© Screenshot YouTube / Pixar, Disney

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03/21/2022

"Lightyear": Pixar-Film zeigt erstmals Kuss zwischen zwei Frauen

Pixars öffentliche Vorwürfe gegen Disney scheinen Früchte getragen zu haben: Der lesbische Kuss in "Lightyear" könnte die Animationswelt verändern.

von Manuel Simbürger

Pixar sorgte vor kurzem für Aufsehen, als in einem öffentlichen Brief schwere Zensur-Vorwürfe gegen Arbeitgeber Disney erhoben wurden: Disney würde nämlich keine (offensichtlichen) LGBTIQ-Szenen in Pixar-Filmen erlauben und eben diese stets im Rahmen der Projektentwicklung zensurieren. In Folge dieses Briefes gab es zudem eine Demo von etlichen Disney-MitarbeiterInnen, die für mehr LGBTIQ-Rechte direkt vorm Mauskonzern-Headquarter kämpften.

Welche Pixar-Filme genau von Disney zensuriert wurden, davon ist im Brief nicht die Rede. Aber zumindest bei einem Film dürfte die öffentliche Stellungnahme und das Aufbegehren von Pixar nun Früchte gezeigt haben: "Lightyear" – das "Toy Story"-Spin-Off, das im Sommer dieses Jahres erscheint und sich um den beliebten Astronauten dreht – wird den ersten Kuss zwischen zwei Frauen in der 27-jährigen Geschichte von Pixar enthalten. Das berichtet "Variety".

Zuerst gestrichen, dann doch wieder nicht

Laut "Variety" wird es in "Lightyear" eine wichtige weibliche Figur namens Hawthorne (gesprochen von "Orange Is The New Black"-Star Uzo Aduba) geben, die sich in einer Beziehung mit einer anderen Frau befindet. Einer InsiderIn-Quelle zufolge hatte Disney niemals ein Problem, diese Figur im Film zu zeigen, die Kussszene zwischen den beiden Frauen wurde jedoch herausgeschnitten.

Nach dem öffentlichen Skandal, der der Pixar-Brief verursachte, wurde diese Entscheidung aber rückgängig gemacht: Der Kuss wurde in den Film wieder aufgenommen. Bravo! Manchmal muss man eben laut und öffentlichkeitswirksam mit dem Fuß aufstampfen, um dringend notwendige Veränderungen zu bewirken. 

Ist "Lightyear" ein Wendepunkt?

"Lightyear" ist nicht der erste Pixar-Film mit einer queeren Figur. In "Onward: Keine halben Sachen" (2020) zum Beispiel erwähnt eine einäugige Polizistin, die aber nur in einigen wenigen Szenen zu sehen ist, ihre Freundin. In "A Toy Story: Alles hört auf mein Kommando" (2019) sehen wird zwei Mütter, die ihr Kind vorm Kindergarten umarmen. 2016 wurde in "Findet Dorie" (mit Queer-Ikone Ellen DeGeneres in der Hauptrolle) ein lesbisches Pärchen nur vage angedeutet.

Eine große Ausnahme stellt "Out" aus dem Jahr 2020 dar, in dem es ausschließlich um das Coming-Out eines Mannes geht. Hier handelt es sich allerdings "nur" um einen Kurzfilm, der ausschließlich auf Disney+ veröffentlicht wurde. 

Der lesbische Kuss in "Lightyear" könnte also, so "Variety", einen möglichen großen Wendepunkt in Sachen LGBTIQ-Repräsentation nicht nur in Pixar-Filmen, sondern allgemein in Animations-Blockbustern markieren. Endlich würde Queerness in der bunten Animationswelt nicht mehr nur angedeutet, sondern offen gezeigt werden. Endlich würde unter all der Farbenpracht tatsächlich ein Regenbogen glitzern.

 

Auch im Trailer zu "Lightyear" ist Hawthorne zu sehen:

"Lightyear" ist ab Sommer 2022 in den Kinos zu sehen.

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