© Netflix/Karolina Grabowska

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04/08/2022

"356 Tage: Dieser Tag"-Trailer: Es geht in die nächste (Sex-)Runde!

Laura und Massimo sind verheiratet, ihrem Sexleben hat das aber nicht geschadet. Ein neuer sexy Kerl sorgt aber für Erotik-Chaos ...

von Manuel Simbürger

Ja, es stimmt: Der polnische Erotik-Thriller "365 Tage" (OT: "356 dni") gehört zum Schlechtesten, was Netflix in den letzten Jahren auf den Markt gebracht hat. Und trotzdem löste der Erotikstreifen, der unverhohlen auf den Spuren von "Fifty Shades of Grey" wandelt und gar als dessen ebenbürtiger Nachfolger gefeiert wird, bei seiner Veröffentlichung einen Hype aus, der wohl auch auf oberster Netflix-Etage für Verwundern gesorgt haben dürfte.

Dabei ist das Geheimnis im Grunde keines, spielt "356 Tage" doch wirklich alle Stückerl, die ein Erotikfilm seit geraumer Zeit mitbringen und auch bedienen muss: Eine naive junge und wunderschöne Frau, die sich nach Abenteuer in ihrem Leben sehnt. Der ober-sexy Ober-Bad-Boy, unter dessen rauer Schale ein Herz aus Gold schlägt. Panorama-Bilder, wie von Urlaubskarten geklaut. Seichte Dialoge, mitunter so hölzern und dümmlich, dass sie unfreiwillig komisch wirken.

Eine plumpe und durch und durch unrealistische Story (Entführungsopfer hat 365 Tage lang Zeit, um sich in den brutalen Mafia-Boss zu verlieben), die sich von Porno-ähnlicher Sexszene zu Porno-ähnlicher Sexszene (ohne jemals "alles" zu zeigen!) hangelt. Genau diese Szenen sind aber so täuschend echt, so leidenschaftlich gefilmt und gespielt, dass man sich ihrem Bann nur schwer entziehen kann. Ständig fragt man sich, was hier echt und was gestellt ist.

Sehr problematisch ist aber, dass sexuelle Gewalt, emotionaler Missbrauch und Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen in "365 Tage" stark romantisiert und verharmlost werden. Das muss man ausblenden können, um den Film genießen zu können.

In den 1990ern wäre der Film jedenfalls Samstagnacht auf RTL 2 gelaufen. 

Jetzt kommt die Fortsetzung von "365 Tage"

Weil "365 Tage" auf der dreiteiligen Roman-Reihe von Blanka Lipińska basiert, wird es auch drei Filme geben. So die Drohung, ähm, das Versprechen von Netflix und den "365"-MacherInnen – das nun eingelöst wurde: Schon am 27. April erscheint "365 Tage: Dieser Tag" (ja, der heißt wirklich so!).

Und weil auch bei diesem Film die Schauwerte bedeutsamer sind als jede Art von Dialog, zeigen wir euch einfach mal den Trailer: 

Auch das offizielle Promo-Poster wurde bereits veröffentlicht und mutet für "365 Tage"-Verhältnisse überraschend keusch und gar romantisch an: 

Darum geht's in "365 Tage: Dieser Tag"

Laura (Anna-Maria Sieklucka) und Massimo (Michele Morrone) sind wieder zurück – und heißer denn je. Womit auch der Cliffhanger von Teil Eins beantwortet wäre, ob Laura tatsächlich bei einem Angriff getötet wurde oder nicht. Die beiden Leben in (24/7-erotisch aufgeladener) Ehe. Doch Massimos Familienbande sowie ein mysteriöser (sexy) Kerl, der eines Tages in Lauras Leben tritt, um ihr Herz und ihr Vertrauen zu gewinnen, gestalten den Neubeginn des (toxischen) Paares alles andere als einfach.

Laura ist immer noch gefangen – nun in der Ehe

Konsequent erzählt die Fortsetzung also das Thema des Gefangenseins im eigenen Leben weiter. Erneut scheint sich Laura in einem Gefängnis und unter herrschsüchtigen Kontrolle von Massimo wiederzufinden, nur diesmal ist sie nicht sein Entführungsopfer, sondern seine Ehefrau – was in der Welt von "365 Tage" auf dasselbe hinausläuft. 

Das klassische Love-Triangle, ohne das eben kein (Erotik-)Liebesfilm auskommt, entsteht durch den männlichen Neuzugang, der Massimo testosterongeschwängerte Konkurrenz macht. Wie er aussieht, möchten wir euch aus augenscheinlichen Gründen nicht vorenthalten:

Wir sind uns sicher: "365 Tage: Dieser Tag" wird erneut wie eine (Sex-)Bombe bei Netflix einschlagen und die Streaming-Charts erobern. Ein Beweis mehr, dass Erfolg nicht zwingend etwas mit Qualität zu tun hat – und auch im politisch korrekten 2022 gilt wie eh und je: Sex sells ...


"365 Tage: Dieser Tag" ist ab 27. April auf Netflix zu sehen. 

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