Ryans Tochter

 GB 1969

Ryan's Daughter

Drama 186 min.
7.50
film.at poster

Die junge Rosy Ryan findet in ihrer Ehe keine Erfüllung und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit dem Kommandanten eines britischen Militärlagers.

Irland im Jahr 1916: Tom Ryan besitzt die einzige Gastwirtschaft des kleinen Küstenortes Kirrary. Armut, Arbeitslosigkeit und Feindseligkeit gegen die Briten bestimmen das Leben in dem abgelegenen Nest. Ryans einzige Tochter Rosy (Christopher Jones) verliebt sich in ihren ehemaligen Lehrer Charles Shaughnessy (Robert Mitchum). Der Witwer erwidert ihre Gefühle, hat aber Bedenken, das junge Mädchen an sich zu binden. Doch was Rosy will, erreicht sie auch, und so heiraten die beiden. Rosys Hoffnungen, die sie in diese Ehe gesetzt hat, aber werden enttäuscht. Charles bemüht sich zwar auf seine Art sehr um seine junge Frau, aber der Alltag in der bescheidenen Lehrerwohnung bleibt weit hinter ihren romantischen Erwartungen zurück. Rosy muss erkennen, dass ihr Mann an Sex kaum interessiert ist, ihre Träume von der großer Leidenschaft bleiben unerfüllt und unerwidert.

Eines Tages erhält die englische Garnison einen neuen Lagerkommandanten: Major Randolph Dorian (Christopher Jones) ist von seinen Einsätzen an der Front in Frankreich psychisch und physisch angeschlagen. Zwischen dem jungen Offizier und Rosy entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre, die sie vergeblich geheim zu halten versuchen. Bald klatscht man im ganzen Dorf - ausgerechnet der debile Michael, der von allen gehänselte "Dorfdepp", entdeckt Beweise für Rosys Ehebruch. Die Bewohner behandeln Rosy als Verräterin der irischen Sache mit Verachtung, während Charles stumm leidet und zu verdrängen sucht. Als Dorian Freiheitskämpfer gefangen nimmt, die gerade eine Ladung Waffen aus dem tobenden Meer geborgen haben, überstürzen sich die Ereignisse.

Details

Christopher Jones, Robert Mitchum, Christopher Jones, u.a.
David Lean
Maurice Jarre
Freddie Young
Robert Bolt

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Eine Frage der Ehre
    Ein lange Zeit verkanntes Meisterwerk von David Lean. Es gibt keine atemberaubende Stunts, der irisch-englische Konflikt ist wirklich kein Thema mehr und das zentrale Problem: Ehebruch ist schon zu oft durchgenudelt worden, zumal sich der moralische Anspruch seit den 70er Jahren gewandelt hat. Und dennoch überzeugt in diesem Klassiker das Lokalkolorit der Atmosphäre; gedreht wurde an der Südwestspitze Irlands. Wir sehen großartige Bilder von der Küstenlandschaft in wildem Sturm. Dann die äußerst glaubwürdigen, tollen Darsteller. Hier ist vor allem John Mills als quasimodomäßiger Dorfdepp Michael hervorzuheben. Und die Machart zeigt Klasse. Leise Ironie, Kritik am Zeitgeist und traumatisierte Helden werden episch ausgebreitet.
    Der Seitensprung von Ryans Tochter Rosy (Sarah Miles) mit dem britischen Offizier Doryan (Christopher Jones) wird durch die Feigheit ihres Vaters (Leo McKern) zum Politikum. Rosy wird vor den Augen ihres Ehemanns Shaughnessy (souverän Robert Mitchum) fast gelyncht. Wie der ‘Zwei und Zwei‘ zusammengezählt hat, ist nur zu ahnen. Vage Vermutungen und Fantasie erklimmen mittels Logik den Gipfel der Erkenntnis. Die Betroffenen: Ehemann, Vater, Pfarrer (Trevor Howard) und Michael tauschen sich oftmals schweigend aus. Das ist großartig, zum Teil bewegend inszeniert.
    Und am Ende gibt uns Regisseur Lean noch eine Aufgabe. Was soll Shaughnessy tun? Vergeben und vergessen? Sich scheiden lassen und Ryans Tochter mit Schimpf und Schande davon jagen?
    In mehrfacher Hinsicht großartig.







  • Ein DAVID LEANFILM, der wie in all seinen Filmen - ein exzelentes Drehbuch, erstklassiges Schauspiel, grandiose Bilder(Naturkulisse Irland),epische Musik (Maurice Jarre) mit seiner Regie krönt.