Die Flügel der Taube

 GB/USA 1997

The Wings of the Dove

Drama, Romanze, Literaturverfilmung 102 min.
7.20
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Eine selbstbewußte junge Frau schmiedet einen Plan, wie sie ihrem heimlichen Geliebten eine reiche Erbschaft zukommen lassen könnte. Nach Henry James

London 1919. Die temperamentvolle, intelligente Kate Croy (Helena Bonham Carte) lebt seit dem Tod ihrer Mutter bei ihrer reichen Tante Maude (Charlotte Rampling). Mit deren Hilfe hat sie Eingang in die schicken Kreise der besseren Gesellschaft gefunden. Doch heimlich liebt Kate den klugen, gutaussehenden, aber armen Journalisten Merton Densher (Linus Roache). Tante Maude will Kate unbedingt reich verheiraten und stellt sie vor die Wahl: Liebe oder Geld.

Als die junge, alleinstehende und sehr reiche Amerikanierin Millie Theale (Allison Elliott) in London auftauchtund sich mit Kate und Merton anfreundet, faßt Kate einen Plan. Zu dritt fahren sie nach Venedig, wo die an einer tödlichen Krankheit leidende Millie ihre letzten Lebenstage in Liebe, Leidenschaft und grausamer Wahrheit verbringt. Wird sich Kates Plan erfüllen, Merton als reichen Erben von Millies Vermögen standesgemäß heiraten zu können?

Nach Henry James' Roman haben Drehbuchautor Hossein Armini und Regisseur Iain Softley einen großen emotionalen Liebesfilm gemacht. The Wings of the Dove ist die Geschichte starker, moderner Frauen im Kampf gegen eine vom Materialismus beherrschte Gesellschaft und deren atavistische Konventionen.

Details

Helena Bonham Carter, Linus Roache, Alison Elliot, Elizabeth McGovern, Charlotte Rampling, Michael Gambon, Alex Jennings
Ian Softley
Ed Shearmur
Eduardo Serra
Hossein Amini nach dem Roman von Henry James

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ende einer Epoche
    Es sind exquisite meist dunkle Bilder und eine pompöse Ausstattung, die eine lebensnahe Atmosphäre von Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen lassen. Ein Gesellschaftsgemälde einer Epoche, in der die alte Welt verschwindet und die neue bereits ihre Ankunft ankündigt. Hier werden sowohl die neuesten Errungenschaften der damaligen Technik, wie auch die zauberhafte Kulisse Venedigs eindruckvoll mit einbezogen. In dieser Dreiecksgeschichte, in der es um eine berechnende Verkuppelung geht, spielt das Geld eine wichtige Rolle. Die Frage bleibt offen, ob man über den Tod hinaus die verblichene Gönnerin weiterhin lieben wird. Die Kontrastierung von zeitgemäßer Moral und traditionellem Klassendenken wird nur am Rande erwähnt. Es lässt Raum, über Titel nachzudenken: Sind es die Körperteile, mit denen der Vogel seine Freiheit erlangen kann? Wenn sie beschnitten sind kann er nicht fliegen. Kann man die reiche, zerbrechliche, todkranke Amerikanerin ’Taube’ nennen? Was die Antworten angeht, bleibt sie der Film ebenso schuldig wie der Roman.