Hoheit tanzt Walzer

1935

Romanze

Ein Wiener Film wie aus dem Lehrbuch - und noch nicht entstellt durch die Endlosrekapitulationen der 50er-Jahre.

Min.103

Der junge Musiker und Komponist Josef lebt bei Beethovens Notenkopisten in Grinzing; abends spielt er im Prater zum Tanz auf, oft seine eigenen Melodien, um deren weitere Verbreitung er sich allerdings nicht groß bemüht, sinds doch fast alles Walzer, ein in Besserer Gesellschaft wenig angesehener, weil doch zu schwitziger Tanz. Als sich eines Abends eine quirlige Prinzessin - frisch aus dem Damenstift - inkognito unters Prater-Volk mischt und in den feschen Kapellmeister Josef verliebt, beginnt ein ganzes kulturelles Wertesystem zu bröckeln ...

Ein überraschend dralles Stück (Exil-) Wien-Kino: Neufeld inszenierte in den Barrandov- Studios einen für sein Schaffen recht untypischen Exzess von Schauwerten, wo sich die Massen beim Heurigen drängeln oder der Kran mal eben eine kerzengrad-vertikale Fahrt des schieren Spektakels einer aufwendigen Bewegung halber macht - das alles, aber, im Rahmen eines relativ straff gebauten Drehbuchs, das keinen Raum lässt für jene Art von Ausgelassenheiten und Schlenker, Dehnungen wie Verknappungen, aus denen Neufeld sonst sein künstlerisches Kapital schlägt. (om)

(Text: Filmarchiv Austria)

  • Schauspieler:Hans Jaray, Irene Ágay, André Mattoni, Hans Homma, Anna Kallina, Maria Balzerkiewicz

  • Regie:Max Neufeld

  • Kamera:Willy Goldberger

  • Autor:Max Neufeld

  • Musik:Leo Ascher

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