Rogue One: A Star Wars Story

 USA 2016
Drama, Fantasy, Science Fiction, Abenteuer, Action 15.12.2016 ab 12 133 min.
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8.20
Rogue One: A Star Wars Story

In dieser zeitlich zwischen "Episode III" und "Episode IV" angesiedelten Erzählung planen Rebellen eine Mission, um die Pläne für den Todesstern zu stehlen.

Mit "Rogue One: A Star Wars Story" startet der erste Film, der unter der Rubrik „A Star Wars Story“ läuft, in den deutschen Kinos. Während die Filme der Star Wars Saga – darunter auch der mit über neun Millionen Besuchern phänomenal erfolgreiche "Star Wars: Das Erwachen der Macht" – eine fortlaufende Geschichte rund um die Familie Skywalker erzählen, werden die „A Star Wars Story“-Filme in sich abgeschlossene Abenteuer sein, die stilistisch neue Wege beschreiten, zeitlich und räumlich losgelöst sind und vollkommen neue Facetten und Charaktere der Star Wars Galaxis beleuchten.

Details

Felicity Jones, Mads Mikkelsen, Alan Tudyk, Donnie Yen, Riz Ahmed, Diego Luna u.a.
Gareth Edwards
Alexandre Desplat
Greig Fraser
Chris Weitz, Tony Gilroy
Disney
ab 12

Kritiken

Kinoprogramm

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Film bewerten

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User Kritiken

  • Die Schauspieler:

    Die mit Abstand größte Screentime erhielt in „Rogue One“ Hauptdarstellerin Felicity Jones, in der Rolle der Jyn Erso. Die Oscar nominierte Jones („die Entdeckung der Unendlichkeit“) schafft es, auf dem schmalen Grad zwischen einem kämpferischen Sarah Connor Typ und einer überzeichneten Katniss Everdeen zu bleiben, ohne unglaubwürdig zu werden. Ihr Filmvater Galen Erso wird dargestellt von dem großartigen Mads Mikkelsen, welcher seiner Rolle einmal mehr die ganz besondere Note verleiht und sich vielleicht auch als Jedi Ritter sehr gut gemacht hätte. Mikkelsens überschaubare Auftritte besitzen eine Präsenz und Coolness, die ihresgleichen sucht und von der sich sehr viele der jüngeren Schauspieler sich noch eine Scheibe abschneiden könnten. Dies trifft auf den männlichen Hauptpart Diego Luna in der Rolle des Cassian Andor zu. Seine Darbietung als der Han Solo ähnliche Outlaw ist insgesamt einfach zu dünn, bleibt in keinster Weise im Gedächtnis und erweckt bei männlichen Zuschauern eher nicht den Wunsch er sein zu wollen, wie es z. b. ein damaliger Harrison Ford geschafft hat. Großartig in seiner Rolle ist der Australier Ben Mendelsohn, der den Imperialisten Direktor Orson Krennic spielt. Dieser strahlt einiges an Charisma aus und verleiht damit seiner Rolle einen schönen Mix aus Bösartigkeit und respektvoller Sympathie, nur die warme und mit dem Schauspieler Sean Bean assoziierte deutsche Synchronstimme, will nicht recht zu Krennic passen. Ziemlich verheizt wurde Forest Whitaker als Saw Gerrera der, aufgrund seiner reduzierten Auftritte, gar nicht die Möglichkeit hatte seine volle Genialität auszuspielen. Den Rest des Ensembles trifft ein ähnliches Schicksal, da diese ihre Sache zwar ganz gut machten, deren Charaktere aber leider auch sehr wenig ausgearbeitet waren. Einen kurzen aber auch wichtigen Einsatz erfuhr der einmal mehr höchst angenehme Schauspieler Jimmy Smits in seiner Rolle als Bail Organa.

    Der Film:

    „Rogue One“ ist in mancher Hinsicht das, was schon „das Erwachen der Macht“ hätte sein sollen. Als erster eigenständiger Film hebt er sich in sehr vielen Punkten vom Rest des „Star Wars“ Universums ab. Allein schon das fehlen des gelben Lauftextes am Beginn, wirft den Zuseher aus dem gewohnten Episodenstyle. Regisseur Gareth Edwards beweist im ersten Spin off des Franchise eine gehörige Packung visuelle Innovativität in Kombination mit so manchem Detail der ersten „Star Wars“ Stunde und dem ein oder anderen Easter Egg für die Fans der weit, weit entfernten Galaxis. Insgesamt ist die Spannung des Bogens gut gelungen, um auf der einen Seite etwas völlig Neues zu erschaffen, das sich deutlich von den Episodenfilmen abhebt und dennoch auf der anderen Seite genug erkennbares einzubauen um nicht ganz vergessen zu lassen in welchem Universe sich die Geschichte bewegt. Nicht zuletzt unterstützt wird das vertraute Gefühl sich schon noch in der Welt der Jedis zu bewegen, durch die immer wiederkehrenden Orchesterstücke des Komponisten John Williams. Dessen Musik ist doch schon seit den 70er Jahren untrennbar mit „Star Wars“ verbunden. Doch auch der aktuelle Filmmusiker Michael Giacchino leistet gute Arbeit. Gerade dies war kein leichtes Stück, denn aufgrund der Nachdrehs und Terminverschiebungen wurde der erste Komponist Alexandre Desplat durch Giacchino ersetzt. Entstanden ist ein guter Mix aus klassischen „Star Wars“ Stücken und neuer Musik, welche die düstere Atmosphäre – wie z . b. im Dauerregen stattfindende Kämpfe - des Films unterstützen. Gerade besagte Atmosphäre ist eines der Details die „Rogue One“ so sehr vom letztjährigen „Episode VII“ unterscheidet. Auch J. J. Abrams zeigte Kampfhandlungen, doch waren diese eher sauber dargestellt und geschönt. Geschönt ist hier im ersten Spin off nur weniges. Die Trooper sind schmutzig, es splittern Teile der Rüstungen und bis auf die durchgehend geschminkte und gestylte Jyn Erso, kann den Helden wie auch den Imperialisten der Tribut von Kämpfen und Anstrengung angesehen werden. Der erneute Einsatz eines Droiden der für Laune sorgen soll, ist Geschmackssache. Der zur Allianz übergelaufene K-2SO ist zwar ohne Frage ein belustigendes Detail das etwas Entspannung in die Düsternis bringt, doch will er nicht so ganz zum eigentlich sehr ernsten Erzählstil passen. „Rogue One“ ist ein Kriegsfilm im Stil von alten Klassikern wie „das dreckige Dutzend“, oder „die Wildgänse fliegen“. Im Zuge der heftigen Kampfhandlungen wird einem nichts geschenkt und das Projekt bewegt sich immer im grenzwertig brutalen Bereich der Altersgrenze von FSK 12. Es sterben zwar massig Rebellen und auch Trooper, doch wird es nie so explizit blutig um die Freigabe in Frage zu stellen. Der Vergleich zu klassischen Kriegsfilmen führt auch zum leider größten Defizit des Films. Die Ersetzbarkeit der eingesetzten Charaktere. Liegt der Fokus eindeutig auf den wenigen Hauptfiguren, werden die restlichen zum wenig beleuchteten Haufen aus Sidekicks. Was zwar verschmerzbar aber auch teilweise schade ist, denn z. b. Kampfkünstler Donnie Yen („Ip Man“) hätte in der Rolle des blinden Mönch Chirrut Imwe noch viel an möglichem Potential gehabt, das aber ungenutzt bleibt und dieser somit nur ein dünner Ersatz für den weisen Jedi àla Meister Yoda ist. Auch sein Gefährte Baze Malbus wurde nicht wirklich nachhaltig ins Geschehen eingefügt, sondern hinterlässt nur mit seiner überdimensionierten Waffe einen „bleibenden Eindruck“ – vor allem beim Imperium. Was für die Kenner des Franchise aufregend sein dürfte, ist der Einsatz von einigen alten Bekannten. Sei es als kleines Easter Egg oder in längeren Szenarien, kommt Nostalgiefeeling auf wenn wieder ein Gesicht entdeckt wird. Oberantagonist Darth Vader darf hier natürlich genauso wenig fehlen, wie zwei andere Gesichter, die zwar der (sichtbaren) CGI Konserve entstammen, aber dennoch Freude bereiten. Was die Handlung des Films betrifft, blieb von vornherein nicht viel Spielraum, da der Zuseher aufgrund der Episode IV ohnehin wussten wo die Reise hingeht. Wie dem auch sei, die wahre Stärke von „Rogue One“ liegt in der visuellen Genialität. Und diese ist wahrlich gewaltig. Bis auf kleine Schwächen in der unbeweglich, plastischen Darstellung der Sternenzerstörer, wird ein Effekte Feuerwerk der Extraklasse abgebrannt. Immer wieder werden Bilder geboten, welche die Kinnlade zum runterklappen bringen. Imperiale Kampfläufer die das eine oder andere Upgrade erfahren haben, Schlachtszenarien zu Lande und in der Luft oder die unglaublich visualisierte Zurschaustellung der Zerstörungskraft des Todessterns geben Sci Fi Fans genau das, was heutzutage im Kino gesehen und auch gehört werden will. Was Gareth Edwards aus den wenigen Informationen zur eigentlichen Beschaffung der Todessternpläne gemacht hat, ist ohne Frage beeindruckend.

    Fazit:

    Atemberaubender, bild- und tongewaltiger Sci Fi Kriegsfilm im „Star Wars“ Universe, der zwar leider einige Schwächen in Auswahl und Darstellung seiner Charaktere hat, jedoch mit vielen detailverliebten Schlachten und Szenarien sowohl den „Star Wars“ Neueinsteigern, als auch die älteren Kenner und Fanboys begeistern können sollte.