DC-Film: Joker mit Joaquin Phoenix

© DC/ Lee Bermejo

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10/08/2019

Die 7 besten Joker-Auftritte in Kino & TV

Ab 10. Oktober schlüpft Joaquin Phoenix in Todd Phillips "Joker" in die charismatische Rolle des legendären Batman-Schurken.

von Erwin Schotzger

Jaoquin Phoenix wird in "Joker" von "The Hangover"-Regisseur Todd Philips zum legendärem "Clown Prince of Crime" aus den Batman-Comics. Bei den Filmfestspielen von Venedig wurde "Joker" von Kritikern und Publikum gefeiert. Am 10. Oktober kommt der Film in die heimischen Kinos. Hier ist unsere Filmkritik von "Joker":

Der Joker ist der wohl berühmteste Comic-Schurke. In Film und Fernsehen ist der Erzfeind von Batman kein seltener Gast. Allerdings sind nicht alle Joker-Auftritte in Animationsfilmen, TV-Serien, Computerspielen und Kinofilmen auch wirklich sehenswert. Die folgenden sieben Joker-Darsteller haben jedoch Eindruck hinterlassen und zeigen zudem wie vielfältig die Figur des Jokers im Comic wie auch im Film ist.

 

7. Zach Galifianakis: The LEGO Batman Movie (2017)

Kaum zu glauben, dass einer der besten Joker im Film eine LEGO-Spielfigur ist. Der witzige LEGO-Joker spielt perfekt mit seinem infantilen Helden zusammen. Er ist nicht nur die treibende Kraft des Films, sondern wird auch noch großartig von Zach Galifianakis ("Hangover", "Stichtag") gesprochen.

 

6. Mark Hamill: Batman – The Animated Series (1992 bis 1995)

Mark Hamill war im Jahr 1992 nicht gerade am Höhepunkt seiner Schauspielerkarriere angelangt. Doch allen Unkenrufen zum Trotz lieferte er in der Animationsserie "Batman" einen großartigen Joker ab, der sich zu einem Liebling der Fans entwickelte. Hamill nannte Hannibal Lecter und Jerry Lewis als Vorbilder für die Darstellung des Charakters. Der Mix hatte jedenfalls Erfolg, denn Hamill übernahm in beinahe allen Animationsfilmen und Computerspielen, in denen der Joker danach auftauchte, die Stimme des Killerclowns. In der deutschen Synchronfassung der Serie wurde der Joker von Hans Sievers gesprochen.

 

5. Jack Nicholson: Batman (1989)

Jack Nicholson war nach Rollen wie in "Shining" und "Einer flog über das Kuckucksnest" eine nahezu perfekte Besetzung für die charismatische Rolle des Jokers in Tim Burtons "Batman". Doch Nicholson sträubte sich zunächst sehr gegen die Rolle und ließ sich seine Zusage schließlich fürstlich entlohnen. Letztendlich hat er aber mit seiner fantastischen Joker-Performance allen anderen – allen voran der Hauptfigur – die Show gestohlen. Allerdings orientierte sich Nicholson immer noch sehr an der Vorlage, die Cesar Romero in den 60er-Jahren geschaffen hatte. Außerdem wurde die Geschichte des Jokers im Film nicht zum Vorteil der Figur verändert.

 

4. Jared Leto: Suicide Squad (2016)

Jared Leto hatte es wirklich schwer. Er musste in die gigantischen Fußstapfen von Heath Ledger treten. Trotzdem hat er die Sache ziemlich gut gemeistert. Der unberechenbare Hipster-Joker in "Suicide Squad" ist ganz anders als der durchgeknallte Erzfeind von Batman in "The Dark Knight", aber das spiegelt auch die Vielfalt der Figur im Comic wider. Denn auch in der Comic-Vorlage hat der Joker viele Gesichter, die vom bestialischen Psychopathen bis zum durchgeknallten Crime-King von Gotham City reichen. Einziger Wermutstropfen: Der Joker hatte in "Suicide Squad" nur eine Nebenrolle.

 

3. Cesar Romero: Batman TV-Serie (1966 bis 1968)

Cesar Romero hat den Joker im Film durch seine Darstellung in der populären Fernsehserie geprägt. Allerdings hatte er auch den Vorteil, dass er in keine großen Fußstapfen steigen musste. Romero verweigerte für die Rolle eine Rasur, weil er seinen typischen Oberlippenbart als Markenzeichen betrachtete. Er hatte davor als Latin Lover und Westernheld Karriere gemacht. Der Bart musste daher überschminkt werden. Irgendwie passte dieses Detail aber zur schrulligen Joker-Performance von Romero: Mit seinem eindringlichen Blick und dem hysterisch-verrückten Lachen setzte Romero für lange Zeit den Standard für die Darstellung des Killerclowns.

 

1. Joaquin Poenix: Joker (2019)

Ja, richtig gelesen: Wir springen vom dritten direkt auf den ersten Platz. Den wir haben Joaquin Phoenix schon in seiner Rolle als Joker gesehen (siehe Filmkritik oben). Der Joker im Film von Todd Phillips ist völlig anders und auch ganz und gar losgelöst von Batman als seinem identitätsstiftenden Konterpart. Das beeindruckend körperbetonte Schauspiel von Phoenix macht die eigentliche Faszination des Films aus. Niemand könnte den Joker in diesem Film besser darstellen als Phoenix. Noch nie gab es eine realistischere Ursprungsgeschichte für den DC-Killerclown.

Die beiden Joker-Darstellungen von Phoenix und Heath Ledger stehen daher insgesamt betrachtet auf gleich hohem Niveau.

 

1. Heath Ledger: The Dark Knight (2008)

Heath Ledger haben wir aus einem einzigen Grund an die Spitze dieser Liste gestellt: Mit seiner Joker-Performance kommt Phoenix durchaus an Ledger heran. Aber als Superschurke in einem Superhelden-Film, als Widersacher und Antithese von Batman, bleibt Ledgers Joker unübertroffen. Denn der Joker in "The Dark Knight" ist nicht nur eine eindrucksvolle Charakterdarstellung, sondern auch die Anti-These und Reaktion auf das Erscheinen von Batman. Zudem hat seine Performance den Charakter neu definiert, geprägt wie nie zuvor und zu einer Kultfigur gemacht. Ohne die kultige Darstellung von Ledger hätte es wahrscheinlich nie einen Solofilm für den Joker gegeben. Darüber hinaus hat bis heute kaum ein Superheldenfilm einen so charismatischen Schurken, der so virtuos mit seinem heroischen Gegenspieler zusammenspielt.

Ledger erhielt für seine Rolle posthum den Oscar für die beste Nebenrolle in "The Dark Knight". Der "Joker" erhielt den Goldenen Löwen von Venedig und Phoenix ist ein heißer Kandidat für die Oscar-Verleihung 2020.