© Netflix

Serien-Tipps: Netflix
12/22/2018

Die 15 besten Serien 2018 auf Netflix

Top-Serien: Das sind unsere Serien-Lieblinge auf Netflix im gesamten Jahr 2018.

von Erwin Schotzger

Netflix hat in diesem Jahr die Produktion von eigenen Serien und Filmen kräftig angekurbelt. Rund 700 "Netflix Originale" will der Streaming-Gigant heuer seinen Abonnenten anbieten, wobei nicht alle "Originale" auch wirklich selbst oder ausschließlich von Netflix produziert wurden. So werden hierzulande auch solche Produktionen als "Originale" bezeichnet, die international exklusiv von Netflix angeboten werden, aber in den USA oder anderswo eingekauft wurden. Bei dieser Fülle an Material gibt es natürlich auch Höhen und Tiefen.

Wir haben uns 15 Netflix-Serien herausgepickt, die auf der Streaming-Plattform in diesem Jahr zu sehen waren.

 

Netflix: Die Top-Serien des Jahres 2018

 

Die besten Serien 2018 auf Netflix und 2 Enttäuschungen: Seven Seconds

15. SEVEN SECONDS, Staffel 1

Im Crime-Drama "Seven Seconds" von von "The Killing"-Schöpferin Veena Sud ist nichts einfach nur schwarz oder einfach nur weiß. Vor allem die Wahrheit nicht. Die besteht immer aus vielen Grautönen. Schwarz ist allerdings der Junge, den der weiße Polizist Pete Jablonski (Beau Knapp) bei einer hektischen Fahrt zu seiner Frau in die Entbindungsstation überfährt. Sofort ruft er seine Kollegen an den Unfallort. Doch diese fürchten die rassistischen Unterstellungen, die der Unfall für die Polizei zur Folge haben könnte. Die Kollegen überreden Pete daher den Unfall zu vertuschen und vom Unfallort zu fliehen. Das löst eine Folge von fatalen Verstrickungen aus. Aus dem Unfall wird ein Verbrechen.

 

Die besten Serien 2018 auf Netflix und 2 Enttäschungen: Lovesick

14. LOVESICK, Staffel 3

In der ersten Staffel von "Lovesick" (damals noch beim britischen Sender Channel 4 unter dem Titel "Scrotal Recall") bekam Dylan (Johnny Flynn) die Diagnose "Chlamydien", eine durch Sex übertragene Infektionskrankheit. In der dritten Staffel ist er endlich damit durch seine verflossenen Sexpartnerinnen zu kontaktieren – in alphabetischer Reihenfolge. Auf seiner Odyssee der Liebe wurde er immer wieder mit vergangenen Beziehungen (und ihrem Scheitern) konfrontiert. Autor und Serienschöpfer Tom Edge schafft es auch diesmal wieder rund um diese einfache Idee (und seine Hauptdarsteller) eine charmante Untersuchung des Forschungsobjektes "Liebe" zu inszenieren: Gibt es die wahre Liebe? Macht Liebe immer glücklich? Währt sie ewig oder ist sie nur zeitlich begrenzt? Ist in Sachen Liebe das Timing entscheidend?

 

13. THE CHILLING ADVENTURES OF SABRINA, Staffel 1

Die Hexen-Serie kommt von den Machern von "Riverdale" und ist auch vom Stil her ziemlich ähnlich: In einem visuell ansprechendem Neo-Noir-Stil setzt die Mystery-Serie auf Horror statt Crime, hat aber dafür mehr Sarkasmus und Humor zu bieten. Mit der bekannten 90s-Teenie-Serie "Sabrina – Total verhext", die auf derselben Comic-Vorlage basiert, hat die neue Sabrina rein gar nichts zu tun. Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil. Zumindest sticht "The Chilling Adventures of Sabrina" mit Potenzial aus all den durchgestylten Machwerken von Greg Berlanti wie "Riverdale", "Arrow" und demnächst auch "Titans" ein wenig heraus. Netflix hat von Anfang an zwei Staffeln bestellt und die Serie schon jetzt bis zur vierten Staffel verlängert. Ob dieses Vertrauen gerechtfertigt ist, wird sich zeigen. 

 

Netflix stellt "Daredevil" ein

12. DAREDEVIL, Staffel 3

Die dritte (und leider auch letzte) Staffel von "Daredevil" hat gegenüber den anderen, eher schwächelnden Marvel-Serien (mit Ausnahme der ersten Staffel von "Jessica Jones") einen Riesenvorteil: Wilson Fisk als zentralen Schurken, gespielt von einem großartigen Vincent D'Onofrio. Seine Story und die Einführung von Bullseye als neuen Schurken sind diesmal die Highlights. Damit gelingt der Superhelden-Serie zumindest ein würdiger Abschied. Einen solchen würden wir nach einer enttäuschenden zweiten Staffel auch "Jessica Jones" wünschen.

 

11. BODYGUARD, Staffel 1

Die nervenzerfetzende Crime-Story aus Großbritannien dreht sich um den Kriegsveteranen David Budd, gespielt von "Game of Thrones"-Star Richard Madden: Nach seinem Kriegsdienst in Afghanistan arbeitet Budd für eine Spezialeinheit der Londoner Polizei, die für den Personenschutz hochrangiger Politiker zuständig ist. Dort wird er der Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes) zugewiesen, die bei so ziemlich jeder Angelegenheit (insbesondere Afghanistan) gegensätzlicher Ansicht ist als Budd. Das stellt nicht nur seine Professionalität auf eine harte Probe, denn wie sich herausstellt leidet der hochkompetente Sicherheitsexperte an einem Posttraumatischen Stresssyndrom. Autor der Serie ist Jed Mercurio, bekannt für "Line of Duty". Binge-Watching-Alarmstufe Rot!

 

10. TRAVELERS, Staffel 3

Im Mittelpunkt der Zeitreise-Serie steht das Team von "Traveler 3468", gespielt von Eric MacCormack (Will aus "Will & Grace"), der den Körper des FBI-Agenten Grant MacLaren übernommen hat. Die "Travelers" kommen aus einer fernen Zukunft, in der die Menschheit durch verschiedene Katastrophen dezimiert wurde. Mit einer Technologie, die es ermöglicht das Bewusstsein eines Menschen in der Zeit zurück zu schicken, sollen die katastrophalen Entwicklungen korrigiert oder verhindert werden. Diese fantastische Mission bleibt auch in der dritten Staffel spannend.

 

Die 20 Top-Serien des Jahres 2018 und 5 Flops

9. ON MY BLOCK, Staffel 1

Im Mittelpunkt des Coming-of-Age-Dramas "On My Block" stehen die fünf Freunde Monse (Sierra Capri), Cesar (Diego Tinoco), Jamal (Brett Gray), Ruby (Jason Genao) und Olivia (Ronni Hawk) und die Mühen ihres Alltages in South Central Los Angeles. Den Serienschöpfern Lauren Iungerich ("Awkward – Mein sogenanntes Leben") sowie Eddie Gonzalez und Jeremy Haft ("All Eyez On Me") gelingt hier eine kluge Gratwanderung zwischen lustiger Teenie-Komödie und bewegendem urbanem Sozialdrama. Nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Besetzung funktioniert die Serie gut als eine moderne, authentische und multikulturelle Antwort auf klassische Jugendserien.

 

Die 20 Top-Serien des Jahres 2018 und 5 Flops

8. BETTER CALL SAUL, Staffel 4

Die Entwicklung von Jimmy McGill zu Saul Goodman schreitet wie gewohnt voran, einmal lustig und dann wieder tragisch-traurig. Diese Wandlung ist auch in der vierten Staffel des "Breaking Bad"-Spin-Offs noch immer faszinierend anzuschauen.

 

Die 20 Top-Serien des Jahres 2018 und 5 Flops

7. SANTA CLARITA DIET, Staffel 2

"Santa Clarita Diet" ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Drew Barrymore als Zombie-Mama in der Vorstadt. Nicht noch eine Zombie-Serie, werden viele sagen. Aber Sheila Hammond ist ein untypischer Zombie: Durch einen Virus entwickelt sie einen unersättlichen Heißhunger auf Menschenfleisch, bleibt aber ansonsten ganz und gar menschlich. Papa Joel (Timothy Olyphant) und die Teenage-Tochter Abby (Liv Hewson) versuchen sich den besonderen Ernährungsbedürfnissen von Sheila anzupassen. Eine Familie hält schließlich zusammen. Das macht die Serie zu einer sehr unappetitlichen, oft Ekel erregenden Sache. Es wird gefurzt, gerülpst und massenweise gekotzt. Die Plots sind oft absurd, manchmal banal, aber meistens recht unterhaltsam. Ekel und Fäulnis sind hier eine Metapher für die Monotonie der Vorstadt. "Santa Clarita Diet" ist daher letztendlich eher eine blutig überzeichnete und ziemlich unappetitliche Comedy-Version von "Desperate Housewives" als eine Zombie-Serie wie "The Walking Dead" oder "Z Nation".

 

Die 20 Top-Serien des Jahres 2018 und 5 Flops

6. MANIAC, Staffel 1

Oberflächlich betrachtet geht es bei "Maniac" um Menschen, die an einer pharmazeutischen Studie teilnehmen, bei denen den Probanden – darunter die beiden Hauptdarsteller Emma Stone und Jonah Hill – versprochen wird, ihre Probleme medikamentös zu lösen. Näher betrachtet ist der weitgehend intuitive (oft an einen Drogentrip oder Alptraum erinnernde) Plot nur schwer nachvollziehbar und verwirrend, aber deshalb nicht weniger faszinierend. Jedenfalls ist die visuelle Ausstattung beeindruckend, doch die Serie ist schwer verdauliche Kost und nicht jedermanns Sache: Die einen sprechen von einem Meisterwerk, die anderen von gähnender Langeweile.

 

Die 20 Top-Serien des Jahres 2018 und 5 Flops

5. LOST IN SPACE, Staffel 1

Netflix hat aus dem verstaubten Sci-Fi-Klassiker aus den 60er-Jahren eine nervenzerfetzende Action-Serie gemacht. Bei der Action wird sogar fast zu viel Gas gegeben: Eine Katastrophe jagt die andere, der leidgeprüften Familie Robinson und dem Zuseher wird kaum eine Atempause gegönnt. Aber dank visueller Modernisierung auf bestem Sci-Fi-Niveau und smarter Anpassung der Charaktere, inklusive geänderte Familiendynamik und vielschichtige Schurkin, ist "Lost in Space" eine gelungenen Serien-Adaption und eine spannende Abenteuerserie für die ganze Familie.

 

Die 20 Top-Serien des Jahres 2018 und 5 Flops

4. SPUK IN HILLHOUSE, Staffel 1

Gelungene Kombination aus Familiendrama und Horror-Schocker: Im Mittelpunkt der Geschichte stehen fünf Geschwister, die in der wohl berühmtesten Geistervilla des Landes aufgewachsen sind. Der Selbstmord ihrer jüngsten Schwester führt sie alle wieder zusammen und zwingt die Geschwister dazu, sich den Gespenstern ihrer Vergangenheit zu stellen. Und nicht alle stellen sich als bloße Hirngespinste heraus. Sehr gruselig!

 

Die besten Serien 2018 auf Netflix und 2 Enttäschungen: GLOW

3. GLOW, Staffel 2

Schon im Vorjahr hat Frauen-Wrestling in den 80er-Jahren für eine auffällig bunte Serien-Überraschung gesorgt. Und dank der hervorragenden Besetzung und Charakterentwicklung sowie der bewegenden Plots bleibt dies auch in der zweiten Staffel von GLOW so. Staffel zwei ist sogar noch einen Tick besser. Das TV-Drama offenbart die rassistischen und sexistischen Stereotype, die in den 80er-Jahren gang und gäbe waren. Gleichzeitig wird dadurch aber auch die aktuelle Problematik rund um sexuelle Belästigung im Show-Geschäft zur Schau gestellt. Mit Charme und Humor machen die Gorgeous Ladies of Wrestling (GLOW) deutlich, warum immer noch vorhandene Chauvinismen auch heute nicht mehr akzeptabel sind.

 

Die besten Serien 2018 auf Netflix und 2 Enttäschungen: The End of the F***ing World

2. THE END OF THE F***ING WORLD, Staffel 1

Der demnächst 18-jährige James (Alex Lawther) und die 17-jährige Alyssa (Jessica Barden) begeben sich in diesem gelungenen Coming-of-Age-Drama auf einen abenteuerlichen Roadtrip: Der introvertierte James tötet gerne Tiere, würde aber gerne einmal etwas Größeres töten. Da bietet sich die extrovertierte Alyssa geradezu an, die gerne durch ihre sexuelle Offenheit schockiert. Serien-Schöpfer und Regisseur Jonathan Entwistle nimmt einige popkulturelle Anleihen bei Kultfilmen wie "Natural Born Killers", versteht es dann aber sehr gut mit gängigen Klischees zu spielen und zu brechen. Das macht den Roadtrip auch für die Zuschauer zu einem spannenden und bewegenden Abenteuer. Kürzlich hat Netflix die zweite Staffel in Auftrag gegeben.

 

Die 20 Top-Serien des Jahres 2018 und 5 Flops

1. ALTERED CARBON, Staffel 1

Bei "Altered Carbon" hat Netflix geklotzt und nicht gekleckert. Die Science-Fiction-Serie hat alles, was ein TV-Hit braucht, seit "Game of Thrones" die Latte deutlich höher gelegt hat. Oberflächlich betrachtet sind das vor allem drei Zutaten: Sex, Gewalt und Intrige. Doch in "Altered Carbon" stehen Gewalt und nackte Körper (und ihre Entwertung) im Mittelpunkt der Story: Körper, Geschlecht, Sex und Gewalt sind hier tatsächlich auch Teil der Geschichte, bei der es darum geht, was denn eigentlich unsere Menschlichkeit ausmacht. Darüber hinaus wird rund um den Elite-Soldaten Takeshi Kovac (Joel Kinnaman) eine spannende Hard-Boiled-Detective-Story in atemberaubender Cyberpunk-Atmosphäre inszeniert. Das macht die abgeschlossene erste Staffel von "Altered Carbon" zum Serien-Pendant von "Blade Runner" und zu einer der besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten.