Spring - Love is a Monster (2014)

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Filmkritik
09/02/2020

"Spring – Love is a Monster" auf Amazon: Wohin die Liebe führt

Filmkritik: In der sehenswerten Romanze im malerischen Italien beeindruckt das Regie-Duo Benson & Moorhead mit viel Gefühl und verhängnisvollen Wendungen ins Horrorgenre.

von Erwin Schotzger

Der Film "Spring" vom Regie-Duo Justin Benson und Aaron Moorhead ist ein Genre-Mix, der gar nicht so selten ist, wie man auf den ersten Blick glauben könnte. Aber gerade wenn die Genres so speziell kombiniert werden, wie es Benson und Moorhead in ihrem zweiten Spielfilm tun, ist es schwierig in einer Filmkritik keine Spoiler zu verraten. Doch schon Filmposter, Trailer und noch mehr der Untertitel "Love is a Monster" machen klar, dass es sich bei "Spring" nicht bloß um einen Liebesfilm handelt. Vielmehr handelt es sich um einen Monsterfilm. Romantische Monsterfilme gibt es viele. Hier haben wir uns schon mit einigen klassischen und neueren Beispielen beschäftigt:

"Spring" ist aber auch in dieser eindeutigen Kategorie sehr speziell, weil es sich eher um einen monströsen Liebesfilm als um einen romantischen Monsterfilm handelt. Im Mittelpunkt steht der junge US-Amerikaner Evan (Lou Taylor Pucci), der für die Pflege seiner krebskranken Mutter sein Studium sausen hat lassen. Als er nach ihrem Tod in einer Bar angestänkert wird, gehen die Nerven mit ihm durch. Das bringt ihm eine Anzeige wegen Körperverletzung ein. Um Gras über die Sache wachsen zu lassen, macht er einen Trip ins Ausland. Italien kommt ihm in den Sinn. Dort zieht er als Rucksacktourist durch die Gegend. Als ihm das Geld ausgeht, heuert er in einem verschlafenen Dorf irgendwo an der malerischen Küste Apuliens als Hilfe für einen alten, verwitweten Olivenbauern an. Bald lernt er die hübsche italienische Studentin Louise (Nadia Hilker) kennen.

 

"Before Sunrise"-artige Romanze mit monströser Wendung

Zwischen den beiden entwickelt sich eine gefühlvolle Liebesgeschichte, die zu Recht immer wieder mit dem Richard Linklater-Film "Before Sunrise" verglichen wird. Doch es wird niemanden wundern, dass sich die Geschichte von "Spring" nicht einfach nur in Richtung eines dramatischen Abschieds entwickelt. Natürlich hat Louise ein dunkles, ja für Evan lebensbedrohliches Geheimnis.

Mehr kann ohne Spoiler an dieser Stelle gar nicht mehr verraten werden. Nur so viel: Schon auf die Idee, eine Linklater-artige Romanze im malerischen Italien mit einem Monsterfilm mit starken Körperhorror-Elementen zu mixen, kommt nicht jeder. Das Drehbuch stammt übrigens von Benson, Moorhead ist für die Kameraarbeit verantwortlich. Die beiden Regisseure haben mit "Resolution" (2012) und dem Kurzfilm "Bonestorm" (als Segment von "V/H/S Viral") schon gezeigt, dass Sich-langsam-aufbauender-Horror ihr Ding ist. Bei diesem Film ergänzen sie sich perfekt. Denn die alles bestimmende Emotion bei "Spring" ist die aufkeimende Intimität zwischen Frischverliebten, also die (wohl titelgebenden) Frühlingsgefühle des Einander-Kennenlernens und des Sich-gegenseitig-Erkundens. Eine kleine Meisterleistung bei diesem Genre-Mix. "Spring" ist ein schauerlich schöner Liebesfilm.

 

"Spring – Love is a Monster" ist zurzeit bei Amazon Prime Video zu sehen.

 

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Der US-Rucksacktourist Evan lernt in einem malerischen Dorf in Apulien die hübsche Italienerin Louise kennen. Doch die italienische Schönheit hat ein dunkles Geheimnis.