Die Verlobung des Monsieur Hire

 F 1989

Monsieur Hire

Drama, Thriller, Krimi 81 min.
7.70
Die Verlobung des Monsieur Hire

Patrice Lecontes spannender Film mit Sandrine Bonnaire und Michel Blanc basiert auf dem Kriminalroman "Die Verlobung des Monsieur Hire" von Georges Simenon.

Auf Monsieur Hire (Michel Blanc) lastet die Einsamkeit. Der Schneider hat keine Freunde, ist nicht gesellig und den Nachbarn verhasst. Ständig ist er deren Gleichgültigkeit und Anfeindungen sowie den Hänseleien der Kinder ausgesetzt. So verbringt er seine Zeit damit, vom Fenster seines zweitklassigen Einzimmerappartements aus Alice (Sandrine Bonnaire) zu beobachten, die das Zimmer gegenüber bewohnt. Er überwacht sie, ohne dass diese zunächst etwas merkt. Als er ein langsam wachsendes Verlangen nach Alice spürt, glaubt er, das Wissen um ihr düsteres Geheimnis für sich nutzen zu können ...

Details

Michel Blanc, Sandrine Bonnaire, Luc Thuillier, André Wilms, Eric Bérenger, u.a.
Patrice Leconte
Patrice Leconte, nach Georges Simenon

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Komisch, sonderbar, seltsam
    In diesem leisen, eher ruhigen fast kontemplativen Film steht Alice (Sandrine Bonnaire) zwischen zwei Männern. Der eine ist ein Ganove, der einen Mord begangen hat, der andere, Monsieur Hire (Michel Blanc, ‘kein schöner Mann‘) hat es gesehen, verrät sie aber nicht, weil er sie liebt, selbst als Alice ihn gegenüber der Polizei belastet. Das Gangsterliebchen und der schrullige Kauz Hire ziehen sich an, wie die besagten Gegensätze. Sie ist einfach gerührt von dem sonderbaren Voyeur, der sie ständig beobachtet. Er liebt sie selbstlos und uneigennützig. Die beiden Hauptdarsteller kreieren eine sonderbare Atmosphäre, dicht und etwas abgehoben. Ihr Leben verläuft in vorgegebenen Bahnen. Ein gemeinsames Ausbrechen scheint nicht möglich. Alice vermag es nicht, ihrem Monsieur Hire in eine unbestimmte Zukunft zu folgen. So fährt der Zug in Richtung Tragik ab. Und verlobt sind sie schon gleich gar nicht. Der Zuschauer kann aber mit diesem fatalen Ende leben, denn es fällt einem irgendwie eine Last von der Seele. Und das liegt nicht an der letzten etwas überzuckerten Einstellung. Die Persönlichkeitsstruktur dieses Monsieur ist allerdings überzeugend. Knapp und doch komplex, präzise und einleuchtend. Ein Ausflug ins Reich der kaputten Seelen. Sachen gibt’s!?