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02.11.2017

Die 12 teuersten TV-Serien aller Zeiten

Aufwändig produzierte Serien wie "Game of Thrones" liegen im Trend. Aber der Erfolg ist nicht immer garantiert. Wir werfen einen Blick auf das teuerste Dutzend.

TV-Serien sind das neue Kino. Diese Entwicklung hat der Pay-TV-Sender HBO mit aufwändig produzierten Serien wie "Game of Thrones" schon früh erkannt und gefördert. Durchgesetzt hat sich dieser Trend aber erst, seitdem auch Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon und Hulu als Produzenten eigener Serien den traditionellen Fernsehsendern Konkurrenz machen. Das führt auch zu steigenden TV-Serien-Budgets. Aber hohe Budgets garantieren nicht den Erfolg: Unter den teuersten TV-Serien (gemessen an den durchschnittlichen Kosten pro Episode) finden sich neben unerwarteten Überraschungen auch ein paar Flops.

12. Vinyl (HBO): 8,7 Mio. $ pro Episode

Die HBO-Serie "Vinyl" wurde von Martin Scorsese und Mick Jagger produziert, die Besetzung war großartig und bei der Ausstattung wurde auch nicht gespart. Das Budget betrug 100 Mio. $ für zehn Episoden, alleine die zweistündige Pilotfolge soll 30 Mio. $ gekostet haben. Doch letztendlich entwickelte sich die Serie über das Musik-Business in den 70er-Jahren zu einem veritablen Flop. Eine zweite Staffel kam nie zustande.

11. Sense8 ( Netflix): 9 Mio. $ pro Episode

Bei Sense8 hatte Netflix im Jahr 2015 die Spendierhosen an: Lana und Lily Wachowski ("Matrix"-Trilogie) hatten die Freiheit zu drehen, wo es ihnen beliebt. Das führte letztendlich zu Produktionskosten von neun Mio. $ für eine Episode der ersten Staffel. Die TV-Serie erzielte zwar eine gewisse Aufmerksamkeit bei den Kritikern und gewann auch eine kleine Fan-Community. Doch letztendlich dürfte die Rechnung für Netflix nicht aufgegangen sein: Die zweite Staffel hatte nur noch 10 statt 12 Folgen. Danach wurde die Serie mit einem zweistündigen Serienfinale beendet.

10. Marco Polo (Netflix): 9 Mio. $ pro Episode

Noch vor Sense8 versuchte Netflix mit "Marco Polo" im Jahr 2014 dem Serienhit "Game of Thrones" das Wasser abzugraben. Dementsprechend sah auch das Produktionsbudget aus: 90 Mio. $ für 10 Episoden. Im Gegensatz zu Sense8 kam aber die Serie über den bekannten italienischen Abenteurer weder bei den Kritikern noch beim Publikum wirklich gut an. Nach zwei Staffeln und einer Extrafolge war auch hier Schluss.

9. Rome (HBO): 9,7 Mio. $ pro Episode

Im Jahr 2005 war das Budget von 110 Mio. $ für zwölf Episoden von Rome eine große Sache. Doch war HBO mit der aufwändig produzierten Serie über Leben und Intrigen in der Endphase der Römischen Republik seiner Zeit zu weit voraus. Die TV-Serie begeisterte die Kritik, erzeugte aber vor dem großen Durchbruch von Facebook, Twitter & Co zu wenig Buzz. Der Untergang von "Rome" kam nach zwei Staffeln. Zum Glück hatte sich HBO in diesem Fall die Kosten mit der britischen BBC und der italienischen RAI geteilt.

8. Friends (NBC): 10 Mio. $ pro Episode

Hallelujah! "Friends" ist eine Sitcom, die im Studio produziert wird. Es gibt keine kostspielige Ausstattung oder exotische Schauplätzen. Wo ist hier das Geld geblieben? Die Antwort: Die Kosten waren nur bei der letzten Staffel so hoch. Der US-Sender NBC wollte unbedingt eine zehnte und letzte Staffel der Erfolgsserie produzieren und griff dafür auch tief in die Tasche. Matthew Perry, Jennifer Anniston, Courtney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, and David Schwimmer erhielten jeweils eine Mio. $ pro Episode. Macht schon alleine sechs Mio. $ pro Episode nur für die Gagen der Hauptdarsteller.

7. Westworld (HBO): 10 Mio. $ pro Episode

Mit "Westworld" hofft HBO einen würdigen Nachfolger für die auslaufende Hitserie "Game of Thrones" abgeliefert zu haben. Die Produktionskosten der Verfilmung des Buches von Michael Crichton betragen 100 Mio. $ für 10 Episoden. Der abenteuerliche Mix aus Western und Science-Fiction hatte auch einen guten Start. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Rechnung für HBO auch langfristig aufgeht.

6. Band of Brothers (HBO): 12,5 Mio. $ pro Episode

Die HBO-Miniserie "Band of Brothers – Wir waren wie Brüder" folgt in zehn Episoden den Soldaten der US-amerikanischen Easy Company in Europa nach der Landung der Alliierten in der Normandie. Hier sieht man (anders als bei "Friends"), wo das Gesamtbudget von 125 Mio. $ geblieben ist. Die Geschichte der Serie aus dem Jahr 2001 wurde in zehn Folgen abgeschlossen.

5. Emergency Room (NBC): 13 Mio. $ pro Episode

Die Krankenhaus-Serie "Emergency Room" war ein Dauerbrenner, der von 1994 bis 2009 lief. In den USA war E.R. in den 90er-Jahren die meist gesehene TV-Serie. Das führte dazu, dass der US-Sender NBC im Jahr 1998 für die Produktion von 22 Episoden 286 Mio. $ hinblätterte, also 13 Mio. $ pro Folge. Einen Großteil machten Gagen der zahlreichen Schauspieler aus.

4. The Crown (Netflix): 13 Mio. $ pro Episode

Die zehn-teilige Serie über das Leben der britischen Königin Elisabeth II. nach ihrer Hochzeit im Jahr 1947 ist sicher kein Massenphänomen wie "Game of Thrones". Aber "The Crown" wurde 2017 mit zwei Golden Globes und einem Emmy ausgezeichnet und kam auch beim Publikum gut an. Die zweite Staffel startet am 8. Dezember 2017. Das Budget von 130 Mio. $ für die zehn Folgen der ersten Staffel dürften sich für Netflix im Endeffekt gelohnt haben.

3. Game of Thrones (HBO): 15 Mio. $ pro Episode

Bei "Game of Thrones" sieht man, wo die Kosten entstehen: aufwändige Ausstattung, detailverliebte Kostüme, exotische Schauplätze. Allerdings waren die Kosten in der ersten Staffel noch deutlich niedriger, nämlich bei fünf bis sechs Mio. $ pro Episode. Als die mittelalterliche Fantasy-Serie zum TV-Phänomen wurde, zeigte sich HBO immer großzügiger. In der achten Staffel erreichten die Kosten für eine Episode im Schnitt bereits rund 15 Mio. $.

2. The Get Down (Netflix): 16 Mio. $ pro Episode

Für Netflix war es von Anfang an klar, dass die Produktion der Hip-Hop-Serie "The Get Down" kostspielig werden würde. Für zwölf Folgen wurden ursprünglich 120 Mio. $ eingeplant. Aber mit den Exklusivrechten für die Musik und dergleichen explodierten die Kosten letztendlich auf rund 200 Mio. $ und damit auf 16 Mio. $ pro Episode. Zu allem Übel kam dann auch noch der mäßige Erfolg beim Publikum dazu. Das Aus für das massiv beworbene "The Get Down" kam schon nach der ersten Staffel.

1. The Pacific (HBO): 20 Mio. $ pro Episode

Mit „The Pacific“ schloß HBO im Jahr 2010 an den Erfolg der Serie "Band of Brothers“ an. Die zehn-teilige Miniserie hatte das gleiche Konzept: Diesmal folgt die Handlung einer kleinen Gruppe von US-Soldaten im pazifischen Inselkrieg im Zweiten Weltkrieg. Mit einem Budget von 200 Mio. $ für zehn Episoden ist "The Pacific" mit Abstand die bisher teuerste TV-Serie aller Zeiten. Immerhin blieb der Erfolg nicht aus: 2010 wurde die HBO-Serie bei dem Emmy Awards 24 Mal nominiert und erhielt acht Auszeichnungen, darunter in der Kategorie "Beste Miniserie".

Erwin Schotzger