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08/04/2021

Die 9 besten Plansequenzen in Actionfilmen

Manchmal finden sich in den besten Actionfilmen Plansequenzen, die nicht auf den ersten Blick zu sehen sind.

von Oezguer Anil

Seit dem Erfolg von "Die Bourne Identität" sind schnelle Schnitte aus Actionfilmen kaum noch wegzudenken. FilmemacherInnen teilen aufwendige Sequenzen in winzige Teile auf, die erst durch den Schnitt eine sinnvolle Szene ergeben. Ein hoher Schnittrythmus suggeriert eine Spannung, die oft im gedrehten Material nicht existiert, weshalb diese Technik sehr schnell redundant und unoriginell wirken kann. 

Es gibt jedoch auch RegisseurInnen, die bewusst auf Schnitte verzichten und versuchen mit langen ungeschnittenen Sequenzen, sogenannten Plansequenzen, Spannung zu kreieren. Durch die technischen Möglichkeiten ist es heutzutage möglich mehrere unterschiedliche Einstellungen so zu montieren als wäre es eine durchgängige Sequenz, wodurch ein ähnlicher Effekt erzielt werden kann.

Das sind die 9 besten Plansequenzen in Actionfilmen:

9. "1917"

Sam Mendes erweckt in "1917" den Anschein, als wäre der gesamte Film als Plansequenz gedreht worden. Die Schnitte im Laufe der Handlung sind so gut versteckt, dass man sie mit ungeübtem Auge kaum erkennt.

Die wohl beeindruckendste ungeschnittene Szene des Films ist jene, als Corporal Schofield merkt, dass er eine wichtige Nachricht nur dann rechtzeitig überbringen kann, wenn er über das Schlachtfeld läuft. Hinter ihm gehen Bomben hoch und die erste Welle britischer Soldaten stürmt aus den Schützengräben. Die Kombination aus hunderten KomparsInnen, einem grandiosen Darsteller, atemberaubenden Explosionen und berührender MusikerInnen, machen diese Szene unvergesslich.

8. "The Revenant"

In "The Revenant" haben Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu und Kameramann Emanuel Lubezki neue Maßstäbe für die visuelle Gestaltung von Kinofilmen gesetzt. Der gesamte Film wurde ohne künstliches Licht gedreht und die Kamera fungierte als ein ständiger Begleiter von Leonardo DiCaprio.

Als das Camp der Hauptfigur von UreinwohnerInnen attackiert wird, kommt die volle Kraft einer Plansequenz zum Vorschein. Man ist unmittelbar am Geschehen beteiligt und fühlt sich durch das immersive Sounddesign so, als wäre man selber Mitten am Schlachtfeld. Durch das weite Bildformat gibt es auch Abseits von Kampfhandlungen viel zu sehen. Das weiche Sonnenlicht, das durch die Bäume strahlt, gibt der Handlung eine kosmische Dimension, die an die Filme von Terrence Malick erinnert.

7. "Batman vs. Superman: Dawn of Justice"

Batman ist einer der wenigen Superhelden, der keine Superkräfte hat. Im Grunde ist er ein extrem reicher Mann, der sich die neuste Waffentechnologie zulegt, um auf Verbrecherjagd zu gehen. Neben seinen Gadgets ist er jedoch auch einer der besten Nahkämpfer der Welt.

Leider sieht man ihn selten in einem längeren Faustkampf, da er seine Feinde oft in nur wenigen Sekunden unschädlich macht. In "Batman vs. Superman" sieht man jedoch in einer ungeschnittenen Sequenz das ganze Können des eigenwilligen Superhelden. Sowohl mit, als auch ohne Waffen, macht er mit seinen GegnerInnen kurzen Prozess.

6. "Hanna"

In "Hanna" wird die Plansequenz dazu benutzt, eine Unruhe zu kreieren, die sich immer weiter zuspitzt, bis sie schließlich in einer spektakulären Kampfszene mündet. Der von Eric Bana gespielte Held lässt sich vom strahlenden Himmel nicht irritieren und bleibt auch in den Tiefen der Berliner U-Bahn wachsam.

5. "The Avengers"

Es hat lange gebraucht, bis die Avengers zu dem wurden, was sie sind. Am Anfang standen zahlreiche Individuen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Ansprüchen, doch in "The Avengers" arbeiteten sie das erste Mal zusammen, um gemeinsam die Welt vor dem Untergang zu retten.

Auch wenn es offensichtlich ist, dass die Szene aus unterschiedlichen VFX Einstellungen besteht, die im Nachhinein zusammengefügt wurden, zeigt sie das erste Mal, wie die SuperheldInnen als Team funktionieren. Das humorvolle Ende macht jedoch deutlich, dass es noch immer Spannung zwischen den HeldInnen gibt.

4. "Gravity"

Alfonso Cuaron hat mit "Gravity" ein einzigartiges filmisches Erlebnis geschaffen. Kaum ein anderer Film lässt das Publikum so gut nachempfinden, wie es sich im Weltall anfühlen könnte.

In der Eröffnungsszene verknüpft er mittels einer Plansequenz die persönliche Beziehung zwischen den Figuren von George Clooney und Sandra Bullock und bietet zudem auch noch ein Actionspektakel. Als ihre Raumstation von Trümmern einer anderen Station getroffen wird, müssen sich die Beiden in Sicherheit bringen, um nicht in die Unendlichkeit des Weltalls katapultiert zu werden.

3. "Creed"

"Rocky"-Filme waren dafür bekannt, einen spannenden Boxkampf mittels ausgeklügelter Schnitte in nur wenige Minuten zu pressen, obwohl dieser über zwölf Runden ging. Regisseur Ryan Coogler ging mit "Creed" einen völlig anderen Weg: Er stellte die Kamera dicht an die Seite seines Protagonisten und ließ das Publikum den Kampf in Realzeit miterleben.

2. "Children of Men"

Und noch eine Plansequenz in der der Kameramann Emanuel Lubezki seine Hände im Spiel hatte: In "Children of Men" zeigte er ein weiteres Mal, warum er zu den besten Kameramännern unserer Zeit gehört.

Er begleitet Clive Owen auf seiner Flucht vor bewaffneten Männern und fängt dabei das gesamte Chaos eines urbanen Schlachtfelds ein. Er war so Nah am geschehen dran, dass während der Aufnahme unabsichtlich Kunstblut auf das Objektiv spritzte. Aus dem vermeintlichen Fehler wurde ein unwiderbringlicher Effekt, der dieser Szene eine unvergleichliche Dynamik verleiht.

1. "Oldboy"

Es hat 17 Versuche gebraucht, bis die ikonische Kampfszene von "Oldboy" im Kasten war. Diese Sequenz begeistert durch eine perfekte Choreografie und der minimalistischen Ästhetik, die beinahe etwas surreales hat. Die Kamera stürzt sich nicht ins Geschehen, sondern beobachtet den zähen Oh Dae-su aus einer angemessenen Distanz, wodurch ein transzendentales Erlebnis kreiert wird, das nichts mit den effekthascherischen Plansequenzen des US-Kinos zu tun hat. Spike Lees versuch diese Sequenz in seinem Remake zu kopieren, scheiterte kläglich und verdeutlichte das Talent von Regisseur Park Chan Wook.

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