Die süße Haut

 F 1963

La peau douce

Drama 113 min.
7.60
film.at poster

Die Begegnung mit der Stewardess Nicole bringt das Leben des glücklich verheirateten Pierre für immer aus dem Gleichgewicht.

Pierre Lachenay ist 43 Jahre alt, Herausgeber einer Literaturzeitschrift und seit zehn Jahren glücklich verheiratet. Auf einer Vortragsreise nach Lissabon lernt er die attraktive Stewardess Nicole kennen und verliebt sich leidenschaftlich in sie. Sie treffen sich an der Hotelbar, reden lange miteinander und verbringen die Nacht zusammen. Zurück in Paris, entwickelt sich ihr Verhältnis bald zu einem nervenaufreibenden Versteckspiel. Pierre fürchtet ständig, erkannt und verraten zu werden. Zu einem Vortrag nach Reims eingeladen, nimmt er Nicole mit, um mit ihr zwei Tage in der Anonymität der Provinz zu verleben. Aber seine Unruhe lässt keine wirkliche Entspannung aufkommen. Und Franca, seine Frau, hat bereits Beweise für seine Untreue und verlangt die Scheidung. Pierre ist zwischen beiden Frauen hin- und hergerissen.

Details

ean Desailly, Françoise Dorléac, Nelly Benedetti, Daniel Ceccaldi, Paule Emanuèle, Jean Lanier, u.a.
François Truffaut

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der eilige Pierre
    Ein Klassiker aus der Kategorie ‘Ehedramen der 60er Jahre‘. Alle diese Filme haben die gleiche Einteilung: a)Anmache, b)Ausführung und c)Finale. Dabei sind die einzelnen Abschnitte verschieden lang und haben unterschiedliche dramaturgische Bedeutung. Hier ist der a-Teil das Übliche. Teil b wird ausführlich behandelt und da liegt Truffauts Stärke. Er erzählt schnörkellos, wie der ‘Held‘ Pierre (Jean Desailly) sich selber die Mühlsteine reihenweise um den Hals legt und Grönemeyers Zeile ‘Männer lügen am Telefon‘ wahr macht. Er wirkt gehetzt und rennt unaufhörlich von Termin zu Termin. Seine Ehefrau Franca (Nelly Benedetti) kommt ihm leicht auf die Schliche: heftiger Streit, Ohrfeige, Flinte. Bis sie sich zu einer konsequenten Aktion durchringt, ist sie ständig zwischen abgewiesener Zuneigung, Eifersucht und verletztem Stolz hin und hergerissen. Da hat es Nicole (Francoise Dorléac) leichter. Sie muss nur schön sein und in einer Szene die Entfremdung zu Pierre gesprächsmäßig rüberbringen. Das gelingt ihr allerdings spielerisch leicht.
    Truffaut erweist sich hier als gelehriger Schüler von Hitchcock, was die Verzögerung der Aktionen angeht (wie im ‘Zerrissenen Vorhang‘) und was die optisch sexlose Liebe betrifft (in allen Hitchcock-Filmen). Hier genügt ein zerwühltes Bett. Man sieht nichts, man ahnt und weiß. Da genügt das Entrollen eines Nylonstrumpfes, indem der Strumpfhalter gelöst wird.
    Der die Handlung dauerhaft begleitende Soundtrack nervt. Gottseidank wird es zur Abwechslung auch mal ausgesetzt und dann wieder bewusst neu angesetzt.
    Die Eile überträgt sich auf die Zuschauer, die erst beim letzten Ton (einem Schuss!) durchschnaufen. Klasse 60er Jahre-Atmosphäre, als der moralische Druck und die Konventionen noch ein echtes Hindernis für den Seitensprung waren.