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02/09/2022

Soderbergh fordert mehr Sex im MCU: "Niemand fickt!"

Der Regisseur von "Magic Mike" kann sich einen Eintritt ins SuperheldInnen-Universum aufgrund mangelnder Erotik nicht vorstellen.

von Manuel Simbürger

Batman, Superman, Iron Man, Captain America, Black Widow, Thor, Wonder Woman: Sie alle retten Tag für Tag die Welt, sie alle können buchstäblich Berge versetzen, Flugzeuge vorm Absturz retten und furchterregende Monster K.O. schlagen. Aber eines tun sie nicht: Sex haben.

Und das stößt aktuell Regisseur Steven Soderbergh, der vor allem beim Stripper-Drama "Magic Mike" für reichlich nackte Haut auf der Leinwand sorgte und der Schönheit des männlichen Körpers frönte, sauer auf. Denn dass SuperheldInnen die fleischliche Leidenschaft versagt bleibt, ist nach seinen eigenen Aussagen ein Grund, wieso er niemals in den Marvel- oder DC-Kosmos einsteigen wird.

Soderbergh soll den Oscars seinen Stempel aufdrücken

Soderbergh: "Niemand fickt!"

Im Interview mit "The Daily Beast" (anlässlich seines neuen Films "Kimi") verriet Soderbergh, dass er schlicht nicht wisse, wie er sich in einer Welt verhalten solle, in der Sex keine Rolle spielt:

"Ich bin kein Snob. Es ist nicht so, dass ich das Gefühl habe, diese Filme wären auf irgendeine Weise minderwertig. Es geht einfach darum, welches Universum du als Geschichtenerzähler besetzt. Ich bin einfach zu bodenständig, um mich in ein Universum zu begeben, in dem Newtons Gesetze nicht gelten. Mir fehlt in dieser Hinsicht einfach die Vorstellungskraft."

Ja, er sei sich bewusst, dass Comic-Verfilmungen ihm die Möglichkeit geben würden, "die Zeit zu verändern, der Schwerkraft zu trotzen und Strahlen aus meinen Fingern schießen [zu lassen]." Aber: "Es gibt einfach kein Ficken! Niemand fickt! Ich weiß einfach nicht, wie ich Menschen sage, wie sie sich in einer Welt verhalten sollen, in der das kein Ding ist.“

Generell habe er so seine Schwierigkeiten mit der Glaubwürdigkeit in diesen Filmen, gibt Soderbergh zu und nennt Comic-Verfilmungen etwas abschätzig "Fantasy-Spektakel." Denn "auch Dinge wie: Wer bezahlt diese Leute? Für wen arbeiten sie?" werden seiner Meinung nach nicht beantwortet.

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So etwas tun HeldInnen nicht!

So ganz Unrecht hat Soderbergh freilich nicht, zumindest offensive Erotik spielt bei Marvel und sogar seinem düsteren Pendant DC tatsächlich eine stark untergeordnete Rolle – aufgrund der familienfreundlichen (Mainstream-)Ausrichtung und den dazugehörigen Merchandise-Artikeln, die sich vorwiegend an Kinder richten und die schließlich verkauft werden wollen, auch durchaus nachvollziehbar.

Und erst voriges Jahr haben wir erfahren, dass beispielsweise Oralsex zwischen Batman und Catwoman ein Ding der Undenkbarkeit ist. Begründung: "So etwas tun HeldInnen nicht ..."

Jedoch scheint Soderbergh außer Acht zu lassen, dass es auch noch andere SuperheldInnen-Spektakel mit einer älteren Zielgruppe gibt, die durchaus offener und schlüpfriger mit Sex umgehen: "Deadpool" zum Beispiel oder natürlich die "The Boys"-Serie. Und erst kürzlich überraschte "Eternals" mit der ersten Sex-Szene im MCU. Zwar fast zum Übersehen, aber immerhin ein Anfang ...

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