Eine demanzipierte Frau

 GB/USA 1985

Plenty

Drama 121 min.
6.10
Eine demanzipierte Frau

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kommt es in einem kleinen Ort mitten in Frankreich zu einer schicksalhaften Begegnung zwischen der 18jährigen Engländerin Susan (Meryl Streep) und Lazar (Sam Neilb| einem britischen Geheimdienst-Offizier Sam Neill. Ihre Affaire ist heftig und voller Leidenschaft, aber von viel zu kurzer Dauer. Bereits nach 24 Stunden trennen sich schon wieder ihre Wege. Lazar erhält neue Order und muss Hals über Kopf abreisen, und Susan, die mit der Resistance sympatisiert, kehrt auch bald wieder nach England zurück. Doch dort, im Kreis ihrer Freunde und Verehrer, findet Susan keine Ruhe. Ihre Sehnsüchte und Gedanken sind nach wie vor bei ihren einstigen Genossen im Widerstand, und vor allem bei Lazar. Um diesen endlich zu vergessen, willigt sie in die Ehe mit Raymond, einem wohlhabenden Diplomaten ein. Doch eines Tages holt sie die Vergangenheit wieder ein: Lazar taucht auf...

Details

Meryl Streep, Charles Dance, Tracey Ullman, John Gielgud, Sting, Ian McKellen, Sam Neill u.a.
Fred Schepisi
David Hare

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Verzweifelt emanzipiert
    Wenn demanzipiert das Gegenteil von emanzipiert ist, bedeutet es hier, dass einer Frau die Emanzipation ausgetrieben wurde bzw. sie ist ihr vergangen. Diese deprimierende Schlussfolgerung kann man durchaus ziehen, obwohl der Originaltitel ’Plenty’ ja so viel bedeutet wie etwas in Hülle und Fülle haben. Und das hat die zentrale Figur Susan (Meryl Streep) keineswegs - höchstens in bezug auf die Männer. Aber das ist nicht das Thema.
    Eine Frau geht an der inneren Einstellung ihrer Landsleute (Charles Dance, Ian McKellan, Sting u.a.) zugrunde. Sie war ursprünglich lebenslustig und offen, knickt ein, wird tablettenmäßig stabilisiert, rastet in Selbsterkenntnis aus und kifft sich schier zu Tode. Dabei zeigte ihre äußere Lebenslinie doch steil nach oben: Widerstandskämpferin, Karrierefrau und Diplomatengattin. Aber die Unaufrichtigkeit, das Fehlen menschlicher Wärme und die Betonung von Takt und Haltung in der englischen Gesellschaft bringen sie um den Verstand. Vorübergehend provoziert sie und wird für geisteskrank gehalten, weil sie gegen die Ideale des englischen Gentlemans ’cool, calm and collected’ aufbegehrt.
    Meryl Streep in ihrer wohl diffizilsten Rolle. Sie ist die femme fatale, die Managerin, vorübergehend ein Heimchen dann aber wieder eine Furie.
    Die komplexe Inszenierung verwirrt durch lokale Sprünge und Brüche in Susans Verhaltensweise. Hierher gehören auch die zeitlichen Bezüge wie die Krönungsfeierlichkeiten der Queen oder die Suezkrise. Das macht den Film nicht unbedingt zum Publikumsmagneten. Eher etwas für Verständnissuchende für das angelsächsische Lebensgefühl.