Rossini - Oder die mörderische Frage wer mit wem schlief

 BRD 1996
Komödie 114 min.
6.40
Rossini - Oder die mörderische Frage wer mit wem schlief

Im Nobel-Restaurant "Rossini" hält allabendlich die Münchner Medienschickeria Hof.

Jeden Abend treffen sie sich hier: die alternde Journalistin Charlotte (Hannelore Hoger), die ihren täglichen Orgasmus als Mittel gegen die Migräne braucht, der Regisseur Uhu Zigeuner (Götz George), der das Lokal zu seiner Wohnung gemacht hat, der Produzent Oskar Reiter (Heiner Lauterbach), der sich im ewigen Fronteinsatz des Kriegsfilms wähnt, der Lyriker Bodo Kriegnitz (Jan Josef Liefers), Valeria (Gudrun Landgrebe), um die sich die beiden streiten, der Autor Jakob Windisch (Joachim Krób| um dessen Buch "Loreley" heftig gerungen wird. Er will es nicht verfilmen lassen, Regisseur und Produzent sind gleichwohl auf das Projekt angewiesen.

Zur gleichen Zeit geht es um die Besetzung der weiblichen Hauptrolle. Der Film, von dem alle träumen und schwätzen, wird am Ende gemacht, aber ganz anders als man es einmal plante, jeder und jede hat mit irgendeinem geschlafen und ist doch allein geblieben, jeder Sieg ist eine Niederlage, jeder ist verwundet und ein Mensch ist am Ende tot.(Text: Georg Seeßlen, epd Film)

Details

Götz George, Mario Adorf, Heiner Lauterbach, Gudrun Landgrebe, Veronica Ferres, Joachim Król, Armin Rohde, u.a.
Helmut Dietl
Helmut Dietl, Patrick Süskind

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Neurosen der Reichen
    Bis in kleine Nebenrollen ist der Film mit Promis besetzt. Und alle stehen in der Blühte der Jahre (1997). Mit ihnen und einer stimmungsvollen Atmosphäre, die besonders durch die Beleuchtung (Kerzen) betont wird, hat Helmut Dietl seinen besten Film gemacht. Das Restaurant ist ein Ort, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Hier gibt es alles wie im eigenen Zuhause: Pakete, Post, Verschwiegenheit. Es geht dabei um Betrug, Eifersucht, Rivalität, sogar um Verdauungsprobleme (Gudrun Landgrebe). Und wir sehen eine handverlesene Anzahl von Vertretern des menschlichen Zoos. Man kann erkennen, dass darunter sowohl arme Tröpfe als auch Gangster zu finden sind, reife Frauen, die es nochmal brauchen und Gleichaltrige, die nicht erwachsen werden können. Alle besitzen einen gewissen Charme und bleiben sympathisch, selbst in ihrer durchgeknallten Art und Weise.
    Das ganze Ensemble trägt den Film und verfügt dabei über viel Wortwitz (Drehbuch Patrick Süskind). Emotionen kommen dabei keineswegs zu kurz. Hier blieben besonders die Episoden zwischen Joachim Król und Marina Gedeck in Erinnerung oder Mario Adorf als viagra-aufgepumpter alter Anti-Held, der es noch einmal wissen will. Und dann geht es auch noch in symbolische Gefilde mit dem Auftritt von Schneewittchen (Veronika Ferres), ‘die Frau, von der alle Männer träumen‘ oder die fleischgewordene Männerfantasie. Bei ihrem Auftritt erklingt die Schneewittchen Suite, ein einschmeichelnder Ohrwurm mit Gänsehaut-Effekt. Sie verkörpert die Muse, die weitergereicht wird, weil sie von vielen benötigt wird. Das muss Götz George leidvoll erfahren. Regisseur Dietl sagt uns durch die Blume dass es keine Liebe gibt, nur Sex und Tränen, Enttäuschung und Frust. Darüber kann man streiten, über die Qualität des Filmes sicher nicht.