Sass

 Deutschland 2001
Drama, Krimi 112 min.
6.80
Sass

Verfilmung des Lebens der Brüder Franz und Erich Sass, legendäre Einbrecher im Berlin der 20er Jahre.

Franz (BEN BECKER) und Erich Sass (JÜRGEN VOGEBpwerden mit einer Reihe von spektakulären Einbrüchen zu wahren Volkshelden. Die Polizei ist machtlos. Kriminalsekretär Fabich (HENRY HÜBCHEN) ist den beiden zwar immer dicht auf den Fersen und einige Male gelingt es ihm sogar, die Brüder zu verhaften, doch die Indizien reichen nie für eine Verurteilung aus. Aus den mittellosen Brüdern einer Arbeiterfamilie werden angesehene Mitglieder der besseren Gesellschaft im Berlin der "Goldenen 20er". Aus vollen Zügen genießen sie das süße Leben. Doch dann wagen Franz und Erich Sass ihren größten Coup. Der als nicht zu knackend geltende Tresor der Diskonto-Bank ist das Ziel ihrer Träume...

Details

Ben Becker, Jürgen Vogel, Henry Hübchen, Frank Sieckel, Karin Baal, Otto Sander, Traugott Buhre, Jeanette hain, Miguel Herz-Kestranek
Carlo Rola
Georg Kleinebreil
Martin Langer
Holger Karsten Schmidt, Uwe Wilhelm
Constantin

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Solide aber etwas zu bieder
    Sicher - sie waren Diebe und damit Verbrecher. Wenn man es so eng sieht, so
    war das Tun der beiden natürlich verwerflich und nicht gut zu heißen, aber
    blickt man ein wenig dahinter waren Franz und Erich Sass zwei sympathische
    Helden, die aus ihrer tristen Lage das beste machten und dabei auch nicht
    auf ihre Nachbarn vergessen haben. In "Sass" bekommt man einen sehr guten
    Blick auf das Berlin Anfang der 30er Jahre welches
    von Armut im Arbeiterviertel und von Prunk und Glanz von einer kleinen
    Minderheit bestimmt wird. Franz und Erich haben sich unter Einsatz großer
    persönlicher Opfer von der Armut befreit und gaben mit ihren Diebstählen
    vielen Menschen etwas woran sie glauben, mit wem sie sympathisieren können.

    Inwiefern der Film tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruht weiß ich zwar
    nicht, doch stellt es der Berliner Polizei von damals nicht gerade ein gutes
    Zeugnis aus. Sogar mit der Ankündigung eine bestimmte Bank als nächstes zu
    überfallen war man einfach nicht fähig die Brüder zu fassen und hätten die
    Nazis dem Treiben der beiden nicht einen Riegel vorgeschoben, hätte man wohl
    noch einmal vierzehn Jahre die Exekutive zum Narren gehalten. Einen
    wesentlichen Kritikpunkt den man vermerken muss ist die Tatsache, dass,
    obwohl die Handlung des Films über einen Zeitraum von vierzehn Jahre spielt,
    man das Gefühl hat die Handlung spiele sich in einem viel kürzeren
    Zeitrahmen statt. Die Sass-Brüder werden nicht wesentlich älter und weder
    eine Texteinblendung noch eine Erwähnung lässt auf die große Zeitspanne
    Rückschlüsse ziehen.

    So interessant der Stoff auch ist, so wurde er leider ein wenig zu bieder
    verfilmt. Der Film präsentiert sich ziemlich unspektakulär was wohl einer
    der Hauptgründe sein dürfte, dass er in Österreich erst mit ziemlicher Verspätung den Weg ins Kino geschafft hat. Das ist sehr schade, liefern die Akteure doch eine
    einwandfreie Vorstellung ab. Ben Becker und Jürgen Vogel verkörpern die
    Sass-Brüder, wobei Becker wie immer mit seiner tiefen, sonoren Stimme und
    Vogel mit dem aufbrausenden Temperament des Erich Sass glänzt. Wunderbar ist
    auch die Darbietung von Henry Hübchen als Kommisar Fabich, der als Jäger der
    Sass-Brüder wohl die überzeugendste Vorstellung der Darstellerriege bietet.

    Fazit: "Sass - Die Meisterdiebe" ist mit Sicherheit keine Offenbarung welche
    man unbedingt gesehen haben muss, aber dennoch lohnt sich ein Blick darauf.
    Nicht wirklich spektakulär, nicht wirklich aufregend, aber immerhin noch
    grundsolide Krimikost mit exzellenten Darstellern und einem
    interessanten Blick auf die Ängste und Hoffnungen der Menschen aus der
    damaligen Zeit.