Die Klavierspielerin

 F/A 2001

La pianiste

Drama, Literaturverfilmung 16.11.2001 131 min.
7.40
Die Klavierspielerin

Der preisgekrönte Film erzählt die Geschichte der Klavierlehrerin Erika Kohut, die ihr Leben zwischen ihrer besitzergreifenden Mutter und unterdrückten Sexualvorstellungen fristet.

DIE KLAVIERSPIELERIN - das ist Erika Kohut (Isabelle Huppert), die am Konservatorium Klavierunterricht erteilt und mit ihrer dominanten Mutter (Annie Girardot) zusammen wohnt. Ihre unterdrückte Sexualität lebt sie in voyeuristischen Streifzügen durch Peepshows und Pornokinos sowie in masochistischen Akten der Selbstverstümmelung aus. Doch eines Tages setzt es sich ihr Schüler Walter Klemmer (Benoît Magimebpin den Kopf, seine Lehrerin zu verführen...

Gleich drei Hauptpreise heimste die französisch-österreichische Koproduktion DIE KLAVIERSPIELERIN von Michael Haneke beim Filmfestival Cannes 2001 ein: Neben den Darstellerpreisen für Isabelle Huppert und Benoît Magimel wurde die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Elfriede Jelinek auch mit dem Großen Preis der Jury bedacht.

Details

Isabelle Huppert, Annie Girardot, Benoît Magimel, Susanne Lothar, Udo Samel, Anna Sigalevitch, u.a.
Michael Haneke
Guillaume Sciama
Christian Berger
Michael Haneke nach Elfriede Jelinek
Filmladen Filmverleih

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Abartige Liebe
    Ein echter Haneke. Schockierend abartig, aber durchaus realistisch und sogar logisch in seiner Konsequenz. Für viele eine Zumutung. Elfriede Jelinek lieferte für das kaputte Liebesdrama die Vorlage. Ansatz ist das sonderbare Mutter-Tochter Verhältnis. Isabelle Huppert beeindruckt wieder einmal, hier durch anschauliche Verdeutlichung einer fehlgeleiteten Liebesfähigkeit. Zwischen Mutter (Annie Girardot) und ihrer Tochter gibt es auch Gewalt, die im Verhältnis zum Liebhaber (Benoit Magimel) eine Fortführung erfährt. Alle drei erfahren das genaue Gegenteil von aufrichtiger Zuneigung. Dabei gibt es eine in sich stimmige Steigerung, in der sich Gewalt als letzte Vollendung von Sex manifestiert, nachdem eine sadistische und masochistische Phase durchlebt wurde. Die Tochter schwebt zwischen ihrer Mutter und dem jungenhaften Liebhaber hin und her und vermischt Abhängigkeit und Dominanz durch selbst erlittene und anderen zugefügte Qualen. Und der junge Mann reagiert erst mit Verachtung, dann doch mit willenloser Hingabe und Gewaltbereitschaft. Eine ausweglose Tragik, bei der selbst eine Behandlung keine schnelle Lösung bringen kann. Das ist teilweise optisch und psychologisch schwere Kost. Dagegen sind die Mainstream-Horrorstreifen nur bunte Seifenblasen.

  • Essenszeit
    Die Beschreibung des Filmes und die User Commets haben mich verdammt hungrig gemacht!!!!!!! Ich muss diesen Film sehen... oder wenigstens das Buch lesen.....

    Ich hoffe nur ihr habt mich keine falschen Hoffnungen gemacht!!!

  • Schas - Teil 2
    Etwas langweilig ist die ganze Story ja schon. Sie ist zwar ein Blick in die Abgründe der Seele einer psychisch gestörten Mitt Vierzigerin, aber sie ist langweilig. Etwas ¿ Funny Games ¿ meets ¿ Intimacy ¿ und freut sich über den Auftritt von ¿ Romance ¿ während ¿ Schöne Venus ¿ gerade Erdbeermarmelade ißt.
    Das ganze kommt einem auch vor wie ¿ 2 Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent ¿ und hat auch einige Ähnlichkeiten mit ¿ Pola X ¿ Dazu ein bißchen ¿ Die Klassenfahrt ¿ und ¿ Ein mörderischer Sommer ¿.

    So kann man auch natürlich sagen das der Roman von Elfriede Jelinek geschrieben, eine sehr gute Umsetzung fand. Ein Film der sehr schwer auf die Leinwand zu bannen ist, wegen der schwierigen und komplexen Umsetzung der Hauptcharaktäre. Dieser Film wird ziemlich stark ausgeweidet. Die Frauenseele als tiefstes komplexes Irrwerk einer kranken Frau. Selbstverstümmelung und Selbsthaß als Ausdruck körperlichen Verlangens ist schon eine starke Neigung, die man nicht oft im Kino sieht. Dazu ein Muttermonster das die Erniedrigung der Tochter als Normale Beziehung sieht ist dermaßen realistisch rübergebracht, das man schon glaubt in Wien sind alle Mütter und Töchter so.

    Die selbstgewählte Hölle in der sich ERIKA reinlebt ist gezeichnet von sexuellem Frust, den sie bei Ihren Schülerinnen ausläßt. Diese Frau gehört therapiert oder durchge****t. Wenn man das ganze Werkt genau nimmt, muß man der Huppert gutheißen das sie die Ausschweifung und Haßliebende Tochter bravourös darstellt, aber im großen und ganzen gesehen ist der Film nur schlicht fade. Immer die selben Bilder, immer die selbe Location, immer die gleiche düstere Farbe, wenig Schnitte, 0 Action, viel Gerede, langweilige Beethoven Musik. Langatmige Erzählstruktur, uninteressante Lebensdarstellung, und das ganze ist ein Film wo es einem nicht viel Freude macht Solettis zu sniefen.

    Das einzige was ich diesem Film zu gute Heiße ist die Darstellung dieser Frau, die wirklich eine seltene Geschichte ist. Man sieht ja viele Frauenfilme, dieser hier war doch ein etwas anderes Werk, ein tiefsinniges, über das man nachdenken sollte. Nur wenn ich den Film nach 130 Min. betrachte kann ich nur sagen das es mir schnurzpiepegal ist was da wirklich wer so tut. Die Frau war krank, pervers, und hatte einen Hang zur Selbstzerstörung, der sicher auch von der Mutter ausging.

    Kurz ¿ Eine Frau, kein Freund, Liebe zur Klassik, haßt sich selbst, schlägt sich durchs Leben, sucht Liebe und Anerkennung, und will endlich Sex.

    Fade langweilige seltene einschläfernde Frauenseelengeschichte.


    41,22 von 100

  • Großartige schauspielerische Leistung
    Der Film verlangt den beiden Darstellerinnen so einiges an Können ab. Wirklich eine einzigartige Leistung, welche Isabelle Huppert und Annie Giradot hier vollbringen. Die Handlung als solche ist beklemmend, düster und besorgniserregend, denkt man doch daran, dass Erika Kohuts überall in unserer Gesellschaft zu finden sind - sich jedoch geschickt tarnen. Der Film beeindruckt, schockiert und regt zum Diskutieren an. Ein Film, der einem sicher nicht unberührt läßt.

  • Die Klaviespielerin
    Grossartig doch fühle ich mich seit meinem gestrigen Kinobesuch noch immer etwas mulmig! staendig kehren einige szenen dieses grenz-genialen film wieder zueuck in meinen kopf! ich habe das buch leider nicht gelesen und nun ist mir auch klar einiges verpasst zu haben, vielleicht hole ich es ja jetzt noch nach! doch wie bereits ein besucher dieser seite zu bemäkeln wusste ist dass die synchronstimmen deutsch sind und nicht wienerisch! die figuren stammen alle aus einem recht hohem conservativem kreis und sie sprechen und das ist aber auch fast das einzige bemerkenswerte minus dieses filmes! selten habe ich so lange uber einen film nachdenken muessen! und besonders toll fand ich es dass haneke mit absolut null aussenstehender musik zurande kommt! man hoert keine einzige musik waehrend dem film ausser eben die gespielte! und dass der abspann dann auch noch stumm ist ist umso mehr bedruekender!
    einfach genial! wir wollen mehr michael!

  • bravo fr. jelinek
    der film kippt gegen ende des zweiten drittels. vielleicht ein männerfeindlicher film?

  • die klavierspielerin
    wer das dazugehörige buch von elfriede jelinek gelesen hat, wird über die handlung des filmes nicht verwundert sein! user die sich jeweils über die "kranke,nicht nachvollziehbare handlung" beschweren, haben nichts mitbekommen.
    haneke hat sich, im handlungsablauf, weitgehendst an die buchvorlage gehalten (bis auf einige details), vielleicht sogar eine etwas mildere version des werkes verfilmt.
    diverse szenen wie, unter anderem, eine der letzten im film, in denen klemmer erika quasi vergewaltigt, werden im buch intensiver und wesentlich radikaler geschildert.
    haneke lässt teile dieser orgie aus, verkürzt sie und erspart dem zuschauer eíniges.
    trotzdem, auch wenn man dieses buch einige male bereits gelesen hat und man denkt, dass einen nichts mehr überraschen kann, verläßt man den kinosaal doch mit einer gewissen betroffenheit.

    eine betroffenheit die nicht von ungefähr kommt:
    isabelle huppert spielt fulminant!
    die leistung der jeweils anderen schauspieler sei hierbei auch nicht hinabzusetzen.
    alles in allem kann man sagen, dass michael haneke ein großartig-gemachter film gelungen ist.

    das einzige für mich, von anfang an, irritierende war, dass man den deutschen synchronisationsstimmen bundesdeutsche sprachakzente gab, was in diesem fall völlig daneben ist.
    "die klavierspielerin" spielt eindeutig und ohne zweifel in wien.
    man kann menschen die aus einem, mehr oder weniger, zumindestens offiziell konservativen kreise wiens kommen einfach keinen bundesdeutschen akzent geben!
    dies ist absolut unglaubwürdig und stellt ein großes minus dar!

  • Die Klavierspielerin Psychopathologie oder Lebenssinn
    Einige Minuten danach, was bleibt ein intensives Gefühl der Berührung. Eine starke Vorstellung von Anni Giradot und Isabell Huppert. Weiblichkeit, Originalität, Selbstbewußtsein, Intelligenz und eine ganz Menge Pathologie im Verhalten. Irgendwo steht Lehrfilm für die Psychiatrie. Eine schönes Beispiel für eine borderline Störung, so denke ich.
    Wem andere Diagnosen eínfallen nur zu.
    Ein Film den man zweimal sehen muß um jeden Aspekt wirklich wahrzunehmen. So intensiv und voller Anspannung über die ganze Länge des Streifens. Viele werden sich im geheimen wiedererkennen, die Doppelmoral in diesem Land lebe hoch.
    Vielleicht auch eine Plädoyer für die Liebe.
    Man nuß nur richtig hinhören und die Augen auf machen.
    Nun genug einfach hingehen und ansehen.

  • Die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend ...
    ... allem voran Isabelle Huppert, aber auch Benoit Magimel und Annie Girardot, aber das war's dann aber auch schon fast.
    Wenn ich mir das Ende des Filmes überlege - soferne man das überhaupt Ende nennen kann - dann fällt mir nur eines ein: Feigheit.
    Ich muss dazu anmerken, dass ich das Buch nicht kenne, aber Probleme nur stur auf die Leinwand zu bringen, ohne den leisesten Lösungsansatz ist für mich schlicht Feigheit.
    Ausserdem ist die ganze Thematik schon einmal da gewesen, vor allem in zahlreichen japanischen Produktionen, von denen mir jetzt die Titel nicht spontan einfallen.
    Wenn mir wer das Ende des Buches näher bringen könnte, wäre ich dankbar. So aufs Geratewohl lesen möchte ich es momentan doch nicht.

    Re: Die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend ...
    Das Ende des Buches entspricht ziemlich dem des Filmes, nur geschieht es an einen anderen Ort. (am Karlsplatz, vor der Tu, wo Walter Klemmer studiert). Im Buch wird der Mutter-Tochterbeziehung größere Bedeutung beigemessen. Es gibt auch viele Rückblenden in Erikas Kindheit.

    Re: Re: Die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend ...
    Ich würde die Tatsache, daß dieser Film "kein Ende hat", durchaus nicht als Feigheit, sondern eher als Spielraum sehen, den man dadurch der Phantasie des Kinogehers läßt - ich für meinen Teil war schon in so vielen Filmen mit einem öden, vorhersehbaren oder aufgesetzten Ende, daß die Nichtexistenz eines Endes eine angenehme Abwechslung darstellt.
    Nebenbei: ein wirkliches ENDE hat das Buch ebensowenig - man fühlt sich von der Autorin wirklich ein bißchen im Regen stehengelassen... Dieses Gefühl könnte man zum Anlaß nehmen, sich über die Unselbständigkeit der Phantasie vieler Menschen (die Filme sehen und/oder Bücher lesen) Sorgen zu machen. Und man sollte das fehlende Ende als Chance betrachten, diesen Mangel an Eigenständigkeit der Gedanken zu beheben!

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