gesellschaft abgeliefert, die sich so aber auch anderswo in Europa - auch bei uns - zugetragen haben könnte. Die beiden titelgebenden Figuren, Philippe Noiret als Richter und Michel Galabru als Mörder, stehen im Mittelpunkt dieses Sozialkrimis. Die Hintergründe für ihr Handeln werden genauer durchleuchtet. Dabei ist es unwichtig - und man sieht es auch nie so genau - wen und wie viele der Mörder umbringt. Wir sehen ein soziales Umfeld, in dem sich extremer Nationalismus breit macht - deshalb auch immer wieder der Vergleich mit Dreyfuß - in dem fast niemand frei von Schuld ist und wo die Frauen letzten Endes etwas besser wegkommen. Die vornehme Gesellschaft lebt abgehoben von der Realität und langweilt sich bei den üblichen Soireen oder erschießt sich bei Problemen. Mit einem traditionellen ’roten’ Kampflied soll die Huppert wohl etwas überraschend in eine arbeitnehmerfreundliche Zukunft führen.

  • Der Unreife und der Irre
    Tavernier hat vor über 30 Jahren eine äußerst kritische Studie der französischen Gesellschaft abgeliefert, die sich so aber auch anderswo in Europa - auch bei uns - zugetragen haben könnte. Die beiden titelgebenden Figuren, Philippe Noiret als Richter und Michel Galabru als Mörder, stehen im Mittelpunkt dieses Sozialkrimis. Die Hintergründe für ihr Handeln werden genauer durchleuchtet. Dabei ist es unwichtig - und man sieht es auch nie so genau - wen und wie viele der Mörder umbringt. Wir sehen ein soziales Umfeld, in dem sich extremer Nationalismus breit macht - deshalb auch immer wieder der Vergleich mit Dreyfuß - in dem fast niemand frei von Schuld ist und wo die Frauen letzten Endes etwas besser wegkommen. Die vornehme Gesellschaft lebt abgehoben von der Realität und langweilt sich bei den üblichen Soireen oder erschießt sich bei Problemen. Mit einem traditionellen ’roten’ Kampflied soll die Huppert wohl etwas überraschend in eine arbeitnehmerfreundliche Zukunft führen.