Die große Illusion

 F 1937

La grande illusion

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 114 min.
8.20
film.at poster

Für viele der bedeutendste Film Jean Renoirs, der sich von seinen eigenen Kriegserfahrungen dazu inspirieren ließ.

Das humanistische Ideal, wonach grenzüberschreitende und völkerverbindende Freundschaft über politische Räson siegen könnte, muss im Endeffekt als »große Illusion« scheitern. Für Renoir bot der Film die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit einem Künstler, den er selbst als einen seiner Lehrmeister bezeichnete: »Stroheim hat mich viele Dinge gelehrt. Die wichtigste seiner Lehren ist vielleicht die, daß die Wirklichkeit nur dann einen Wert hat, wenn sie umgesetzt wird. Anders gesagt, ein Künstler existiert erst dann, wenn es ihm gelingt, seine eigene kleine Welt zu erschaffen. Die Personen von Stroheim, von Chaplin oder von Griffith entfalten sich nicht in Paris oder Wien, in Monte Carlo oder in Atlanta. Sondern in der Welt von Stroheim, von Chaplin und von Griffith. Später hatte ich die Ehre, Stroheim in meinem Film zur Verfügung zu haben ...« (zit. nach Maurice Bessy, Erich von Stroheim, München 1985)

Details

Jean Gabin, Erich von Stroheim, Dita Parlo, Pierre Fresnay, Marcel Dalio
Jean Renoir
Joseph Kosma
Christian Matras
Jean Renoir, Charles Spaak

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Seifenblasen
    Dieser Klassiker von Jean Renoir ist nicht nur ein Anti-Kriegsfilm, sondern er betont den menschlichen Umgang auf dem Schlachtfeld. Dabei geht das Drehbuch bis an den Rand der Groteske, wenn man sich völlig unkriegerisch für das Erschießen eines Feindes auf der Flucht entschuldigt. Doch hier mag der Zweck die Mittel heiligen. In Frankreich und Deutschland wurde der Film zensiert oder gleich ganz verboten. Verständigung mit dem Erzfeind war in den 30er Jahren nicht erwünscht.
    Das Kriegsgefangenenlager ähnelt fast einem Sanatorium. Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Franzosen werden betont, Späßchen und kleine Frotzeleien sind an der Tagesordnung, es gilt das Ehrenwort eines Offiziers, Soldaten jüdischen Glaubens werden als freigiebig dargestellt und das baldige Kriegende (siehe Titel!) wird wohl auch das Ende der Aristokratie mit sich bringen.
    Im dritten Kapitel landen die zwei entflohenen Kriegsgefangenen Jean Gabin und Marcel Dalio auf dem Hof der deutschen Kriegerwitwe Elsa (Dita Parlo). Hier werden sprachliche Barrieren ab und emotionale Bindungen aufgebaut. Dann entkommen beide Franzosen in die Freiheit: die Schweiz! (sic!)
    Was für ein Ende!? Der Film beschreibt mehrere Illusionen: das nahe Ende des Krieges, das faire Verhalten im Umgang mit dem Gegner, der erholsame Aufenthalt im Lager, vielleicht sogar das wachsende Verständnis der Völker?! Letztlich geht es um Toleranz und Offenheit und gegen Nationalismus und Militarismus. Immer wieder gut.