Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

 F 2003

Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran

Drama, Literaturverfilmung 25.03.2004 94 min.
7.50
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Monsieur Ibrahims führt den jungen Moses in die Geheimnisse des Lebens ein.

Monsieur Ibrahims Geschäft in der Rue Bleue hat quasi Tag und Nacht geöffnet. Schließlich ist Monsieur Ibrahim Araber, und wie er selber sagt, bedeutet das in seiner Branche weniger die Bezeichnung der Herkunft als vielmehr: "Nachts und auch am Sonntag geöffnet." Für den jungen Moses ist der Laden denn auch tägliche Anlaufstelle. Nirgendwo lassen sich Konservendosen besser klauen als in Monsieur Ibrahims voll gestopftem Reich. Die wenigen Sätze, die die beiden anfangs miteinander wechseln, wachsen sich bald zu tiefsinnigen Gesprächen aus, denn Monsieur Ibrahim erweist sich als Kenner des Lebens. Er ist so ganz anders als Moses depressiver Vater, der von der Vergangenheit heimgesucht wird, sich dem Leben verschliesst und in Büchern vergräbt. "Jude sein", so sagt er eines Tages zu Moses, "bedeutet einfach, Erinnerungen zu haben. Schlechte Erinnerungen."

Monsieur Ibrahim aber lebt in der Gegenwart, und er kennt das Geheimnis des Glücks. Mit Hilfe seiner Weisheiten, die er dem Leben und dem Koran entnimmt, eröffnet er dem jungen Moses eine neue Welt. Er steht ihm bei, wenn es um die ersten Liebeserfahrungen geht, er verrät ihm, wie man Brigitte Bardot eine Wasserflasche für 40 Francs verkauft, und er sensibilisiert den Jungen für die berühmten "Freuden des Alltags". So wie Moses profitiert auch der Zuschauer von Monsieur Ibrahims charmanten Weisheiten. So etwa, wenn er das Geheimnis des Lächelns offenbart, das nicht, wie Moses meint "nur etwas für glückliche Leute ist", sondern, wie Monsieur Ibrahim lehrt, erst "glücklich macht". Woran man eine reiche Gegend erkennt, wie man einer Frau Komplimente macht, oder warum man nur das behalten kann, was man verschenkt, erklärt der weise Araber auf liebevolle Weise.

"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" ist ein Film über die wesentlichen Erfahrungen, die einem das Leben beschert. Über Freundschaft und Liebe genauso wie über Abschied und Verlust. Und nicht zuletzt geht es um das Ziel, das allen Religionen gemeinsam ist: Glück - für sich und andere.

Details

Omar Sharif, Pierre Boulanger, Gilbert Melki, Isabelle Renauld, Lola Naymark, Isabelle Adjani, Jeremy Sitbon, Eric Carav
Francois Dupeyron
Valerie Lindon
Remy Chevrin
Francois Dupeyron, Eric-Emmanuel Schmitt
Einhorn Filmverleih

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ende einer Reise
    Der Film lebt von der Atmosphäre eines Pariser Viertels und dem sanften Charme des Omar Sharif. Mehr noch: nicht zu vergessen der Appell an Toleranz und Menschlichkeit und die Tatsache, dass der Koran hier für allgemeine Lebensweisheiten steht und eigentlich eine Anweisung zum Glücklichsein darstellt. Da stehen Sätze wie in Stein gemeißelt: ’die Langsamkeit ist das Geheimnis des Glücks’ neben der ’Mülltonnenphilosophie’. Wir erfahren von Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Moslems bei dieser Ersatzvater-Sohn Beziehung, die von leicht märchenhaften Zügen geprägt ist. Interessant ist auch die Evolution: Stein͛4;Pflanze→Tier→Mensch. Der junge Moses genannt Momo (Pierre Boulanger) macht erste Liebeserfahrungen mit Nutten und einer Nachbarstochter (Lola-Perlenstickerin-Naymark). Musikbeispiele aus den 60er Jahren (Perez Prado, Sunny) unterstützen die Atmo der Zeit, ebenso wie die Bilder die anfangs überwiegend in braun und grün gehalten sind. Erst mit dem Verschwinden des Vaters (Gilbert Melki) wird die Wohnung weiß gestrichen. Kenner nehmen die Hommage an die Löwenmähne der Bardot schmunzelnd zur Kenntnis wie auch den Kurzauftritt der Adjani. Die Reise am Ende in die Heimat von Monsieur Ibrahim ist eine zu seinen Wurzeln. Hier leben Orthodoxe neben Katholiken und Moslems. Das einzige, was sie unterscheidet, ist der dort jeweils vorherrschende Geruch. Und so stirbt der Alte auch nicht am Ende, sondern er geht in die Ewigkeit und Momo steht in seinem Laden.
    Angenehmer Emotionstrip.

  • Schlaf kindlein Schlaf - Teil
    Irgendwie dachte ich mir am Anfang bevor ich ins Kino ging, der Film würde spannend werden, interessant und gut, weil eben Omar Sharif mitspielt, aber leider muß ich gleich zu Beginn des Berichtes sagen, das mir der Film nicht gefallen hat. Ich finde ihn etwas langweilig, zwar anspruchsvoll, teilweise eine wirklich grausame Geschichte, überhaupt als der Vater den Sohn verließ und in den Freitod ging, als er von einer Brücke in Marseille stürzte, aber das spielte sich eher mehr in den Köpfen der Leute ab.

    Die Geschichte ist ja nicht übel. In Paris in einer gewissen Rue Bleue lebt der 12 Jährige Junge, MOSES. Er lebt alleine in der Wohnung mit seinem Vater der nicht unbedingt ein liebender Vater ist, da er sich wenig um den Jungen kümmert. Obwohl MOSES fast alles machen kann, und so eine Art Allroundgenie ist.

    Er geht zur Schule, macht den Haushalt, wäscht und bügelt, kocht und reinigt die Wohnung und nebenbei kümmert er sich ganz deftig um die Gefühlswelt seiner Fortpflanzungsorgane, da er keine Freundin hat, und für den Fall seiner ersten Bekanntschaft mit dem schwachen Geschlecht unbedingt gewappnet sein möchte.

    Er sieht wenig TV, bis auf seine Lieblingssendung, Salut les copains. Er liebt die Rock´n Roll Gesänge, die allerdings in dem Film nicht so gut waren. Es war nämlich gerade diese Welle von Rock´n Roll die eher nicht gut klang, und auch nicht besonders Ohrwurmmässig ist. Leider.

    MOSES hatte früher einmal eine Mutter, die ist aber verschwunden und hat Vater und Sohn alleine gelassen. Unter seinem Fenster, in der Nähe ist der Straßenstrich, wo er schon oft sein Glück versucht hat, aber nie hat sich eine ihm erbarmt und sich von ihm vögeln lassen obwohl die 30 Francs nicht viel sind, aber für MOSES und den hart arbeitenden Vater viel zu viel.

    Der Bruder ist auch verschwunden, er hat wohl den Vater nicht ausgehalten, der seit dem immer zu von ihm und seiner Intelligenz schwärmt, dabei aber vergisst das MOSES auch sein Kind ist. Nie gibt es ein Lob oder eine Anerkennung, ständig ist er müde von seiner Arbeit, und bis am Ende des Filmes habe ich nicht in Erfahrung bringen können, auch als ich meine Freundin sekkierte und Ihr ein paar Nasenhaare auszupfen wollte, freundlich wie ich bin, was der Vater von MOSES eigentlich arbeitet.

    Videotheken oder Kinos gab es wenige, dafür ein Geschäft, einen so genannten Araber wie ihn viele nennen. Monsieur IBRAHIM (Omar Sharif) der Montag ¿ Sonntags von 8-24 Uhr ein Geschäft führt, wo man so ziemlich alles bekommt was man braucht. Er hat einen Stoppelbart und scheint die Gedanken von MOSES lesen zu können, da er oft weiß was er denkt, und was er für einen Schritt demnächst plant.

    MOSES kauft dort sämtliche Sachen ein, und hin und wieder stiehlt er auch was, was IBRAHIM irgendwie weiß, aber er sagt nichts.

    Mich hat das sehr gewundert, denn IBRAHIIM der an den Koran glaubt, ein Sufi ist vom Glauben her, meint er kann ein bißchen stehlen und lügen, das hat meiner Meinung nicht so ganz ins das Bild dieses netten Mannes gepasst. Obwohl er wieder anders herum gut gepasst hat, da er sich nach einiger Zeit rührend um den Jungen gekümmert hat, der im Laufe der Zeit die ganzen Bücher verkauft hat, die sein so intelligenter Bruder verschlungen hat, um mit dem Geld seine Leidenschaft mit den Huren zu frönen.

    In der Zwischenzeit hat MOSES eine Liebesenttäuschung hinter sich, IBRAHIM nennt ihn immer MOMO, und der Vater hat bei seinem Verschwinden ein bißchen Geld hinterlassen und eine Liste der Leute die sich um MOSES kümmern können was der aber nicht nutzt.

    Als damals Omar Sharif als Sherif Ali in einem der besten Filme aller Zeiten, ¿Lawrence von Arabien¿ berühmt wurde, war er ein richtiger charmanter guter Schauspieler, heute ist der 72 Jährige, der 1932 geboren ist, etwas dick, schwerfällig, und sieht aus als spiele er nur noch damit er Geld verdienen musst, weil er eben keines hat.

    Der Film basiert auf einer Geschichte von Eric-Emmanuel Schmitt die von der Vers

    Re:Schlaf kindlein Schlaf - Teil
    Mannnn!
    Deine Kommentare sind eine echte Herausforderung an Toleranz und Verständnis.
    Da könnte man fast zum Film-Faschisten werden.
    Oder man vergleicht sie mit dem berühmten Kropf.
    Ich sage dir K.V.

    Re:Schlaf kindlein Schlaf - Teil
    Der Film basiert auf einer Geschichte von Eric-Emmanuel Schmitt die von der Versöhnung zwischen Juden und Moslems handelt.

    Angeblich ist das Buch gar nicht so schlecht und soll sich gut lesen, und es wird von dem Schmitt Typen noch ein Buch verfilmt, nächstes Jahr, Enigma heißt es. Obwohl aber Sharif sehr gut in dem Film spielt, abgesehen davon das ich den Film stinklangweilig fand, und der Junge Moses ein wirklich guter und begnadeter Schauspieler sein dürfte, so jung und unverbraucht, so richtig einfach und Laienhaft, aber wirklich sehr gut, alleine schon wie er schaut, wie er sich bewegt, wie er in seiner Rolle aufgeht, und auch alle anderen, fand ich den Film einfach nur furchtbar langweilig, und kann ihm eigentlich keine gute Wertung geben.

    Die Musik in dem Film fand ich nicht gut, keine bekannten Ohrwürmer, keine so gute Musik wie man sie von den Oldies gewohnt ist, einfach nur irgendeine Musik die niemand kennt. Hauptsache Rock´n Roll.
    Was ich auch nicht verstand, das ein 12 Jähriger Junge als 16 Jähriger durchgehen kann, und Huren flachlegen kann, obwohl diese nur mit 16 Jährigen schlafen, alles darunter wäre ja Kinderschändung.

    Über Schmitt kann ich sagen das er am 28.3.1960 in St.-Foy-les-Lyon geboren ist, er hat Klavier studiert, in Lyon und Philosophie hat er in Paris studiert .Er hat eine Dissertation geschrieben über das Thema Diderot und die Philosophie der Verführung, was sicher stinkfad war, er war zunächst ein Lehrbeauftragter für das Fach Philosophie an der Universität Besançon in Frankreich und Chambéry. Anfang der 90 er Jahre hat er als Romancier gearbeitet, war als Dramatiker beschäftigt, und auch als Autor für das Theater, Film und TV. Er lebt heute in Paris und auch in seiner 2. Wohnung in Irland, Geld genug hat er ja. Er ist für viele ein ganz wichtiger Theaterautor in Frankreich. Es hat noch nie was in Deutscher Sprache gegeben, über seine Prosa die ihm ja sehr liegt, und das Buch ist das Erste.

    Also ich gebe 43 von 100

  • Leider zu wenig Tiefgang
    Wer sich des Themas Freundschaft zwischen Juden und Moslems annimmt und diese Geschichte zudem in Paris spielen lässt, muss wohl in diesen Zeiten einen gewissen Tiefgang bieten. Diesen Tiefgang habe ich leider bei Monsieur Ibrahim vermisst.

    Omar kann den alten, weisen Mann bis zur Perfektion spielen, aber wenn ihm das Drehbuch keine Sätze liefert, wie soll er dann in unsere Herzen sprechen?

    Schade um eine vergebene Chance, denn die äußerst sympatische Crew versprach ein Filmvergnügen mit einer Botschaft, die Toleranz und Freundschaft über alle Grenzen hinweg vermitteln hätten können. Schade, schade.

    Re:Leider zu wenig Tiefgang
    Der Film ist zauberhaft. Wer sich aber etwas gutes tun will, der geht 10 Minuten vor dem Ende raus. Das ist nämlich absolut enttäuschend.

    Re:Leider zu wenig Tiefgang
    Ausgerechnet diesem Film zuwenig Tiefgang vorzuwerfen ist ziemlich absurd. Ich kann mich nicht erinnern, wann zuletzt ein Film mit soviel Tiefgang in unseren Kinos war ...

    Möglicherweise sind Sie einfach mit falschen Erwartungen an den Film herangegangen, denn "Freundschaft zwischen Juden und Moslems" ist zweifellos nicht das Hauptmotiv dieses Filmes.

    Hier geht es um allgemein Menschliches - das weit über bloßen Zeitbezug hinaus geht. Schauplatz und Religionen der Charaktere sind absolut zweitrangig.

  • da bin ich ja mal gespannt...
    das buch hab ich gelesen, der film kommt morgen dran...
    ich bin ja mal gespannt, ob er dan die vorlage rankommt...
    wer ein weiteres hervoragendes buches des autors lesen mag, dem empfehle ich wärmstens "oskar und die dame in rosa". hat mir noch besser gefallen, als "monsieur ibrahim und die blumen des koran", und eine gute länge hats auch- gerade richtig, für die badewanne :o)
    bin gespannt auf morgen,
    liebe grüsse aus wien,
    pixel

  • Ein feiner Film...
    Diesen Film habe ich wirklich sehr genossen. Was man darüber vorher schon gehört oder gelesen hatte wurde noch übertroffen. Sehr schöne Dialoge...der Film bringt das Herz zum Schmunzeln. Wer sich etwas gutes tun will und das Leben wieder einmal durch ein Lächelns sehen will, der sollte diesen Film auf keinen Fall verpassen.
    Ach ja.. ich habe noch nie auf eine so positive Art Eindrücke vom Islamischen Glauben vermittelt bekommen.

  • Ich liebe Blumen ab heute
    Als ich mir die Karte kaufte, wusste ich schon, dass dieser Film toll sein sollte, aber so toll, das hätt ich nicht gedacht. Dieser Film hält Geist und Seele zusammen, wie Alkohol. Omar Sharif ist wie geschliffen für diese Rolle. Und man merkt erst am Ende, wie Monsieur Ibrahim Gedanken lesen kann. Das kann er natürlich nicht direkt, aber man kriegt das Gefühl.
    Wirklich klasse für einen verregneten Tag!

    Re:Ich liebe Blumen ab heute
    Ich habe den Film nicht gesehen und habe es auch nicht vor, aber ich habe vor einen Film zu drehen, dass alle anderen Filme über Religion übertrifft. Ist ja sehr einfach bei dem was es heutzutage auf dem Markt gibt. Eigentlich sind ja alle drei monotheistischen Religionen aus der selben Wurzel entsprungen. Dennoch gibt es Komplexler die behaupten, ihre Religion habe das Recht alle anderen als minderwertig anzusehen und mit Hilfe der MEDIEN eine RUFMORD-KAMPAGNE zu starten. Ich werde dem bösen Treiben dieser kapitalistischen Lobbysten hoffentlich ein Ende setzen. Erst dann können wir anfangen vom Weltfrieden zu träumen.