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TV-Serien
01/11/2021

Die 17 teuersten TV-Serien aller Zeiten

Aufwändig produzierte Serien wie "Stranger Things" oder "Game of Thrones" liegen im Trend. Aber der Erfolg ist nicht immer garantiert. Wir werfen einen Blick auf die Top 17.

von Erwin Schotzger

TV-Serien sind das neue Kino. Diese Entwicklung hat der Pay-TV-Sender HBO mit aufwändig produzierten Serien wie "Game of Thrones" schon früh erkannt und gefördert. Durchgesetzt hat sich dieser Trend aber erst, seitdem auch Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon und Hulu als Produzenten eigener Serien den traditionellen Fernsehsendern Konkurrenz machen. Das führt auch zu steigenden TV-Serien-Budgets. Aber hohe Budgets garantieren nicht den Erfolg: Unter den teuersten TV-Serien (gemessen an den durchschnittlichen Kosten pro Episode) finden sich neben unerwarteten Überraschungen auch ein paar Flops.

 

17. Vinyl (HBO): 7,5 Mio. $ pro Episode

Die HBO-Serie "Vinyl" wurde von Martin Scorsese und Mick Jagger produziert, die Besetzung war großartig und bei der Ausstattung wurde auch nicht gespart. Das Budget betrug 100 Mio. $ für zehn Episoden, alleine die zweistündige Pilotfolge soll 30 Mio. $ gekostet haben. Im Jahr 2016 war dieses Budget zudem noch eindrucksvoller als in Zeiten der "Streaming Wars" der Konzernriesen. Doch letztendlich entwickelte sich die Serie über das Musik-Business in den 70er-Jahren zu einem veritablen Flop. Eine zweite Staffel kam nie zustande.

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Serien-Review: "Stranger Things 3"

16. Stranger Things (Netflix): 8 Mio. $ pro Episode

Die Kultserie läuft seit 2016 und eine vierte Staffel ist gerade in Arbeit. Zum Erfolg der Serie zählt der gekonnte Mix aus übernatürlichen Motiven und einem detailverliebte Setting der 80er-Jahre. Die jungen Hauptfiguren rund um den Shooting-Star Millie Bobby Brown ("Enola Holmes") fügen zum Mystery-Touch auch noch Coming of Age-Elemente hinzu. Da sich "Stranger Things" zu einer der populärsten Hit-Serien entwickelt hat, erscheint das von Staffel zu Staffel steigende Produktionsbudget durchaus als gute Investition: Während es in der ersten Staffel noch bei eher sech Mio. $ lag, stieg es in der dritten Staffel bereits auf kolportierte 8 Mio. $ pro Folge.

 

15. Sense8 (Netflix): 9 Mio. $ pro Episode

Bei Sense8 hatte Netflix im Jahr 2015 die Spendierhosen an: Lana und Lily Wachowski ("Matrix"-Trilogie) hatten die Freiheit zu drehen, wo es ihnen beliebt. Das führte letztendlich zu Produktionskosten von neun Mio. $ für eine Episode der ersten Staffel. Die TV-Serie erzielte zwar eine gewisse Aufmerksamkeit bei den Kritikern und gewann auch eine kleine Fan-Community. Doch letztendlich dürfte die Rechnung für Netflix nicht aufgegangen sein: Die zweite Staffel hatte nur noch 10 statt 12 Folgen. Danach wurde die Serie mit einem zweistündigen Serienfinale beendet.

 

14. Marco Polo (Netflix): 9 Mio. $ pro Episode

Noch vor Sense8 versuchte Netflix mit "Marco Polo" im Jahr 2014 dem Serienhit "Game of Thrones" das Wasser abzugraben. Dementsprechend sah auch das Produktionsbudget aus: 90 Mio. $ für 10 Episoden. Im Gegensatz zu Sense8 kam aber die Serie über den bekannten italienischen Abenteurer weder bei den Kritikern noch beim Publikum wirklich gut an. Nach zwei Staffeln und einer Extrafolge war 2016 auch hier Schluss.

 

 

13. Rome (HBO): 9,7 Mio. $ pro Episode

Im Jahr 2005 war das Budget von 110 Mio. $ für zwölf Episoden von Rome eine große Sache. Doch war HBO mit der aufwändig produzierten Serie über Leben und Intrigen in der Endphase der Römischen Republik seiner Zeit zu weit voraus. Die TV-Serie begeisterte die Kritik, erzeugte aber vor dem großen Durchbruch von Facebook, Twitter & Co zu wenig Buzz. Der Untergang von "Rome" kam nach zwei Staffeln. Zum Glück hatte sich HBO in diesem Fall die Kosten mit der britischen BBC und der italienischen RAI geteilt.

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12. Friends (NBC): 10 Mio. $ pro Episode

Hallelujah! "Friends" ist eine Sitcom, die im Studio produziert wird. Es gibt keine kostspielige Ausstattung oder exotische Schauplätzen. Wo ist hier das Geld geblieben? Die Antwort: Die Kosten waren nur bei der letzten Staffel von 2004 so hoch. Der US-Sender NBC wollte unbedingt eine zehnte und letzte Staffel der Erfolgsserie produzieren und griff dafür auch tief in die Tasche. Matthew Perry, Jennifer Anniston, Courtney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, and David Schwimmer erhielten jeweils eine Mio. $ pro Episode. Macht schon alleine sechs Mio. $ pro Episode nur für die Gagen der Hauptdarsteller.

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11. Westworld (HBO): 10 Mio. $ pro Episode

Mit "Westworld" hofft HBO 2016 einen würdigen Nachfolger für die auslaufende Hitserie "Game of Thrones" abgeliefert zu haben. Die Produktionskosten der Verfilmung des Buches von Michael Crichton betragen 100 Mio. $ für 10 Episoden. Der abenteuerliche Mix aus Western und Science-Fiction hatte auch einen guten Start. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Rechnung für HBO auch langfristig aufgeht.

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10. Band of Brothers (HBO): 12,5 Mio. $ pro Episode

Die HBO-Miniserie "Band of Brothers – Wir waren wie Brüder" folgt in zehn Episoden den Soldaten der US-amerikanischen Easy Company in Europa nach der Landung der Alliierten in der Normandie. Hier sieht man (anders als bei "Friends"), wo das Gesamtbudget von 125 Mio. $ geblieben ist. Die Geschichte der Serie aus dem Jahr 2001 wurde in zehn Folgen abgeschlossen.

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9. Emergency Room (NBC): 13 Mio. $ pro Episode

Die Krankenhaus-Serie "Emergency Room" war ein Dauerbrenner, der von 1994 bis 2009 lief. In den USA war E.R. in den 90er-Jahren die meist gesehene TV-Serie. Das führte dazu, dass der US-Sender NBC im Jahr 1998 für die Produktion von 22 Episoden 286 Mio. $ hinblätterte, also 13 Mio. $ pro Folge. Einen Großteil machten Gagen der zahlreichen Schauspieler aus.

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8. The Crown (Netflix): 13 Mio. $ pro Episode

Die zehn-teilige Serie über das Leben der britischen Königin Elisabeth II. nach ihrer Hochzeit im Jahr 1947 ist sicher kein Massenphänomen wie "Game of Thrones". Aber "The Crown" wurde 2017 mit zwei Golden Globes und einem Emmy ausgezeichnet und kam auch beim Publikum gut an. Die zweite Staffel startet am 8. Dezember 2017, die dritte am 17. November 2019 und die bisher letzte am 15. November 2020. Das Budget von 130 Mio. $ für die zehn Folgen der ersten Staffel dürften sich für Netflix im Endeffekt gelohnt haben.

 

7. See (Apple TV+): 15 Mio. $ pro Episode

Die für Apple TV+ produzierte Endzeit-Serie spielt in einer dystopischen Zukunft, in der alle Menschen erblindet sind. Die Geburt zwei Kinder, die wieder sehen können, stellt das tribale Gesellschaftsgefüge auf den Kopf. Die Serie wurde nicht nur aufgrund der sicherlich fetten Gage für Jason Momoa in der Hauptrolle zu einem teuren Spaß. Vor allem die aufwändigen CGI-Spezialeffekte in der Postproduktion haben sich zu Buche geschlagen. Aber Apple scheute 2019 beim Launch des eigenen Streamingdienstes weder Kosten noch Mühen. Anscheinend hat es sich gelohnt, denn "See" wurde um eine zweite Staffel verlängert. Die Produktion wurde allerdings im Zuge der COVID-19-Pandemie unterbrochen. 

 

6. The Morning Show (Apple TV+): 15 Mio. $ pro Episode

Noch eine sündhaft teure Serie aus dem Hause Apple: Wie gesagt war der Technologiegigant 2019 in Spendierlaune, wenn es um die Produktion hochkarätiger TV-Serien zum Launch von Apple TV+ ging. Jennifer Aniston und Reese Witherspoon erhielten jeweils zwei Mio. $ pro Episode, Steve Carel war wohl auch nicht gerade günstig zu haben. Somit geht wohl schon ein Drittel der Produktionskosten pro Episode alleine für die drei Stars der Serie drauf. Immerhin überzeugte "The Morning Show" bei den Golden Globe Awards 2020, wo die Serie selbst in der Kategorie "Beste Dramaserie" und Aniston und Witherspoon als beste Hauptdarstellerinnen nominiert wurden. Eine zweite Staffel ist bereits in Planung. 

 

5. The Mandalorian (Disney+): 15 Mio. $ pro Episode

Die "Star Wars"-Serie von Produzent Jon Favreau hat sich binnen kürzester Zeit zum Serien-Hit von Disney+ entwickelt. Zum Start der eigenen Streaming-Plattform hat auch der Disney-Konzern keine Kosten und Mühen gescheut, aber der Erfolg von "The Mandalorian" kam dann doch überraschend. Der Erfolg des schweigsamen Mandalorianers und seines als Baby-Yoda berühmt gewordenen Schützlings führte in Windeseile zu einer zweiten Staffel, die von "Star Wars"-Fans wieder – im Gegensatz zu der Sequel-Trilogie im Kino – einhellig als gelungen gepriesen wird. In der Folge kündigte Disney Pläne für zahlreiche neue "Star Wars"-Serien auf Disney+ an.

 

4. Game of Thrones (HBO): 15 Mio. $ pro Episode

Bei "Game of Thrones" sieht man, wo die Kosten entstehen: aufwändige Ausstattung, detailverliebte Kostüme, exotische Schauplätze. Allerdings waren die Kosten in der ersten Staffel noch deutlich niedriger, nämlich bei fünf bis sechs Mio. $ pro Episode. Als die mittelalterliche Fantasy-Serie zum TV-Phänomen wurde, zeigte sich HBO immer großzügiger. In der achten Staffel erreichten die Kosten für eine Episode im Schnitt bereits rund 15 Mio. $.

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3. The Get Down (Netflix): 16 Mio. $ pro Episode

Für Netflix war es von Anfang an klar, dass die Produktion der Hip-Hop-Serie "The Get Down" kostspielig werden würde. Für zwölf Folgen wurden ursprünglich 120 Mio. $ eingeplant. Aber mit den Exklusivrechten für die Musik und dergleichen explodierten die Kosten letztendlich auf rund 200 Mio. $ und damit auf 16 Mio. $ pro Episode. Zu allem Übel kam dann auch noch der mäßige Erfolg beim Publikum dazu. Das Aus für das massiv beworbene "The Get Down" kam schon nach der ersten Staffel.

 

2. WandaVision (Disney+): 16,67 Mio. $ pro Episode

Mit der ersten Realfilm-Serie im Marvel Cinematic Universe (MCU) unter der Ägide von Marvel-Mastermind Kevin Feige hätte Disney beinahe die teuerste Serie aller Zeiten abgeliefert – gemessen an den Produktionskosten pro Episode. Das Produktionsbudget von "WandaVision" betrug 150 Mio. $ für eine Staffel. In Medienberichten wurde daher immer von Kosten von 25 Mio. $ pro Episode ausgegangen. Allerdings wurden aus geplanten sechs letztendlich ganze neun Episoden. Wir konnten nicht eindeutig klären, ob sich durch die Erhöhung der Episodenzahl das Gesamtbudget auf 225 Mio. $ erhöht hat oder die Kosten pro Episode auf 16,67 Mio. $. gesunken sind. Wir neigen aber eher zur letzteren Annahme.

"WandaVision" wäre somit nur die zweit-teuerste Serie aller Zeiten. Aber noch ist nicht aller Tage Abend für den Disney-Rekord: Mit "The Falcon and the Winter Soldier" kommt im März 2021 bereits die nächste Marvel-Serie, die ebenfalls ein Budget von 150 Mio. $ hat. Bisher sind nach wie vor nur sechs Episoden geplant, also satte 25 Mio. $ pro Folge. 

 

1. The Pacific (HBO): 21,7 Mio. $ pro Episode

Mit „The Pacific“ schloß HBO im Jahr 2010 an den Erfolg der Serie "Band of Brothers“ an. Die zehn-teilige Miniserie hatte das gleiche Konzept: Diesmal folgt die Handlung einer kleinen Gruppe von US-Soldaten im pazifischen Inselkrieg im Zweiten Weltkrieg. Mit einem Budget von 217 Mio. $ für zehn Episoden (im Jahr 2010!) ist "The Pacific" mit Abstand die bisher teuerste TV-Serie aller Zeiten. Immerhin blieb der Erfolg nicht aus: Bei den Emmy Awards wurde die HBO-Serie 24 Mal nominiert und erhielt acht Auszeichnungen, darunter in der Kategorie "Beste Miniserie".

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