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12/16/2020

So hängen alle Filme von Quentin Tarantino zusammen

Lange unbemerkt scheint sich in den letzten Jahrzehnten ein eigenes Tarantino-Universum herauskristallisiert zu haben.

von Oezguer Anil

Quentin Tarantino hat es in seiner 27 Jahre umspannenden Karriere als einer der wenigen RegisseurInnen geschafft, Kunst und Kommerz virtuos miteinander zu verbinden, und dabei seinen eigenen Stil zu etablieren. Wenn man einen genaueren Blick auf seine Arbeit wirft, kann man einen roten Faden erkennen, der sich von seinem Debüt mit "Reservoir Dogs“ bis hin zur Hollywood-Hommage "Once Upon a Time in Hollywood“ durchzieht.

Nein, damit meinen wir nicht blutige Gewaltexzesse und befremdlich lange Nahaufnahmen von Füßen, sondern zahlreiche Querverbindungen, die darauf hindeuteten könnten, dass es ein eigenes Tarantino-Universum gibt.

Mehr als nur Andeutungen

In "Pulp Fiction" erzählt Mia Wallace (Uma Thurman) ihrem Freund Jack Rabbit (Tim Roth), dass sie in einer Pilot-Episode einer Fernsehreihe mitgespielt und "die tödlichste Frau der Welt mit einem Messer“ verkörpert hat. Diese Beschreibung wird auch für die Figur von Thurman in "Kill Bill" verwendet. In "Pulp Fiction" tritt auch die Figur von Vincent Vega (John Travolta) auf, der mit Victor Vega, auch bekannt als Mr. Blonde, aus "Reservoir Dogs" verwandt ist.

Nachfahren

Um seine historischen Filme mit seinen zeitgenössischen in einen Kontext zu stellen, wurden Andeutungen zu Verwandtschaftsverhältnissen platziert. Crazy Craig Koons aus "Django Unchained" ist ein Vorfahre von Captain Koons (Christopher Walken) aus "Pulp Fiction" und Pete Hicox (Tim Roth) ist mit Archie Hicox (Michael Fassbender) aus "Inglourious Basterds" verwandt. 

Weitere Hinweise, dass Tarantinos Filme miteinander verbunden sind, finden sich in den Ausstattungsgegenständen. Marken wie "Biga Kahuna Burger" oder "Red Apple Cigarettes" kommen in nahezu jedem seiner Filme vor.

Vom Regisseur bestätigt

2017 bestätigte der Regisseur in einem Interview in der australischen TV-Sendung "The Project" sogar selbst, dass seine Figuren ein gemeinsames Universum teilen. "Es gibt das Realer-als-die-Realität-Universum, das von allen Figuren bevölkert wird. Aber dann ist da noch das Filmuniversum. Filme wie 'From Dusk Till Dawn‘ und 'Kill Bill‘ spielen in diesem speziellen Filmuniversum. Wenn also die Figuren aus 'Reservoir Dogs‘ oder 'Pulp Fiction‘ ins Kino gehen, schauen sie sich 'Kill Bill'oder 'From Dusk Till Dawn' an", sagte Tarantino.

Demzufolge kann man das Trantino-Universum in zwei Bereiche gliedern:

Das "Realer-als-die-Realität-Universum": Reservoir Dogs, True Romance, Pulp Fiction, Death Proof, Inglourious Basterds, Django Unchained, und The Hateful Eight.

Das "Film-im-Film-Universum": Natural Born Killers, From Dusk Till Dawn, und Kill Bill.

Spezialfall

Und wo passt "Once upon a Time in Hollywood“ da rein? In beide! Die Figuren Rick Dalton (Leonardo Dicaprio), Cliff Booth (Brad Pitt) und Sharon Tate (Margot Robbie) leben alle im Realer-als-die-Realität-Universum, aber die Filme, in denen sie mitspielen, sind Teil des Film-im-Film-Universums.

Eine weitere Fan-Theorie von Reddit-UserInnenn stellt die Behauptung auf, dass Rick Dalton in "Django Unchained“ nur die Rolle von Calvin Candie spielt und der Film nur eine Auskoppelung aus "Once Upon A time in Hollywood ist“, da beide Figuren von Leonardo DiCaprio verkörpert werden. Diese Theorie wurde jedoch von Tarantino nicht bestätigt.

Egal, ob Film-im Film- oder Realer-als-die-Realität-Universum, eines steht fest: Tarantinos Filme sind zutiefst von der Pop-Kultur beeinflusst, aber gleichzeitig auch ein Kommentar auf sie. Im Zentrum steht das Publikum und seine Wahrnehmung von Filmen, die nicht unabhängig von anderen Filmen und Medien gedacht werden kann.

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