Gnadenlos schön

 USA 1999

Drop Dead Gorgeous

Komödie, Krimi 97 min.
6.50
Gnadenlos schön

Der Horror ist Brünett und knapp 1,80 m.Es werden wohl kaum woanders solche gemeinen Intrigen gesponnen, wie hinter den Kulissen einer Modenschau - dass müssen die Hauptdarstellerinnen dieses Films erleben.

Der Horror ist Brünett und knapp 1,80 m."Gnadenlos schön", eine leichte, bissige Komödie über einen fiktiven Schönheitswettbewerb im ländlichen Minnesota, macht uns bekannt mit sehr, sehr undamenhaften Tugenden. Der Kampf um den ersten Platz im ehrenvollen Wettkampf bringt ungeahnte Killerinstinkte an den Tag. Auch wenn die Waffen der Frauen hier zuweilen etwas gemein sind, so bietet der augenzwinkernde Humor mit dem das Spiel um "die Schönste im ganzen Land" zubereitet wird, einen um so unterhaltsameren Genuss. Herzlich willkommen im freundlichen Minnesota, dem US-Staat, der einen Wrestle-Champion zum Governor gewählt hat. Mount Hose, ein verträumtes Provinzkleinod Minnesotas, lädt Sie ein, seinem alljährlichen Schönheitsfest beizuwohnen und die Parade seiner herausragendsten Tugenden zu genießen. Feiern Sie mit, wenn Mount Rose seine schönsten Mädchen aufmarschieren lässt und die mit dem makellosesten Teint, der hübschesten Figur und dem bezauberndsten Charme wählt. Das Fest, bei dem die Schönste und Talentierteste gekrönt werden soll, müsste eigentlich die inspirierte Solidarität unter fröhlichen Teenagern wachrufen und deren anrührende Unschuld an den Tag bringen. Eigentlich. Doch dann kommt alles ganz anders. Das Turnier der sublimen Tugenden wird zum tödlichen Gefecht um den ersten Platz. "Gnadenlos schön" ist eine wahnwitzige Satire über die Tücken und Tragödien des ewigen Wettbewerbs. Der Wettstreit wird zum bösartigen Streit, der Konkurrenzkampf zum tödlichen Kampf. Aus Spiel wird Krieg. Kein Hinterhalt ist zu abwegig, um eine Konkurrentin aus dem Rennen zu werfen, keine Waffe zu gemein. Hinter pfirsichzarter Haut brüten Mord und Totschlag, und bald wird die eine oder andere Tugend im Flammenmeer der Infamie frittiert. Zwar sind die Waffen der Frauen hier durchaus gemein, doch der augenzwinkernde Humor, mit dem das Spiel um "die Schönste im ganzen Land" zubereitet wird, macht diesen Spielfilm zu einem unterhaltsamen Genuss. Dass die Geschichte durch das Kameraauge (fiktiver) Dokumentarfilmer gesehen wird, verleiht ihr den Eindruck von Realität, der ihr gebührt. Der Schönheit krieg zwischen friedlich grasenden Kühen und freundlichen verwurstbaren Schweinen dreht sich keineswegs nur um das hübscheste Lächeln des einen oder anderen Mädchens. Hier, in diesem Märchen von der "Schönsten im ganzen Land", geht es nicht einmal wirklich um die Perfektion der Erscheinung und die Anmut des Auftretens. Die Schönste wird eine Teilnehmerin, weil sie den Wettkampf gewonnen hat. Deshalb kämpft in Mount Rose ein Clan gegen den anderen. Mütter, Tanten, Freundinnen und Freunde, alle stehen sie bei den Waffen. Die geborene Gewinnerin ist Becky Leeman (Denise Richards), eine verwöhnte, reiche Göre, und die Tochter der ehemaligen Schönheitskönigin Gladys Leeman (Kirstie Alley). Mit sicherer Hand führt die süße Becky auch als Vizepräsidentin die Geschicke des "Lutheran Sisterhood Gun Club", dem Waffenverein der lutheranischen Schwesternschaft.
Aber Becky hat noch andere Talente: Sie beherrscht auch die Meisterschaft, den Schein von jugendlicher Unberührtheit mit der offensichtlichen Betonung ihres Sex-Appeals zu vereinigen. Die Juroren sehen das sehr gerne. Auch ihre Mutter weiß, was die Entscheidungsträger mögen. Und sie tut was sie kann, um ihr kleines Mädchen gewinnen zu sehen. Zweite im Rennen ist Amber Atkins (Kirsten Dunst), ein cleveres, hübsches Kind aus dem ärmsten Teil des Ortes. Ihre Geschicklichkeit als Kosmetikerin übt sie für ein angemessenes Honorar an den Verstorbenen des Ortes aus, die im nahegelegenen Bestattungsinstitut eingeliefert werden. Mount Roses Schönheitswettbewerb betrachtet sie als Ausweg aus dem unerfreulichen Beruf, als Weg hinaus aus dem engen Städtchen und dem noch engeren, heimischen Wohnwagen, in dem ihre liebende Mutter (Ellen Barkin) den ganzen Tag Rauch ein- und ausatmet. Hier und da fügt Mutter Atkins dem Nikotinnebel auch ein paar Tropfen Alkohol hinzu. Dann gibt es da noch eine Schar von Mitstreiterinnen, die allenfalls die dritten und vierten Plätze belegen werden. Aber alle können sie etwas, was Sie nicht können: Z.B. Tierstimmen singen oder Zeichensprache tanzen. Aber die wirklich komischen Ereignisse finden hinter den Kulissen statt. Und jedes der irrsinnigen Details von "Gnadenlos schön" hat Drehbuchautorin und Produzentin Lona Williams als Schönheitswettbewerbsteilnehmerin selbst erfahren. Kaum zu glauben, wie witzig Realität sein kann.

Details

Kirstie Alley, Ellen Barkin, Kirsten Dunst, Allison Janney, Sam McMurray, Shannon Nelson,
Michael Patrick Jann
Mark Mothersbaugh
Lona Williams

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • ANSCHAUEN
    Der bissigste Film den ich seit langem gesehen habe. Ich habe selten so gelacht. Allerdings bleibt dann bald das Lachem im Hals stecken. Dann nämlich wenn man bedenkt, dass es in amerikanischen Kleinstädten wirklich so und nicht anders zugeht. Sicher waren einige Tetails für die Aussage des Films nicht notwendig (Massenkotzen, der dicke Dorftrottel) aber trotzdem ein ganz ausgezeichneter Film

  • Und jetzt ohne Hirnwichserei
    Die nordamerikanischen Provinznester sind in Wirklichkeit mit kettenrauchenden, versoffenen Geisteskranken bevölkert. Den Eindruck gewinnt man nach Ansicht des Filmes. Hier ist allerdings alles bis ins Absurde überzogen, die Dialoge sind herrlich zynisch, und es wird keine Geschmacklosigkeit ausgelassen.
    In einem Land, in dem Elfjährige vor Gericht gestellt werden. Da kommt dieser Film gerade recht. Anschauen!

  • a goodie for all nodes
    Für wahr eine überaus interessante Kreation; ein Aggregat gleichförmiger Prüderie
    eingebettet in das wohlbehütete Provinzstadtdasein gepaart mit der Maxime der
    unerträglichen Sucht nach der eigenintuitiven Schönheitsdefinition selbstverliebter
    Schulgören bäuerlichen Intellekts. Eine Gesellschaftsparodie, die man sich nicht
    entgehen lassen sollte. Für den intelligenten Betrachter ergibt sich sogar die eine
    oder andere Möglichkeit die handelnden Akteure auf bekannte Persönlichkeiten aus
    dem Alltagsleben zu reflektieren. Die (Mager-) Sucht nach Schönheitsidealen, die
    maßgeblich als Standardisierung in unser Leben eingeflossen ist und die sich bis
    zur Selbstüberflügelung und der Angst Zweiter zu sein im Profiling so mancher super-
    egozentrischer Clustermanager wiederspiegelt, kommt der Realität fast schon ein
    wenig zu nahe. Leider können wir alle nicht mehr behaupten, uns außerhalb dieses
    Gedankenkreises zu bewegen.                                                                              
    Man sollte sich ernstlich fragen, ob dieser Film nicht auch Anstoß für die Überlegung
    geben kann, wöfür wir tagtäglich zu fleißigen Eichhörnchen mutieren - in jedem Fall
    existieren keine freiwilligen Handlungen mehr, nicht einmal in Familien, wo der zwi-
    schenmenschliche Profit durchaus mit den pecuniären Gefilden der Arbeitswelt ver-
    glichen werden kann.                                                                                          
    Eine Perfidie von der ganzheitlichen Logik hin zur ganzheitlichen Schönheit oder
    der Flucht aus dem Alltagsfrust, respektive die zur Schaustellung persönlicher Werte.
    Es ist davon auszugehen, daß der Film eine Spur zur Wahrheit zeichnet, Interpreta-
    tionen werden durch die eindeutig platzierte Kammeraführung ausgeschlossen, wo-
    bei dem Betrachter allzu tiefgreifende Einblicke erspart bleiben.

  • am Anfang nicht erschrecken...
    denn der Film fängt ein bißchen "schrullig" an..... aber dann.......
    ein Lacher nach dem anderen, also viel Spaß!!