Ran

 J 1985
Drama, Literaturverfilmung, Action, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 160 min.
8.30
film.at poster

Ran setzt fort, was an Ungeheurem sich in den Schlachtengemälden Uccellos oder den Bildrollen der Heiji-Revolte vollzieht. Nach Shakespeares "King Lear"

Allem zuvor, was sie sonst sein mag, ist Kunst ein durch sie selbst hervorgebrachtes Erschrecken in Schönheit. Ran setzt fort, was an Ungeheurem sich in den Schlachtengemälden Uccellos oder den Bildrollen der Heiji-Revolte vollzieht. Rot, gelb und blau wie Schmetterlinge auf dem Malachit der Wiesen hetzen die Vernichtungsströme der Krieger durchs Bild. Ungerührt verneigt sich der Tod als rubinfarbenes Lohen, gefasst in prachtvolles, samtenes Lavaschwarz. Kurosawa weiß, dass die Ekstase das Extreme fordert, das grellste Entsetzen, den Schauder, die höchste Stilisierung, das Skandalon, die Verletzung. Was er auf den Spuren von Shakespeares King Lear in Ran ausmalt, ist nicht mehr oder weniger als der Weltuntergang im keineswegs fernen Spiegel des sengoku jidai ("Zeit des Landes im Krieg": Japans 16. Jahrhundert). Der in Vernichtung und Wahnsinn endende Fall des Fürsten Hidetoro erlöst zu keiner anderen Katharsis als der Einsicht, dass das Zerstörende der Macht darin besteht, dass es alles und zuletzt die Macht zerstört. Ran lässt keine Chance außer dem Erschrecken. "Gegen Kurosawas Arbeiten", sagt Woody Allen, "ist alles, was wir machen, Kleinkram." (filmmuseum)

Details

Nakadai Tatsuya, Terao Akira, Nezu Jinpachi u.a.
Akira Kurosawa
Tôru Takemitsu
Asakazu Nakai, Takao Saitô, Shôji Ueda
Oguni Hideo, Ide Masato nach Shakespeare

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Welt ein Chaos
    Ein Historiendrama, das an unsere Sehgewohnheiten wegen der epischen Breite hohe Anforderungen stellt. Außerdem fällt es nicht leicht Namen und Gesichter auseinander zu halten. Einzige Ausnahme ist der greise Großfürst Hidetora und sein Hofnarr. Beide heben sich aber auch durch ihre schauspielerische Leistung weit von den übrigen Figuren ab. Es geht hauptsächlich um Macht, Rache, Dominanz und Unterwerfung im mittelalterlichen Japan. Aber auch die Liebe ist von eminenter Bedeutung und zwar die zwischen Vater und Sohn genauso wie die zwischen Mann und Frau. Eine selbstbewusste, machtgierige Frau nimmt Anlauf mit Morddrohungen gegenüber dem Fürsten und landet im Bett mit ihm. Und ganz nebenbei werden wir auch noch mit fernöstlichen Lebensweisheiten gefüttert, wie ’Die Hunde folgen dem Herrn, wenn er ein guter Jäger ist.’ oder ’Die Henne bringt den Hahn zum Krähen.’ Wir sehen eine Welt ohne Treue und Menschlichkeit, in der die Menschen das Leid der Freude vorziehen und das Morden ohne Ende genießen. Eine Welt im ’Chaos’ eben, so der Titel des Films.