Guter Serien-Stoff: 8 hochkarätige TV-Ersatzdrogen für "Game of Thrones"

Bis 2019: Warten auf das Finale von "Game of Thrones"Verleih
Bis 2019: Warten auf das Finale von "Game of Thrones"

"Game of Thrones" hat wieder Auszeit. Das Warten bis zur achten und endgültig letzten Staffel wird diesmal wohl auch länger dauern. Die Gerüchte häufen sich, dass HBO die letzten sechs Folgen der Erfolgsserie erst Anfang 2019 senden wird. Doch zum Glück ist das Serienangebot groß. Dank Streaming-Diensten sowie Vermarktung auf DVD und Blu-ray kommen nicht nur neue TV-Serien als Alternative zu "Game of Thrones" (GoT) in Frage. Das Binge Watching von abgeschlossenen oder schon länger laufenden Erfolgsserien  hat immer Hochsaison. Hier ist unsere Auswahl mit Blick auf eine mögliche Ersatzdroge für "Game of Thrones"-Fans:

Vikings

Vikings ist alles andere als ein Geheimtipp, aber eine thematisch naheliegende GoT-Alternative. Im Zentrum steht der Ansturm der Wikinger auf Europa im Frühmittelalter unter der Führung von Ragnar Lodbrok. Bisher gibt es vier Staffeln, wobei die vierte 20 anstatt der bis dahin 10 Episoden zählt. Die fünfte Staffel, in der Ragnars Söhne im Zentrum stehen, startet am 29. November 2017.

Abgesehen von mittelalterlichen Schauplatz ist Vikings hochkarätig besetzt und spannend umgesetzt. Epische Schlachten und brutale Gewalt kommen dabei ebenso wenig zu kurz wie Erotik und Mystik.

Black Sails

Das Piratenepos kombiniert historische und fiktive Ereignisse im 16. Jahrhundert zu einer spannenden Vorgeschichte des Piratenklassikers "Die Schatzinsel".

Alles dreht sich – wie sich das für einen anständigen Piratenfilm gehört – um Gold und Frauen, garniert mit jeder Menge Blut und Gewalt. Wie "Game of Thrones" beeindruckt die Serie mit exotischen Drehorten, ambitionierten Actionszenen, Detailverliebtheit  bei Kostümen und Schiffen sowie einem anspruchsvollen Plot. Allerdings sollte man schon eine gewisse Schwäche für das Piratengenre mitbringen.

Spartacus

Der Schauplatz der Serie ist – wie unschwer zu erraten – das alte Rom. In Capua wird Spartacus zum Gladiator ausgebildet und steigt zum Favoriten der Brot und Spiele liebenden Massen auf. Wohin das führt ist wohl bekannt: Die Geschichte des Sklavenaufstandes unter der Führung von Spartacus wird nicht zum ersten Mal erzählt.

Aber noch nie wurden die blutigen Gladiatorenkämpfe in der Arena so perfekt in Slow Motion und HD inszeniert. Und auch die Handlung  bietet hinterhältige Intrigen rund um Macht, Eifersucht und Sex auf hohem Niveau. Das Action-Spektakel brachte es auf drei Staffeln und ein 6-teiliges Prequel ("Spartacus: Gods of the Arena").

Banshee

Die Action-Serie erzählt die Story von Lucas Hood, Sheriff der Kleinstadt Banshee. Hood ist in Wirklichkeit ein gerade aus dem Gefängnis entlassener Meisterdieb, der die Identität des Sheriffs übernommen hat. Er sucht in der Stadt nach seiner Geliebten und der Beute aus dem letzten Coup. Die gehörte einem ukrainischen Mafiaboss, der auf Rache sinnt. Die neue Identität kommt daher gelegen. Doch auch in der Kleinstadt blüht die organisierte Kriminalität.

Wenn es um Tempo geht, ist "Banshee" so ziemlich das Gegenteil von "Game of Thrones". Von Anfang an wird das Gaspedal gedrückt. Doch die Serie bietet auch interessante, hervorragende besetzte Charaktere sowie ausgiebige Sex- und Gewaltszenen. Die eigentliche Geschichte wird am Ende der 2. Staffel abgeschlossen. In den zwei folgenden Staffeln wird der Gewaltpegel noch einmal nach oben geschraubt.

Battlestar Galactica

Die Menschheit steht einer übermächtigen Bedrohung gegenüber. In der Science-Fiction-Serie sind die letzten Menschen in einem Raumschiff-Konvoi auf der Flucht vor den Zylonen. Die von Menschen nicht mehr unterscheidbaren Maschinen haben alle 12 von Menschen besiedelten Planeten ausgelöscht und jagen nun die Überlebenden.

Nichts ist wie es scheint. Intrige und unerwartete Wendungen machen das Weltraum-Epos zu einem mystischen Erlebnis. Denn wie bei "Game auf Thrones" spielen die alten religiösen Mythen bei der Suche nach einer neuen Heimat eine entscheidende Rolle. Die Serie wurde in vier Staffeln zu einem fulminanten Abschluss geführt.

Penny Dreadful

Wem bei "Game of Thrones" die mystischen Elemente wie Zauberer und Drachen wichtig sind, dem könnte auch "Penny Dreadful" gefallen: Die Horrorserie dreht sich um die Suche nach der verschwundenen Tochter von Sir Malcolm Murray im düsteren London des 19. Jahrhunderts.

In "Penny Dreadful" (zu Deutsch: Groschenroman) tummeln sich klassische Horror- und Fantasy-Figuren wie Dorian Grey, Victor Frankenstein, Dracula, Van Helsing und natürlich das gemeine Fußvolk an Hexen, Vampiren und Werwölfen aller Art. Die Serie brachte es auf drei Staffeln.

Sons of Anarchy

Der "Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original", kurz SAMCRO, betreibt im fiktiven Städtchen Charming nahe Oakland, Kalifornien, eine Werkstatt für Autos und Motorräder. Diese dient dem Biker-Club aber nur als Tarnung für diverse kriminelle Aktivitäten wie Waffenhandel und Schutzgelderpressung.

Die Handlung rund um den Konflikt zwischen der Hauptfigur Jackson Teller und seinem Stiefvater Clay Morrow, dem Club-Präsidenten, orientiert sich lose an Hamlet – und dementsprechend gut aufbereitet sind auch die Intrigen und Clan-Kriege im Biker-Milieu. Auch die Besetzung der Haupt- und zahlreichen Nebencharaktere ist ausgezeichnet. Und natürlich bietet "Sons of Anarchy" mit sieben Staffeln ausreichend Serien-Stoff.

Deadwood

"Deadwood" ist vielleicht sogar der würdigste Ersatz für "Game of Thrones". Das Goldgräber-Epos spielt in der gesetzlosen Stadt Deadwood im US-Bundesstaat Montana. Im Zentrum stehen Seth Bullock, Sheriff wider Willen, und sein Widersacher Al Swearengen, Saloon- und Bordell-Besitzer und der Kingpin der Goldgräberstadt.

Deadwood erzählt eine Geschichte voller Gewalt, Sex und Intrigen auf höchstem Niveau. Al Swearengen ist wohl die Paraderolle von Ian McShane, aber auch die anderen Charaktere sind großartig besetzt. Die Sprache schwankt zwischen derbem Slang und gehobenem Shakespear-Englisch (auch in der deutschen Synchronisation ist das ganz gut umgesetzt). Der große Wermutstropfen ist, dass HBO das Western-Drama unvollendet ließ. 2008 wurde die Serien eingestellt und die vierte und letzte Staffel nie gedreht. Die preisgekrönte Serie ist aber dennoch jede Minute wert.

Erwin Schotzger

Kommentare