Çun Lajçi

Bis heute sind die Auswirkungen des Kriegs in den 1990er-Jahren im Kosovo spürbar: Fahrijes Mann ist seit damals verschwunden – und sie zur Almosenempfängerin degradiert.

Als mitten in Antwerpen ein Mann ermordet wird, ist für Kommissar Vincke schnell klar, dass der Mörder in den Reihen des organisierten Verbrechens zu suchen ist. Was Vincke nicht ahnt: Die Drahtzieher der Mafia haben die besten Kontakte zur Polizei - und der Sohn des Ermordeten wird alles tun, um seinen Vater zu rächen. Vincke und seine Männer geraten zwischen alle Fronten.

Der Kosovo im Jahr 2004, fünf Jahre nach dem offiziellen Ende des Krieges dort. Nenad (Filip Subaric) ist zehn Jahre alt und in einer serbischen Enklave aufgewachsen. Jeden Tag wird er von der Farm seines Vaters in einem gepanzerten Wagen der KFOR zur Schule gefahren, wo er der einzige noch verbliebene Schüler ist. Die Einsamkeit ist schwierig für den kleinen Jungen, denn wie jeder andere in seinem Alter wünscht er sich nichts anderes, als ein paar Freunde in seinem Alter. Auf seinen Fahrten sieht er durch die kleinen Öffnungen des Vehikels immer dieselben zwei albanischen Jungs und einen Hirtenjungen, dessen Vater umgekommen ist und der Serben hasst. Als eines Tages Nenads Großvater stirbt, unternimmt der junge Christ eine riskante Reise hinter die feindlichen Linien und schließt Freundschaft mit den Muslimen. Denn ausgerechnet bei ihnen hat er die Möglichkeit, seinem Opa eine angemessene Bestattung zu organisieren.

Arben ist jung, arm und Albaner. Statt zur Schule zu dürfen, muss er in Griechenland schwarz arbeiten, doch das Geld reicht trotzdem nicht für seine bettelarme Sippe, die in einem kleinen Bergbauerndorf in der Karstwildnis lebt. Nun braucht er 10.000 Euro: Seine heimliche Liebe Etleva ist schwanger, und ihr Clan sperrt sie ein, bis er die Mitgift auftreibt. Die will er illegal und ohne jede Sprachkenntnisse in Deutschland erarbeiten. Dort trifft er Slatko, der ihn in eine Schlepperbande einführt.