Gosford Park

 GB/USA/I 2001
Komödie, Krimi 137 min.
Gosford Park

In Robert Altmans spannungsgeladenem Drama werden die Mitglieder einer adligen Jagdgesellschaft selbst zu Gejagten.

Auf diesen Moment hat die junge Kammerzofe Mary Maceachran (Kelly MacDonald) seit langem gewartet: sie darf am Wochenende ihre Herrin Lady Constance von Trentham (Maggie Smith) zu einer feudalen Jagdgesellschaft in Gosford Park begleiten.
Sir William McCordle (Michael Gambon) und Lady Sylvia McCordle (Kristin Scott Thomas) wissen wie immer illustre Gäste um sich zu scharen. Außer Sylvias Tante, der bereits erwähnten Gräfin von Trentham und weiteren höchst angesehenen Lordschaften, sind auch der berühmte britische Stummfilm-Star Ivor Novello (Jeremy Northam) sowie der amerikanischer Filmproduzent Morris Weissman (Bob Balaban) mit von der Partie.

Wie die anderen Bediensteten der noblen Gäste, versuchen auch Henry Denton (Ryan Phillipe) und Mary sich im Gewimmel von Butlern, Kammerdienern, Köchinnen und Dienstmädchen in den zahlreichen Gesinderäumen und Fluren zurecht zu finden. Die feine Gesellschaft in der Belle Etage pflegt den kultivierten Müßiggang streng ritualisiert und nach festgefügten Mustern. Von diesem Leben hören die Bediensteten mehr, als dass sie etwas davon zu sehen bekommen. Auf Gosford Park scheint die strikte gesellschaftliche Hierarchie auch 1932 noch völlig intakt: Loyalität, Diskretion und eine betont devote Haltung sind Erwartungen, die nicht nur die Herrschaften an die Bediensteten stellen, die Bediensteten stellen diese Forderungen auch gegenüber sich selbst. Dennoch: bei den Mahlzeiten im Souterrain breiten jedoch alle, auch der Butler Jennings (Alan Bates), die Hausdame Mrs. Wilson (Helen Mirren), die Köchin Mrs. Croft (Eileen Atkins), der Lakai George (Richard E. Grant) und das erste Hausmädchen Elsie (Emily Watson) genüsslich den jeweils neuesten Tratsch über das Treiben, das Leiden und die Intrigen der Herrschaften aus.

Mary findet in Elsie eine Vertraute, die ihr einen weiteren Einblick in die ganz und gar eigenen Gesetze von Gosford Park gewährt. Als um Mitternacht ein Mord das Haus erschüttert, ist klar, dass in diesem sonderbaren Kosmos nichts so ist, wie es scheint - weder oben in den luxuriösen Salons, noch unten in den Waschküchen und Werkstätten! Der ermittelnde Inspektor Thompson (Stephen Fry) steht vor einer Wand des Schweigens. Ein Geheimnis scheint beide Welten unsichtbar miteinander zu verbinden...

"Wer ist der Mörder - und wer das nächste Opfer?" Bis zum verblüffenden Ende spannt Altmeister Altman sein Publikum höchst unterhaltsam auf die Folter. Skandale, Snobs und Spannung im England der 30er Jahre lassen die Zuschauer nicht mehr los.

Details

Michael Gambon, Kristin Scott Thomas, Maggie Smith, Kelly MacDonald, Jeremy Northam, Stephen Fry, Ryan Phillippe, u.a.
Robert Altman
Patrick Doyle
Andrew Dunn
Julian Fellows
UIP

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Mord im Schloss
    Wenn der Regisseur nicht Großmeister Robert Altman wäre, könnte man diesen Film mit Nichtbeachtung in der Vergessenheit versenken. Doch dann macht zunächst einmal das riesengroße Staraufgebot hellhörig. Andererseits hätte nur ein wirklicher Könner wie er so einen Film machen können. Eine überaus prächtige Ausstattung sorgt für die Atmo im Schloss. Eigentlich passiert fast nichts. 90% sind Small Talk, gemischt mit albernen Gehässigkeiten, blasiertem Snobismus oder arrogantem Standesdünkel. Selbst ein Mord bleibt fragwürdig und die Anwesenden schenken ihm weiter wenig Beachtung. Man ahnt ein Motiv. Es bleibt aber ziemlich vage. Ist es ein Spiegelbild der englischen Gesellschaft vor dem 2. Weltkrieg? Die unheilvolle Aufspaltung in zwei Klassen? Eine dem Untergang geweihte Aristokratie? Von alledem ein bisschen. Mit leichter Hand inszeniert wartet man darauf, dass etwas passiert. Aber je länger das Warten andauert, desto ermüdend wird es.

  • Mord im Schloss
    Wenn der Regisseur nicht Großmeister Robert Altman wäre, könnte man diesen Film mit Nichtbeachtung in der Vergessenheit versenken. Doch dann macht zunächst einmal das riesengroße Staraufgebot hellhörig. Andererseits hätte nur ein wirklicher Könner wie er so einen Film machen können. Eine überaus prächtige Ausstattung sorgt für die Atmo im Schloss. Eigentlich passiert fast nichts. 90% sind Small Talk, gemischt mit albernen Gehässigkeiten, blasiertem Snobismus oder arrogantem Standesdünkel. Selbst ein Mord bleibt fragwürdig und die Anwesenden schenken ihm weiter wenig Beachtung. Man ahnt ein Motiv. Es bleibt aber ziemlich vage. Ist es ein Spiegelbild der englischen Gesellschaft vor dem 2. Weltkrieg? Die unheilvolle Aufspaltung in zwei Klassen? Eine dem Untergang geweihte Aristokratie? Von alledem ein bisschen. Mit leichter Hand inszeniert wartet man darauf, dass etwas passiert. Aber je länger das Warten andauert, desto ermüdend wird es.

  • Supertoll
    Hat mir sehr gut gefallen.

    Vielschichtig, die einzelnen Rollen haben richtig Charakter und Vergangenheit (wenn auch nicht immer eine Zukunft :-p) und die Stimmung kommt richtig rüber.

    Wer gern (Kriminal)Bücher über die damalige Zeit liest wird siene Freude haben!

  • Zum vergessen
    Im original sollte man den film nur dann sehen wenn man ausgezeichnete Englischkenntnisse hat und auch dann tut man sich schwer, den akzent zu verstehen.
    Zur Handlung würde ich sagen, die ist seicht und die Idee dahinter wurde zuwenig herausgearbeitet. Es ist zwar interessant mal zu sehen wie die Bediensteten lebten, aber die Kernidee wird zu oberflächlich behandelt.
    Das einzig Positive daran war die Kulisse und auch die Kostüme waren sehenswert.

    Re: Zum vergessen
    Ein Meisterwerk! Eine subtile Studie über Klassenverhältnisse, aber nicht so kalt und hermetisch wie Straubs Lehrstück. Altman zeigt die lebendige Brutalität. Die Upper Class ist dünkelhaft und desinteressiert an allem ausser sich selbst, herrschsüchtig und lüstern. Aber immerhin noch mit Haltung (grossartig: Maggie Smith als Lady Constance). Noch schlimmer kommt das Kleinbürgertum (das Filmteam)weg: aufdringlich, geil, distanzlos und angeberisch. Es will mit allen ins Bett: mit der Upper Class und mit der Working Class - letzteres scheitert allerdings am Stolz und an der aufrechten Haltung der Working Class. Für eine solche Entlarvung gibt's in Hollywood keine Oscars (Grosszügigkeit ist im Wortschatz dieser Schicht nicht enthalten). Der Working Class gilt auch Altmans ganze Sympathie. Hier wird seine Charakterisierung der Figuren vielschichtig und warmherzig. Der ganze Film zeigt die Perspektive der Dienerschaft - ihren mühsamen Arbeitsalltag, abhängig von den Launen ihrer Herrschaft. Altman demontiert auch die heiligen Kühe Hollywoods: Ehe, Liebe, Familie. Die Ehe ist für die Upper Class ein Vertragsgeschäft, für die Working Class unnötiger Luxus, Sex eine Demonstration von Herrschaft und Macht an Küchenmädchen und Fabriksarbeiterinnen oder ein Zeitvertreib für gelangweilte Lady Sylvias. Liebe gibt es für Altman sowieso nur in Blicken und Andeutungen, etwa zwischen Zofe Mary und dem Butler Parks - am Ende bleibt ein inniges "Auf Wiedersehen" ohne Hoffnung und ohne jeden Kitsch, oder als Verzicht einer Mutter, deren Sohn nie von ihr erfahren wird, aber allein aufgrund ihres Verzichts seine frühen Kinderjahre überlebt
    hat.
    Überhaupt fehlt in Altmans Film der Kitsch ebensosehr wie er sonst zu jedem Hollywood Produkt dazugehört - damit wird die ganze verlogenheit der Hollywoodproduktion der letzten fünfzig Jahre schlagartig klar.
    Wenn man/frau davor, was dieser Film mit grossartigen Schauspielerinnen und einer berührenden geschichte zeigt, ganz fest die Augen zumacht, dann bleibt wohl wirklich nur mehr mit verschwommenem Blick die seichte Oberfläche von Kulisse und Kostümen zu betrachten - und das gab wohl schon anno 1932 nicht allzu viel her.

  • Ein schrecklicher Film!
    Ich bin zweisprachig aufgewachsen (Englisch als meine zweite Muttersprache) und fand die Dialoge trotz Null Verständigungsprobleme seicht, dumm und größtenteils unnötig. Eine Zeitverschwendung!

    Re: Ein schrecklicher Film!
    Wer glaubt, dass master and servant ob in den 30er'n oder später privat unterschiedliche dinge besprechen, der ist reichlich schief gewickelt.. auch der master hat seine "blasenprobleme.." und redet darüber..

    Re: Ein schrecklicher Film!
    Vielleicht wollte der große Robert Altman die Dialoge so "seicht und dumm" halten um die feine Gesellschaft im England der 30er Jahre einfach so zu zeigen wie sie war. Das ist Ihm mit den zwei Darstellungsebenen ¿ Master and Servant ¿ sehr gut gelungen. Der Film ist meiner Meinung nach schlichtweg ein Meisterwerk. Die Schauspieler (das who is who der englischen Filmszene) sind grandios. Auch die Kameraführung und die Schnitte sind genial.
    Aber gut, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten

  • gosford park - hingehen und ansehen!
    meiner meinung nach ein schwer genialer film! witzig und pointenreich, eben ob der verschiedenen handlungsebenen interessant und spannend, außerdem hervorragende schauspieler! ich werde mir den film jedenfalls noch einmal ansehen!

    zu namikwa:
    * die tatsache, dass sie das gesprochene englisch nicht verstehen, liegt NICHT am film, sondern an ihren mangelhaften englischkenntnissen, also entweder mehr englisch lernen oder in die deutsche übersetzung gehen.
    * wenn sie nicht soviel geschlafen hätten, dann hätten sie vielleicht auch mehr verstanden! :-)

    lg, nils :-)

    Re: gosford park - hingehen und ansehen!
    Da brauchen's doch nicht gleich persönlich zu werden.

    Wenn Muttertag in Deutschland mit Untertiteln läuft, braucht sich niemand genieren dass er/sie Schottisch-Englisch nicht versteht. Ich kenne native speaker die damit auch ihre Probleme haben!

    Ansonsten war der Film ABSOLUT GENIAL! Die meisten Charaktere wurden sehr gut rausgearbeitet für 137 Min und ja die Kameraführung war auch sehr gut. Sehenswert!

  • Gut, daß die Sitze im Apollo so bequem sind...
    .. so richtig einladend bei Filmen, bei denen man ruhig zwei Drittel verschlafen kann, ohne etwas Wesentliches zu versäumen. Nachdem ich 40 Minuten verzweifelt versuche, die Charaktere und die Beziehungen zwischen ihnen auseinanderzuhalten plus das für meine Ohren sehr gewöhnungsbedürftige britische Englisch zu verstehen (beides nur mit mittelprächtigem Erfolg..), ich noch immer nicht weiß, welche Intentionen der Film hat (außer den Zuseher ob der Myriade an Handlungsebenen und Darstellern immens zu verwirren), kille ich die Zeit bis zum Nachspann mit entspannenden Nickerchen und regelmäßigem Auf-die-Uhr-Schauen, schicke unisono mit den anderen Sneakern Stoßseufzer gen Himmel, hoffend, daß die Zwangsbeglückung bald vorbei ist und frage mich allen Ernstes, wie so ein Unfug nicht nur für Oscars nominiert wurde, sondern tatsächlich welche bekommen hat. Gibts eigentlich einen Oskar für das effizienteste Schlafmittel des Jahres? Der Film wäre ein heißer Anwärter dafür - gemeinsam mit "In the Bedroom". Schauspielerisch mag das Ganze ja ganz anspruchsvoll gewesen sein, plotmäßig allerdings wars eine Katastrophe (zumindest das, was ich zwischen den Schlummerpausen gesehen habe!)