Inland Empire

 USA 2006
Drama, Independent, Thriller 01.06.2007 172 min.
7.00
Inland Empire

Der experimentelle, psychologische Thriller verknüpft in nicht-linearer Erzählweise raffiniert eine Vielzahl von Handlungssträngen miteinander.

Nikki Grace (LAURA DERN), eine ehemals gefeierte Schauspielerin, wird für die Hauptrolle im neuen Film von Regisseur Kingsley Stewart (JEREMY IRONS) engagiert. Kurz vor Beginn der Dreharbeiten erfahren sie und ihr Co-Star Devon Berk (JUSTIN THEROUX), dass der Film ein Remake ist: Er wurde vor einigen Jahren schon einmal gedreht, allerdings nie fertiggestellt, weil die beiden Hauptdarsteller vor Beendigung der Dreharbeiten zu Tode kamen. Immer mehr Rätsel umgeben Nikki, während sie in die Rolle von Susan Blue schlüpft und Fiktion und Realität, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander zu verschmelzen beginnen.

Details

Laura Dern, Jeremy Irons, Justin Theroux, Harry Dean Stanton, Julia Ormond, Diane Ladd u.a.
David Lynch
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User Kritiken

  • Emanzipation von Ängsten
    David Lynchs Inland Empire, ein Sammelsorium alter Ängste und die Überwindung.
    Wie schon in Lost Highway, baut David Lynch ein düsteres Bild um seine Hauptpersonen auf, eine Mischung aus Traum und Wirklichkeit, Komplexen und Ängsten. Doch anders als bei seinen vorrangegangenen Werken können die Hauptpersonen, diesesmal ihre Ängste überwinden, und macht sich frei davon. Ein unheimlich interessantes Verwirrspiel und ein Treffen zwischen Schein und tatsächlich Sein, auch eine Kritik an Hollywood und ihren falschen Vorstellungen vom Leben.
    David Lych ein Meister seines Fachs und nicht zuletzt bewuderungswürdig, da er es schafft auch durch seine Stilmittel unheimlich ironische Effekte zu erzielen, man nehme nur einmal die Videokammera.
    Unbdingt anschauen und sich auch selbst durchquälen, denn dieser Film kann jeden einzelnen unheimlich viel bringen.

  • Re:Wird ja auch lanxam Zeit
    - keine Hollywood Unterhaltung. Kino als Kunst, also wir es hier wieder Kritik hageln, die genauso treffen ist, wie wenn ein McDonalds-Fan zum Plachutta geht und sich nachher aufregt, dass er nicht da bekommen hat, was er erwartet hat...

    Vorweg: Ich bin kein "Lynch-Fan". Mit vielen seiner Filme kann ich nichts anfangen un möchte sie auch kein weiteres Mal mehr sehen - an erster Stelle dieser Liste "Wild at Heart" oder "Twin Peaks".
    Andererseits bin ich überzeugt, dass David Lynch mit Mulholland Drive einer der wertvollsten Filme amerikanischer Fimgeschichte gelungen ist; ein Film, der mich außerdem tage- und wochenlang beschäftigte.

    Zum Fim selber: Unmittelbar nach der ersten Betrachtung von "Inland Empire" bin ich selbst über den Wert dieses Films nicht im Reinen mit mir.
    Verfolgt man die bisher erschienenen Filmkritiken stößt man allerorts auf Ratlosigkeit, die Angst davor das eigene Unverständnis zu zeigen, keinerlei Anhaltspunkte - Inland Empire ist tatsächlich weit undurchschaubarer als Molholland Drive oder Lost Highway.
    Undurchschauberkeit ist aber weder ein Argument gegen die Qualität eines Kunstwerks noch für sie und darf ebensowenig generell als Grund für die Immunisierung gegen alle Kritik genommen werden.
    Was bedeutet Undurchschaubarkeit in Hinsicht auf Lynchs Inland Empire - dass sich der Film nicht in eine lineare Erzählung zurückzuübersetzen lässt, wie in so vielen "Rätselrate-Filmen" der letzten 10 Jahre?
    In dem Fall wäre es ja ein recht wertloses Spiel, denn eine lineare Geschichte einfach zu zerstücklen und nichtlinear zu montieren ist ja bloße (d.h. verzichtbare) Manier.

    Der Film ist lange, aber nicht zu lange. Lynch nimmt sich zeit und das ist in unserer hektischen Welt viel wert. Zumindest mal kein Film, der in 90 Minuten mindestens alle 5 Minuten einen Scherz, eine Liebesszene, geile Titten, Waschbrettbauch, Schlägerei, Verfolgungsjagd, Schießerei oder bombastische digitale Animationen bieten muss, damit das Publikum nicht sofort in quälende Langeweile verfällt.

    Die unmittelbarste subjektive Empfindung nach der Vorstellung war: Naja, nochmals Mulholland Drive, um einige Ebenen komplexer, unerklärlicher Weise trotz zahlreicherer "Schock-Effekte" weniger beunruhigend, die DVD-Manier verzichtbar, da die Bilder dadurch "privater" werden und im Kino nicht so mächtig erschlagend wirken - weniger traumhaft als in den bisherigen Lynch Werken.

    In diesem Sinne etwas Enttäuschung, aber vielleicht habe ich das Bahnbrechnde der Digitalkamera-Revolution einfach noch nicht so begriffen wie Lynch.

    Andererseits doch ein "Genuß": Wieder diese Empfindung "etwas" gesehen zu haben, "erfüllte Zeit", nicht dümmliche Geschichten, eine Abfolge, die Qualitäten von Lyrik oder Musik hat, nicht eine Geschichte, wie sie in Büchern steht (wo das buchstäbliche Erzählen von Geschichten auch seinen eigentlichsten Platz hat und eben nicht auf der Leinwand, genausowenig wie in einem Konzertsaal).

    Und bei allem "noch-nicht-Durchschauthaben" das starke Gefühl, dass sehr wohl eine Logik in der ganzen Abfolge steckt, die Ebenen zusammen sehr wohl einen Sinn ergeben, ähnlich dem Sinn eines Traumes - wie wenn man z.B. an einen Ort kommt, an dem einem etwas sehr Bedeutendes zugestoßen ist, man mehrere Nächte davon geträumt hat und dann wieder an diesen Ort kommt und einen all die Assoziationen vergangener Begegnungen (die bei wachem und träumendem Bewusstsein sattgefunden haben) erfüllen.

    Und dann wieder - wie nach Mulholland Drive oder Lost Highway - die Stunden des Rätselratens, Aufarbeitens, all die Szenen und Bilder nochmals passieren lassen.

    D.h.: ganz ohne Wertung: wer gern denkt -> für den ein Muss, wer gern Top 10 Filme sieht (siehe Liste rechts), der soll sich nicht quälen und dann ärgern.

    Re:Wird ja auch lanxam Zeit
    hin und wieder solltest schon nachhause gehen, essen, duschen, schlafen oder was man sonst so tut :-)

    bis Juni hast ja noch ein bissi zeit...