Schiffsmeldungen

 USA 2001

The Shipping News

111 min.
6.80
Schiffsmeldungen

Ein vom Schicksal gebeutelter Mann findet in Neufundland zu einem neuem Leben.

Als Zeitungsmann Quoyle (Kevin Spacey) nach einem Leben voller Demütigungen und ohne Höhepunkte seine entfremdete Frau Petal (Cate Blanchett) bei einem Autounfall verliert und mit der kleinen Tochter Bunny zurückbleibt, entscheidet er auf Drängen seiner resoluten Tante Agnis (Judi Dench), ein neues Leben im Land seiner Ahnen zu beginnen - in Neufundland vor der Küste Kanadas.

In dem winzigen Fischerdorf Killick-Claw trifft er auf eine Reihe so exzentrischer wie liebenswürdiger Einheimischer und bekommt zu seiner eigenen Überraschung einen Job als Reporter bei der Lokalzeitung "The Gammy Bird", für die er bald in der Kolumne "Schiffsmeldungen" die Geschichten anlegender Boote und ihrer Besitzer aufschreibt. Doch während diese kleine berufliche Revolution für moralischen Auftrieb des gebrochenen Mannes sorgt, wird er in seinem Privatleben mit Dämonen der Vergangenheit konfrontiert.

Nicht genug damit, dass ihn Petal in Albträumen plagt - nach und nach erfährt er, dass es in seiner Familie ganze Generationen unglückseliger Gestalten gab und manch dunkles Geheimnis ans Tageslicht kommen muss. Doch zunehmend findet Quoyle in diesem zerklüfteten wie schönen Land zu sich selbst und nimmt zum ersten Mal in seinem Leben sein Schicksal selbst in die Hand. Unterstützt von Menschen, denen man es zwar nicht ansieht, die aber alle selbst eine Last zu schleppen haben - der urige Verleger Buggit (Scott Glenn) etwa, Wavey Prowse (Julianne Moore), die allein erziehende Mutter eines behinderten Kindes, zu der Quoyle bald mehr als nur platonische Gefühle entwickelt. Doch bevor es auch nur für einen dieser Menschen eine Zukunft gibt, müssen sie sich ihrer tief vergrabenen Vergangenheit stellen...

Details

Kevin Spacey, Julianne Moore, Judi Dench, Jason Behr, Cate Blanchett, Pete Postlethwaite, u.a.
Lasse Hallström
Christopher Young
Oliver Stapleton
Robert Nelson Jacobs, E. Annie Proulx
concorde

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Back to the Roots
    Dieser Film gehört zu den besten Feel-Good-Movies aller Zeiten - nicht nur wegen der Handlung. Da wurde der Roman von Annie Proulx sinngemäß in wunderschöne Bilder umgesetzt und die örtliche Atmosphäre vom Leben am Rande der Welt vortrefflich eingefangen. Man merkt, dass hier sogar der spröde Charme der Einheimischen sprühen kann. Es gibt jede Menge skurriler aber liebenswürdiger Typen. Auch die im Roman beschriebenen Phänomene von Geistern und mystischen Zeichen werden in unvergessliche Bilder gefasst, wie z.B. das festgebundene Haus. Immer nur so wohl dosiert, dass man sie fast glauben kann. Träume und Albträume verdeutlichen Gefühle. Neben der rührenden Vater-Tochter Beziehung kommt noch in der Retrospektive eine erschreckende Familiensaga hinzu und eine überzeugende Liebesgeschichte. Es ist rührend gemacht, wie nach enttäuschter Liebe erneut Zutrauen gefasst wird. Außerdem gibt es ironische Einblicke in den Lokaljournalismus und die Umweltproblematik. Die Darstellerriege ist ausnahmslos großartig. Erwähnt sei nur Kevin Spacey als liebender Vater, der fast im Grenzbereich warmherziger, schlichter Einfalt anzusiedeln ist oder Judi Dench als herb-herzliche aber richtungsweisende Tante, die vom Schicksal arg gebeutelt wurde. Auch der Kurzauftritt von Cate Blanchett als herzloses, flatterhaftes Flittchen ist beeindruckend, sowie Julianne Moore als zurückhaltend-feinfühlig Mutter, die verwundete Männerseelen auffangen kann.
    Die Vergangenheit wird anrührend in die Gegenwart mit eingebunden und von einer ohrwurmartigen Melodie begleitet verschaffen die fantastischen Bilder das absolute Filmvergnügen.

  • Seehundflossenpastete, wie ?
    So.. all in all a great piece of movie art...
    - but -
    I'd really wished to see more cute chicks'n explosions... ;-))

    (Quoyle should have been played by Arnold S. - yeah, baby!)

  • Ein Neuer Anfang
    Quoyle (Kevin Spacey... es gibt Leute die habens einfach drauf) mußte nie jemandem etwas beweisen. Niemand hatte je etwas von ihm erwartet.
    Dementsprechend verlief auch sein Leben. Er wuchs zu einem Versager heran, ohne Aussichten auf Aufstieg, Erfolg... kurz und gut ein glückliches Leben.
    Auch privat sieht es nicht rosig aus und als sich ihm die, auf nuttige Art und weise, schöne Petal (die wie immer wunderbare Cate Blanchett-
    nebenbeigesagt leistet auch Julianne Moore als Wavey Prowse im späteren Fall gute Arbeit !) an den Hals wirft braucht es nur eine Nacht um ihr völlig zu verfallen.
    Petal hat für den Moment genug von ihren zahlreichen Liebhabern, von ihrem Leben geprägt durch Lust und Spaß ! Da ist der ruhige Quoyle genau der richtige um neu anzufangen.

    Neu Anfangen genau das ist auch im weiteren Sinne das eigentliche Thema des Filmes von Lasse Hallström (der seinem Ruf wieder gerecht wird ! Sein Stil ist unverkennbar !). Sich vor dem Ertrinken retten, auftauchen, ein sehr schönes Thema das sich konsequent durch sämtliche Charaktere hindurchzieht!

    Etwas das Petal nicht schafft. Sie wird von ihrer Vergangenheit heimgeholt. Nicht einmal ihre gemeinsame Tochter kann sie abhalten.
    Sie verunglückt mit einem ihrer vielen Liebhaber im Auto (passend zur Thematik: sie ertrinken im Fluß) und läßt ihren Mann alleine zurück.

    Das ist auch der Ausgangspunkt für Quoyles Loslösungsprozeß - eine Loslösung von den Ketten seines morschen Elternhauses welches in der vergangenheit stets sein Leben geleitet und eingeschränkt hat !

    Mehr will ich auch diesmal nicht verraten *gg* ich habe auch schon genug geschwafelt -
    zum Film ansich.
    Die Geschichte ist sehr schön !! Die Metaphern sind ab und zu etwas plakativ, haben aber doch ihre Reize !
    In der Mitte des Filmes gibt es allerdings Phasen wo die Story ein wenig stillsteht, nicht lange, aber lange genug damit der Film ein wenig durchhängt. Unangenehmer als das, ist mir aber der Schluß aufgefallen. Ich persönlich finde die Motive warum sich Quoyle ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt von der Vergangenheit löst einfach nicht klar genug inszeniert. Kurz gesagt ich war als Zusehrer noch nicht bereit diese Wandlung zu akzeptieren, deshalb vergibt der Film für meinen Geschmack sehr viel von seiner potentiellen Wirkung.

    Fazit:
    Es ist ein guter, kluger Film bei dem nur sehr sehr wenig zu einem absoluten Topfilm fehlt !!
    Eine schöne, interessante Alternative zum restlichen Kinoangebot !

    8/10

    viele Grüße
    Matthias

  • gut
    Schiffsmeldungen

    QUOYLE ( Kevin Spacey ) war noch nie ein Freund des Wassers. Aufgewachsen im Grünen, hat ihn sein Vater schon früh ermuntert schwimmen zu lernen. Er schmiß ihn einfach rein, in das Leben, und er hat es nicht ganz so richtig geschafft. Er ist ein richtiger Looser geworden. Jeden Job hat er versaut, bei fast jedem Job wurde er gekündigt, er war nie so richtig glücklich, und dann hat er auch noch nie so richtig eine Freundin haben können. QUOYLE ist einfach ein weichherziger Tölpel, der aber eines Tages glaubt das große Glück zu finden.
    Als er einen Streit an einer Tankstelle beobachtet setzt sich zu ihn, in Fluchtgedanken die junge bildhübsche wirklich aufreizende, zuckersüße megageile Schlampe und Männerfresserin PETALE ( Cate Blanchett ) ins Auto, und bittet ihn davonzufahren. Sie landen in einem Kaffeehaus wo man Geschichten austauscht und 2 Stunden später im Bett. QUOYLE verliebt sich in sie Hals über Kopf, und heiratet sie. Sie willigt ein. Von dem Gehalt eines Druckers, und den zurückgelegten Ersparnissen kann sie gut Leben, und führt einfach nur ein Spaßleben, während der arme Mann schuftet, sich abrackert, und versucht mit Ihr alles zu tun um glücklich zu sein. Er läuft Ihr mehr als nur nach, und als sie die gemeinsame Tochter BUNNY zur Welt kam, ist alles noch schlimmer. Sie hurt herum, hat einen Freund nach dem anderen, und behandelt QUOYLE wie Dreck, der sich nichts sehnlicher wünscht als sie zurück zuhaben, da er sie noch immer liebt. Die wiederum flieht mit der 8 Jährigen Tochter ins Ausland, entführt sie von Ihrem Babysitter, und verkauft sie für 6.000 $ an eine Adoptionsanstalt. Die Familie bedeutet Ihr einfach Nichts. Das meldet dann die Polizei als sie, PETAL mit Ihrem neuen Freund ertrunken im Fluss finden. QUOYLE ist zerstört, auch die vor kurzem ankommende AGNIS HAMM kann nichts machen. Sie hat QUOYLE besucht, weil sein Vater GUY, Ihr Halbbruder gestorben ist.
    Die Mutter ist auch tot. Das hat er so beiläufig am Telefon erfahren, GUY hat sich noch nie so richtig um seinen Sohn gekümmert. AGNIS will nur die Asche Ihres Bruders, und stiehlt sie aus dessen Urne, als er nicht hinsieht.
    Sie merkt wie traurig er ist, und schlägt ihm vor, mit der Familie einfach mitzufahren, zu seinen Ahnen nach Neufundland. Er läßt sich das natürlich gefallen, und schleppt BUNNY mit, gibt den Job auf, und holt alles was er sich braucht. Mit dem Schiff geht¿s rüber, seekrank wie er noch dazu ist, und landen beiden nach langer Autofahrt, in winterlicher, verschneit verregneter, nebeliger Mailandschaft an einem Haus mitten auf einer Klippe, das seit 44 Jahren unbewohnt ist und der Familie der QUOYLE´s gehörte. Hier in Killick Claw, am Ende der Welt ist alles anders. Alle Leben vom Fischfang, die kleine Zeitung ¿ The Gammy Bird ¿ ist sowas wie eine Nationale Heiligkeit. Dort bewirbt sich QUOYLE, es gibt mehrere Ahnen in dieser Stadt, und er ist daher sehr bekannt, als Arbeiter, wird als Reporter eingestellt. Hilflos wie QUOYLE ist, bemerkt er überhaupt nicht was rund um ihn passiert. AGNIS nimmt inzwischen GUY´s Asche und scheißt ein bißchen drauf im wörtlichen Sinne. JACK BUGGIT ( Scott Glenn ) der Besitzer und Haupteigentümer des Gammy Bird, heuert anhand seines Instinktes eben QUOYLE als Reporter ein, der daraufhin in einem abgewrackten Büro mit den beiden Kollegen
    TERT CARD ( Pete Postlethwaite ) und BEAUFIELD NUTBEEM (Rhys Ifans) und BILLY PRETTY die ein ziemlich komisches Team abgeben. Was QUOLYE lernen muß, hier gibt es ne Menge Auto und Bootsunfälle, er muß darüber schreiben, oder sich was ausdenken. Und nach und nach kommt er auf ne Menge Geheimnisse drauf, die er hätte lieber nicht wissen wollen, und dann ist auch noch da eine Frau. WAVEY PROWSE ( Julianne Moore ) die als hiesige Kindergärtnerin arbeitet.
    Das ist doch nur Kinobalsam für machoverletzte Frauenseelen, denen die Glückstränen locker sitz

    Re: gut
    Das ist doch nur Kinobalsam für machoverletzte Frauenseelen, denen die Glückstränen locker sitzen angesichts eines solchen Ausnahmefalls von Softmännchen? Sollte man meinen. Stimmt nicht. Ganz und Gar nicht.
    Es ist auch ein Film für Balsamsüchtige Männerherzen, die durch Frauenmonster verletzt worden sind, um dann zur Genesung 110 Min. lange eine Geschichte zu erleben, die in eine andere Welt führt, um dann den eigenen Schmerz zu vergessen. Ähnlichkeiten mit ¿ Gottes Werk und Teufels Beitrag ¿ und ¿ Alice lebt hier nicht mehr ¿
    Oder ¿ Glut unter der Asche ¿ oder ¿ Schnee der auf Zedern fällt ¿. Da gibt es Geschichten die sind furchtbar fade, dann gibt es Regisseure die verfilmen die Storys und die Geschichte wird noch langweiliger als das Paarungsverhalten südtaiwanesischer Tannenzapfenfrösche. Dann gibt es Regisseure die aus der langweiligen Story einen Actionkracher machen, das mit der Vorlage überhaupt nichts zu tun hat, außer dem Titel, und dann gibt es den Regisseur Lasse Hallström. Den sollte man sich vormerken. Er macht alle paar Monate, oder 1 x im Jahr einen Film, und was kommt raus ? Eine wunderbare Geschichte die fern ab jeder Möglichen Hollywoodkitschstory ist. Der Film ist anders. Er ist langweilig, baut sich dann verständnisvoll spannend auf und wird dann zu Ende immer besser. Er ist einfach natürlich, realistisch Hollywoodmäßig, und hat einen gewissen Flair zum nachdenken, sehr gute Darsteller, und ist einfach was besonderes. Hie und da muß man bei dem Film heulen, die anderen täuschen Schnupfen oder sonstige Grippale Infekte vor, wir sind ehrlich und heulen uns durch die 110 Min. durch. Naja nicht so ganz, eher meine weibliche Begleitung. Kevin spielt wie immer sehr gut in dem Film, Julianne Moore, ist einfach eine wunderbar ruhige, sehr intelligente Frau, einfach ein Süßerchen für dieses Alter. Judi Dench paßt wunderbar als Tante, und alle anderen sind auch einfach passend. Oft gibt es Filme da muß man ruhig sein, da gibt es dann was das man nicht versteht, vielleicht etwas geisterhaftes, und sonstige Dinge die man nicht so richtig einordnen kann. Der Film ist so ähnlich, er ist einfach eine gute Geschichte.
    Das ganze mit einer atmosphärischen Eindringlichkeit gefilmt, aus einer Hemisphäre, die in Kanada liegt, und einen kleinen Schuß Ironischen Humor hat, den man zwar suchen muß, aber immerhin. Dazu Bilder herrlicher Winterlandschaft wie sie schöner nicht sein könnten, außer man lebt dort, dann gibt man sich eh die Kugel.
    Objektiv gesehen ist der Film einfach nur ein Geplappere, aber dringt man in die Subjektivität des ganzen vor, kann man einfach nicht herum, wegzusehen. Der Film ist einfach packend, und hat auch eine gewisse Kraft das ganze richtig ruhig rüberzubringen. Leider nachteilig muß man sagen, das sich die Figuren nicht so sehr in das Herz und in den Verstand der Zuseher eintragen, weil die Konflikte der Parteien sich sehr im Inneren unsichtbar für die meisten Zuseher abspielen, und erst gegen Ende verdeutlicht werden. Ich kenne den Roman nicht, aber er muß furchtbar langweilig sein, auch wenn man die Bedürfnisse, Gefühle und Konflikte besser darstellen kann.
    So viele harte Schicksalschläge wie in dem Film habe ich noch lange nicht gesehen.


    Sehr empfehlenswert, traurig, romantisch, und wirklich eigehende Romanliteraturverfilmung


    84,55 von 100

  • Ein echter Hallström mit kleinen Schönheitsfehlern
    Im jährlichen Rhythmus beschert uns Lasse Hallström seit geraumer Zeit Geschichten fürs Herz mit viel Gefühl und auch diesen März beliefert er romantische Seelen mit anspruchsvoller Filmkost mit Starbesetzung. War es im Jahr 2000 das epische "Gottes Werk & Teufels Beitrag" und im Vorjahr die Parabel auf Toleranz "Chocolat", so widmet er sich heuer mit
    "Schiffsmeldungen" der Seele eines gebrochenen Mannes, der am Ende der Welt wieder lernt zu lieben und zu leben. So weit - so gefühlvoll, doch hat Hallström mit dieser Problematik leider nur an der Oberfläche gekratzt.

    Das Problem bei "Schiffsmeldungen" ist, dass der Film einfach zu viele Themen aufwirft und ob seiner Spielzeit Probleme hat diese ordentlich
    abzuhandeln. Schon alleine Quoyles Schicksal hätte den Film alleine gefüllt und so wirken die halbherzig inszenierten Plots rund um Tante Agnis und Zeitungsherausgeber Jack Buggit mit seinem Sohn eher entbehrlich. Ebenfalls hätte man die ersten zwanzig Minuten, in welchen man die hässlichste und unsympathischste Cate Blanchett aller Zeiten sieht, straffen können. Diese
    verdeutlichen zwar sehr gut, woran ein Mann zerbrechen kann, aber hier ein wenig gestrafft, wäre für die Nebenhandlungen mehr Zeit geblieben.

    Wirklich böse kann man den Film freilich deshalb nicht sein, punktet er doch vor allem dank der wunderschönen Kulisse und der fabelhaften Besetzung. Neufundland hat etwas sehr natürliches an sich und die enormen Weiten der Inseln werden von der Kamera atemberaubend schön erfasst. Das Kevin Spacey einen Film alleine tragen kann, hat man schon des öfteren erlebt und auch hier übernimmt er das Ruder und lässt alle um sich herum ein wenig verblassen. Das ist bei Judi Dench nicht weiter verwunderlich, gibt ihr
    Charakter doch nicht allzu viel her, bei Julianne Moore wiederum schade, hätte man dieser fantastischen Darstellerin ruhig erheblich mehr Zeit zusprechen können. Witzig sind Spaceys Wortduelle mit dem Redaktionsdrachen Tert ("I - B - M") und seinem Chef, der ein wenig in die Vaterrolle von Quoyle schlüpft.

    Vergleicht man "Schiffsmeldungen" mit Hallströms beiden letzten Werken, so ist leider doch ein Qualitätsverlust erkennbar. Konzentrierte er sich bei "Gottes Werk & Teufels Beitrag" und "Chocolat" im Wesentlichen auf die Haupthandlung und ergänzte diese mit kleinen, aber nicht unüberschaubaren Nebenhandlungen, so nehmen diese in "Schiffsmeldungen" einfach zu viel Platz ein. Dies bremst den Erzählfluss ungemein und es wird einem als Zuschauer schwer gemacht der Haupthandlung zu folgen, weil diese stets unmotiviert durch langgezogene Nebenhandlungen oftmals minutenlang unterbrochen wird.

    Fazit: "Schiffsmeldungen" ist zwar schön anzusehen und Kevin Spacey verwöhnt wie üblich mit hoher Schauspielkunst, doch einige Nebensächlichkeiten drängen sich unangenehm in den Vordergrund und gestalten den Erzählfluss
    doch als etwas holprig....7/10....

  • SCHLAGZEILE: VOM SCHICKSAL BETROGENE RETTEN SICH SELBST
    Wenn auf einer Beerdigung die vermeintliche Leiche überraschend wieder zum Leben erwacht oder eine Abschiedsfeier in eine nicht enden wollende Zerstörungsorgie ausartet, dann sind wir mitten drin im verkorksten Leben des kleinen unscheinbaren Mannes Quoyle, begleiten ihn ein Stück seines Weges in ein neues, ¿ wahrscheinlich nicht nur für ihn ¿ besseres Leben.

    Quoyles Problem liegt in seiner Vergangenheit verwurzelt. Die Erziehung seines Vaters ließ ihn zu einem naiven Minderbemittelten werden. Es machte aus ihm das was er ist. Ein Hindernis, mit dem die Figur im Film zu kämpfen hat. Die erste Szene beginnt mit einem Monolog, die letzte wird dadurch beendet. Und mittendrin steht Kevin Spacey in einer weiteren überragenden Rolle.

    Sein Held siedelt sich wieder in der Nähe von Lester Burnham an, nur schafft er es nicht ganz, einen tieferen Eindruck zu hinterlassen. Sein Mimenspiel spricht tausend Bände, ob Spacey weint oder lacht oder einfach nur verliebt in die Augen Julianne Moores schaut. Die Figuren gehen in der Geschichte richtig auf, sind in ihrer Art überdreht und sympathisch. Skurrile Dorfbewohner oder Segler auf einem (Führer-)Boot. Doch irgendwie scheint etwas zu fehlen. Der ganze Film wirkt vielleicht zu wenig tiefgreifend. Zumindest entschädigt das witzige Spiel der Darsteller und die karge (dennoch beeindruckende) Landschaft über einige Schwächen hinweg. Der Rest ist Entertainment.

  • aber
    der film is sehr schön, da gibt´s nix. darsteller ausgezeichnet, geschichte gut, charaktäre sympatisch und zum mitleben, landschaft toll, bilder schön, rundum gelungen, einzig die musik is zu schottisch-highlands-unbekümmert-gedüdel t.

  • Great Story!
    kevin spacey and julianne moore at their best! Eine faszinierend fesselnde und unwiderstehliche geschichte die auch durch die wunderschönen Landschaftsbilder neu finnlands ( new foundland ) besticht. Ein Muss für Cineasten!

    Re: Great Story!
    Werde mir den Film unbedingt ansehen, darf Dich aber auf einen Irrtum aufmerksam machen. Newfoundland hat nichts mit Finnland zu tun, der Name geht auf Henry VII. von England zurück. Als John Cabot (eigentlich Giovanni Caboto) die Insel im Namen der englischen Krone 1497 "entdeckte", gab er ihr ursprünglich den Namen "St. John's Island", da er am Namenstag Johannes des Täufers dort gelandet sein soll. Der Name wurde dann von Henry VII. auf "New Founde Land" geändert. Darüber hinaus ist durch archäologische Funde belegt, dass bereits um 1000 v. Chr. die Wikinger in Neufundland gelandet sind (wie im Übrigen auch in Grönland; Island haben sie auf Dauer besiedelt), diese stammten aber nicht aus Finnland, sondern aus Skandinavien, genauer gesagt aus dem heutigen Norwegen.