No Country for Old Men

 USA 2007
Thriller 29.02.2008 ab 16 122 min.
8.10
No Country for Old Men

Ein Mann findet Millionen Dollar Drogengeld in einem Koffer und hat bald jede Menge Probleme à la Coen-Brüder auf dem Hals.

Llewelyn Moss befindet sich im heißen und kargen Südwesten von Texas auf der Jagd nach Antilopen, doch schon bald wird er vom Jäger zum Gejagten. Grund dafür sind über zwei Millionen Dollar in einem Koffer, den Moss findet und an sich nimmt. Dass mit dem Geld etwas nicht in Ordnung ist, hätte er sich eigentlich denken können: Erschossene Menschen und Hunde sowie ein Beutel Heroin zeigen deutlich, dass an jenem Ort ein Drogendeal aus dem Ruder gelaufen ist. Nun hat Moss den Kopfgeldjäger Carson Wells und Sheriff Ed Tom Bell im Nacken - und obendrein einen sehr psychopathischen Auftragskiller. Die Brüder Joel und Ethan Coen sind wieder im tiefen Süden, wo jeder gesprochene Satz wie das Alte Testament klingt und wo die Grausamkeit verzögert und dafür umso unerbittlicher ihre Blutspur zieht. Hier hat das Böse ein Gesicht - und was für eines: das monströse des Darstellers Javier Bardem, in dessen heillose Bahn im Grenzland von Texas und Mexiko ein braver Mann gerät. Ein Katz-und-Maus-Spiel nach dem Gusto der Coens beginnt. Kein Fall mehr für Tommy Lee Jones als stoischer Mann des Gesetzes oder, um es mit dem Titel der Romanvorlage Cormac McCarthys zu sagen: «No Country for Old Men». Obwohl im glutheißen Land der zerzausten Büsche und Wolken alles von alters her so bleibt, wie es ist. Die Liebhaber der Coens kommen wieder einmal voll auf ihre Rechnung, der Mix von heftiger Gewalt und absurder Komik bestimmt den Ton wie in ihren besten Filmen. (Martin Walder)

(Text: Viennale 2007)

Details

Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald, Garret Dillahunt
Joel und Ethan Coen
Carter Burwell
Roger Deakins
Joel Coen, Ethan Coen
UPI
ab 16

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Land der jungen Männer
    Wenn ich an all die tollen Filme denke, die einen oder mehrere Oscars in den letzten Jahren bekommen haben und dann jetzt den hier sehe, schaue ich recht betreten unter mich. Peinlich! Bei diesem Preisträger wäre wohl eher die Goldene Himbeere angebracht. Eine ausgelutschte Story mit erheblichen Lücken und logischen Knacks. Dazu unterkühlte, wohl absichtlich ausdruckslose Darsteller, denn die müssen ja cool sein. Ich bin eingeschlafen! So sind mir auch die vier Schocker entgangen, wie mir die Tapferen, die durchgehalten hatten, später berichteten. Und der Titel ist auch ganz schön kryptisch.
    Ob die Alternative junge Männer sind, die in diesem Land leben?
    War der ganze Hype nur eine Verbeugung vor den Coen Brüdern?
    Rechtfertigen wenige brutale Killerszenen die endlose Langeweile dazwischen?
    Ist der fehlende Schluss inzwischen ein Markenzeichen der Coens?
    Sind Kamera und die Dialoge wirklich so gut? Der Roman ist überzeugender. Und der hat den Titel “The Road“. Von der Strasse war wenigstens mehr zu sehen als von den fehlenden alten Männern. KV, wenn sie mich fragen!

  • wie ein Gewitter ...
    ... kommt dieser Film über einen ...

    geniale Bilder und Schauspieler, wuchtig, brutal und infernalisch -

    absolut sehenswert !!!

    überschräg
    nach den ersten 2/3 (spannende verfolgungsjagd) verleirt der film langsam alle fäden, man kennt sich überhaupt nicht mehr aus, einer der helden ist plötzlich tot, man weiss nicht, wer ihn erschossen hat etc- mit einem wort: am ende war ich ziemlich enttäuscht. hauptziel der coen's war, wie es scheint, ANDERS zu sein: eine melange von wildwest- serialkiller- komödien-film, zwischen allen genres und stets überraschend. das wird aber dann doch ein ziemlicher krampf

  • ACHTUNG SPOILER!!!!
    Wirklich schräger Film!
    Gut aber auch reichlich verwirrend - fast schon Lynch-Style.

    *** ACHTUNG !!! ***

    Wer den Film noch nicht gelesen hat, nicht weiterlesen!

    Kann mir jemand ein paar Fragen beantworten?

    *) Wer sind die 3 schwerbewaffneten Typen im Nebenzimmer die der Killer im ersten Hotel-Kampf fertigmacht?
    *) Wer ist der alte Mann mit dem Tommy Lee Jones da redet. Der mit dem uralten Kaffee.
    *) Worauf bezieht sich das Gespräch "da killt jemand einen Hotelangestellten, geht am nächsten Tag nochmal hin und killt einen Army-General (oder so)"?
    *) Am Ende vom Film fährt der alte Sherrif nochmal zum Hotel zurück und geht in das Zimmer. In der Szene sind aber bei 2 Zimmern die Schlösser rausgeschossen und die Zimmernummern stimmen auch nicht mit der ersten Schiesserei zusammen.
    *) Im Zimmer ist dann ein rundes Lüftungsfenster rausgeschraubt. Was soll das?

    Ich kapier im Moment garnix...

  • ein Film wie ein Gewitter ...
    ein Film der über Dich kommt wie ein heftiges Gewitter -

    du bist mitten drin, spürst was mit Dir passiert und bist trotzdem machtlos ...

    einfach genial ...

    schneck

  • Knallhart, sehr gut
    Ein moderner Western, in typischem Stil der Coen-Brüder, und die können wirklich gut eine Geschichte erzählen. Aus ein paar Zufällen geboren, an deren Ursprung ein Drogengeld-Massaker steht, etnwickelt sich der Lauf der Dinge mit unerbittlicher, tragischer Konsequenz, und doch bezieht der Film einen großen Teil seiner Wucht aus dem Umstand, dass all diese blutigen, harten Geschehnisse fast normal, ja beiläufig, ja dem Alltag im Südwesten Amerikas zu entsprechen erscheinen. So wie Verkehrsunfälle bei uns eben. Man lebt damit. Javier Bardem als eiskalter, psychopathischer, fischäugiger Killer mit der Konsequenz eines Uhrwerks ist ebenso großartig wie Tommy Lee Jones als müder, weiser, überforderter Sheriff und Josh Brolin als der gejagte Finder des Drogengeldes. Beispielhaft gut: Kamera, Schnitt, Tonschnitt. Ansehen!!! Bewertung: ******