Schmetterling und Taucherglocke

 USA/F 2007

Le Scaphandre et le papillon

Drama, Biografie 28.03.2008 ab 6 112 min.
8.00
Schmetterling und Taucherglocke

Der stumme und gelähmte ehe­malige Chefredakteur der französischen 'Elle' diktiert nur mit dem Blinzeln seines linken Auges seine Autobiographie.

Die Verfilmung der Autobiographie des am Locked-In-Syndrom erkrankten ehemaligen französischen Elle-Chefredakteurs Jean-Dominique Bauby (in Deutschland und Österreich bislang über 350.000 verkaufte Exemplare). Der Film erzählt in atemberaubenden Bildern die zutiefst bewegende Lebens- und Leidensgeschichte von Bauby, der 1995 im Alter von 42 Jahren aus heiterem Himmel durch einen Schlaganfall aus seinem gewohnten Leben, mit all seinem Glamour und Style, gerissen wird. Bauby kann fortan nur noch das linke Auge bewegen, ist Gefangener in seinem eigenen Körper.

Mit dem Blinzeln seines Auges diktiert Bauby seine Memoiren und lässt darin nicht nur sein Leben Revue passieren, sondern auch ganze Gedankenwelten entstehen, die ihn erkennen lassen: Glück bedeutet zu realisieren, dass man liebt und geliebt wird...

Details

Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marina Hands, Max von Sydow, Marie Josée Croze u.a.
Julian Schnabel
Paul Cantelon
Janusz Kaminski
Ronald Harwood
Polyfilm
ab 6

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Gedankenfreiheit
    Die Qualität des Films ist über jeden Zweifel erhaben. Entsprechend groß war auch die Akzeptanz beim Publikum und diversen Preisverleihungskomitees.
    Für mich überzeugt der Film aus mehreren Gründen: die konsequente, strikt eingehaltene Einstellung der Kamera aus der Sicht des Totalgelähmten Jean-Do (Mathieu Amalric), die nur zwecks Auflockerung unterbrochen wird. Dazu gehören Rückblenden aus seinem früheren Leben sowie seine Ausflüge ins Reich der Fantasie.
    Sowie das Drehbuch, das mit zwei absoluten Highlights aufwartet: die beiden Telefonate, die Jean-Do mit seinem Vater (Max von Sydow), der in seiner Wohnung Locked-in ist und mit seiner Geliebten Joséphine (Marina Chatterley-Hands) in Anwesenheit seiner Ehefrau führt. Wenn der Film einen bis dahin noch nicht gerührt und betroffen gemacht hat, tut es das spätestens jetzt.
    Eine Ensemble-Leistung. Wir sehen eine ganze Reihe französischer Alt- und Jungstars. Die alten wie Jean-Pierre Cassel, Patrick Chesnais und Niels Arestrup überzeugen durch Routine neben Isaach De Bankolé. Die jungen, gutaussehenden Französinnen wie Emmanuelle Seigner, Anne Consigny sowie Marie- Josée Croze verbreiten Wärme und Charme, musikalisch unterstützt von Jacques Brel und Tom Waits. Diese Mademoiselles sind aber nicht der einzige Hingucker. Der lyrische Titel weist auf die innere Freiheit hin und auf die Tatsache, dass es für Fantasie und Erinnerung keine Beschränkung gibt.

  • Eine Spitzengeschichte - T 3
    Was auch gut gewählt war, der kleine Sarkasmus im Film am Anfang, die Klaustrophobie was der Film vermitteln will als sein Auge zugenäht wurde, was man gut aus der Ich Perspektive sieht. Was den Film so kraftvoll macht, ist dass man sieht wie ein Mensch total zerfällt und wieder sich aufbaut, wie er aus seinem Kokon rauskommt und in die Freiheit fliegt, ach ja, wörtlich übersetzt hieße die Übersetzung des Filmtitels „Die Taucherglocke und der Schmetterling“ was mir besser gefallen würde als der Titel, aber egal. Ich kann dem Film jeden empfehlen, allen Schulen, allen Klassen, jeder Altersklasse und vor allem den reichen Leuten auf der Welt die sich wegen allem anscheißen und die meinen man muß alles haben.

    90 von 100

  • Ich finde den Film super - T 2
    Sicher kann es einem auf die Nerven gehen das ganze Buchstabieren zu hören und zu sehen und die Buchstaben so nachzufolgen aber dass passt einfach zum Film.

    So einige wollen vielleicht wissen was dass für ein grausliches Syndrom ist dass so selten ist:

    Das Locked-In-Syndrom, auch Eingeschlossensein, bezeichnet einen Zustand, in dem ein Mensch bei erhaltenem Bewusstsein fast vollständig gelähmt und unfähig ist, sich sprachlich oder durch Bewegungen verständlich zu machen. Die Kommunikationsmöglichkeiten nach außen ergeben sich meist nur durch die erhaltene vertikale Augenbeweglichkeit. Wenn auch diese verloren gegangen ist, ist die Verwendung eines Brain-Computer Interfaces die letzte verbleibende Möglichkeit, dem Betroffenen die Kommunikation mit der Außenwelt zu ermöglichen. Der Hörsinn ist völlig intakt. Zu den neurologischen Ursachen des Locked-In-Syndroms zählen unter anderem Läsionen in der Pons, selten auch im Mittelhirn oder auf beiden Seiten der Capsula interna. Den Läsionen liegt im Allgemeinen eine Gefäßstörung nach einer Thrombose der Arteria basilaris zugrunde. Es ist schwierig, diese Form des Locked-in-Syndroms von anderen Formen der Querschnittlähmung mit Bewusstseinsverlust zu unterscheiden. Aufgrund der Schädigung im Bereich der Pons sind vertikale Blickbewegungen möglich, da die motorischen Bereiche, im Gegensatz zu den horizontalen Bewegungen, oberhalb der Pons liegen. Mithilfe dieser Augenbewegungen ist eine Verständigung möglich. Die Betreuung macht besondere Pflegemaßnahmen erforderlich. Eine Behandlung der Ursachen, Psycho- und Physiotherapie sowie Ergotherapie zur Förderung der Selbstständigkeit sind notwendig. Gewöhnlich muss der Patient wegen der Schluckstörung (Dysphagie) künstlich ernährt werden. Die expressiven sprachlichen Fähigkeiten und die Schluckfähigkeit werden mittels der Logopädie teilweise oder manchmal auch komplett wieder hergestellt. Die Krankheit ist schwerwiegend und weist eine erhebliche Mortalitätsrate auf. Eine teilweise erfolgende Besserung ist aber möglich. Das Locked-in-Syndrom ist vom Wachkoma abzugrenzen, da das Bewusstsein des Patienten größtenteils erhalten bleibt. Besonders unangenehm für den Patienten: Er ist meist genauso aufnahmefähig wie ein Gesunder. Er kann alles in seiner Umgebung hören und verstehen, kann sich aber nicht mitteilen.

    Weiter mit mir:

    Man kann sich heute gar nicht vorstellen wie sehr die Leute alle leiden können. Was gut gezeigt wurde, ist dass mit dem komischen Alphabet, welches die Buchstaben nach ihrer Häufigkeit in der französischen Sprache ordnet, JEAN die 28 Kapitel seiner Autobiographie Schmetterling und Taucherglocke diktieren kann, sieht man gut im Film, und ich kann mir bis jetzt nicht vorstellen wie man so leben kann, gelähmt und Stumm, dass es keine Lösung für ihn gibt und ich frage mich wie es ihm heute geht .Was an dem Film auch neu ist, die meiste Zeit wird mit Hilfe einer subjektiven Kamera auf die Problematik des Darstellers eingegangen, und dass bei einem Film der aber die Breite Masse ansprechen soll, aber eigentlich mehr so ein Arthouse Film ist und ich finde es ist ein Film der in jeder Schule gezeigt werden soll, ein Film den ich auf alle Fälle verteidige, da die Geschichte außergewöhnlich ist und wer den Film nicht mag, den zertrete ich zu Brei. Heute sind so viele Jugendliche so unzufrieden und merken gar nicht wie gut es Ihnen geht, und so führt der Film zu so vielen Diskussionen bei intelligenten diskussionsfreudigen Menschen, einfach unglaublich so was ist echt selten.

  • Fast perfekt - Teil 1
    Manche Filmtitel heißen in Deutsch komplett anders als im Original und auch wenn hier etwas vorsichtig übersetzt wurde, ist es nicht so genau wie es eigentlich heißen sollte. Ich kann zwar nicht französisch aber im Kinopublikum wenn man aufpaßt hört man so einiges, und da war auch die Rede dass der Deutsche Filmtitel eine ungenaue und unzulängliche Übersetzung des Originales ist.

    Es ist schwierig die Handlung nachzuerzählen, aber sie sollte genau sein glaube ich und einfühlsam:

    Es geht um die außerordentliche und wirklich einmalige Leidensgeschichte eines Chefredakteurs von einer französischen Zeitschrift namens Elle, der Typ der die Hauptrolle spielt heißt im Film JEAN-DOMINIQUE BAUBY, und erzählt wird die ganze Story aus seiner eigenen Perspektive. JEAN wird im Jahr 1995 durch einen Gehirnschlag gelähmt; es war ein Unfall, er leidet seitdem am sogenannten Locked-in-Syndrom und kann nur noch ein Auge bewegen. Das andere Auge musste zugenäht werden, weil es zerstört wurde, und es wuchs so zusammen, sah für mich aus wie in einem Horrorfilm von David Cronenberg.

    Im Spital nachdem er sich wieder beruhigt hat, und ich mich auch, weil das ganze war sehr aufwühlend, erscheint eine sehr freundliche Therapeutin HENRIETTE DURAND, und die hat nach langer Therapie, und nach vielen Patienten vorher, nach vielen Arbeiten mit ihm, eine Idee, sie erarbeitet mit ihm eine Kommunikations- - Möglichkeit über eine ABC-Tafel, so eine Art gedankliche die ganz besonders funktioniert, nämlich auf der die Buchstaben in der Reihenfolge der häufigsten Benutzung in der französischen Sprache notiert sind. Sie liest ihm die Buchstaben vor und so bald der richtige Buchstabe genannt ist, alle hinzukommenden Leute in der Handlung des Filmes müssen stets das Alphabet aufsagen, und JEAN zwinkert mit seinem Auge.

    Zunächst will BAUBY jedoch nicht reden nicht sprechen, er denkt an Selbstmord, er ist ja auch noch querschnittsgelähmt, vom Kopf bis zu den Zehen, und er sieht sein Leben in einer "Taucherglocke“. Noch dazu kommt die Tatsache dass er wenig Freunde hat, einen senilen Vater, eine nicht entgegenkommende Frau, Kinder die verschreckt sind von ihm, Ärzte die nerven, und er weiß jetzt dass er einer von ganz wenigen Leuten auf der Welt ist, die so was haben. Eine Logopädin trainiert mit ihm, um ihn zur Sprache zurückzuführen, die Fortschritte sind jedoch nur äußerst klein, was auch kein Wunder ist, wenn dir ständig das Alphabet vorgesagt ist und du musst mit einem linken Auge zwinkern, 1 x = Ja, 2 x = Nein. Die beiden Therapeutinnen, die eine für Physiotherapie, die andere für Logopädie bewirken jedoch, dass JEAN mit seiner Situation so halbwegs fertig wird. JEAN erkennt, dass ihm einzig seine Fantasie und seine Erinnerungen geblieben sind und beschließt mit seiner neuen Kommunikationsmethode seine Memoiren zu schreiben. Ein Buch mit Augenzwinkern schreiben der Gedanke klingt witzig, ist aber hier im 112 Minuten Film eine wahre Herausforderung. Buchstabe für Buchstabe diktiert er sein Buch und reflektiert sein Leben und seine Beziehungen zu den Menschen, die ihm nahe stehen.

    Meine Meinung und Infos:

    Ich glaube dieses Buch werde ich mir kaufen es ist sicher sehr interessant, und während des Filmes, den ich glücklicherweise nicht in dem einen kleinen Kino mit Deutschen Untertiteln sah, sondern ganz in Deutsch im größeren Kleinen Kino, habe ich immer das Gefühl gehabt, ich bin JEAN, oder ich bin im Film und da ich viele Behinderte kenne, und meine Freundin auch, mussten wir beide fast dauernd mit den Tränen kämpfen. Es ist ein ungewöhnlicher Film und wem schon „Mein Kind vom Mars“ zu Herzen ging, der wird diesen Film mögen.

    Es ist vor allem die Tatsache, dass eher für mich unbekannte Schauspieler spielen und man kann sich so richtig auf die Handlung konzentrieren und man wird von den Ereignissen auch nicht zu sehr abgelehnt.

  • grossartig
    der - echte - jean-dominique bauby wurde bekanntlich durch einen schlaganfall aus dem leben eines elle-chefredakteurs gerissen und litt als einer von ein paar tausend menschen auf der welt am "locked-in syndrom". völlig gelähmt - ein augenlid und ein auge beweglich, aber der geist voll da. man muß den film gesehen haben, um sich vorzustellen, was das bedeutet. in dieser situation "schreibt" der mann ein knap 200seitiges buch, statt zu verzweifeln. die leistung ist schier unglaublich. auch das filmteam (nämlich alle) hat hier bewundernswertes geleistet. schnabel gelang es sogar, den zuschauer zum lachen zu bringen - ohne daß deinem dies peinlich wäre. und so entstand ein film, der berührt, begeistert, zum denken anregt- und vor allem stundenlange gespräche nach verlassen des kinos auslöst. so gesehen ist das auch ein "familienfilm", aber nicht im herkömmlichen sinn. ein meisterwerk.

    sprachfassung
    nachtrag: wer nicht französisch kann, soll sich die synchronisierte fassung anschauen. (auch) die qualität der synchronisation ist überdurchschnittlich - und zu oft ist in diesem film sprache u n d optik (gleichermassen und gleichzeitig) wichtig, da wärs schade, sich mit untertiteln abmühen zu müssen.

  • hat mir gut gefallen
    "Le Scaphandre et le papillon" ist ein sehr ruhiger und bewegender Film.

    Der Film handelt von einer wahren Geschichte über Jean-Dominique Bauby "Jean-Do", ehemaliger Herausgeber des Magazins Elle, der durch einen Schlaganfall beinahe komplett gelähmt ist.

    Mit seinem linken Auge legt Jean-Do eloquent sein Innerstes da, wie es ist in seinem eigenen reglosen Körper gefangen zu sein und seine Reise in seine Welt aus Erinnerungen und Träumen.

    Ich empfehle den Film unbedingt im Original anzusehen (obwohl ich selbst kein Wort französisch Spreche nehme ich lieber Untertitel in kauf).

    Re:hat mir gut gefallen
    ganz ehrlich, ich würd mir an dieser stelle wünschen, keine zusammenfassungen zu lesen - denn die sind auf der seite Detailinfo besser und kompakter vorhanden; aber egal - wirklich interressieren würde es mich, warum man sich einen film in französisch anschauen sollte - was sogar unbedingt empfohlen wird, wenn man die sprache nicht versteht: wegen des wortwitzes wirds wohl nicht sein, einen tieferen einblick erhält man auch nicht, weil man ständig beschäftigt ist, die untertitel zu lesen, also wozu?