Schnee, der auf Zedern fällt

 USA 1999

Snow Falling on Cedars

Drama, Romanze, Literaturverfilmung, Thriller 127 min.
6.80
Schnee, der auf Zedern fällt

Ein japanisch-stämmiger Fischer wird in den 50er-Jahren wegen Mordes vor Gericht gestellt. Der Journalist, der über die Verhandlung berichten soll, ist persönlich in den Fall involviert. Romanverfilmung

Neun Jahre nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour wird der japanisch-stämmige Fischer Kazuo Miyamoto (Rick Yune) wegen Mordes vor Gericht gestellt. Er soll seinen Kollegen und Jugendfreund ermordet haben. Der Journalist Ishmael Chambers (Ethan Hawke) soll für die einzige Zeitung der kleinen Insel San Piedro über die Verhandlung berichten. Für Ishmael beginnt damit eine Reise in die Vergangenheit, denn Kazuos schöne Frau Hatsue (Youki Kudoh) ist für ihn keine Unbekannte.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatten Amerikaner und angesiedelte Japaner im Zustand eines fragilen, von rassistischen Vorurteilen geprägten Waffenstillstands nebeneinander her gelebt. Nach dem Angriff auf Pearl Harbour verschlechterten sich die Bedingungen für die japanischen Siedler drastisch: Sie wurden ihres Besitzes beraubt und in Internierungslager eingesperrt. Die jungen Amerikaner mussten indes in den Krieg ziehen. Ishmael, der als Heranwachsender eine Liebesbeziehung mit Hatsue hatte und sich auch heute noch von ihr angezogen fühlt, spürt die Verbitterung über den Verlust seiner großen Liebe und seine Hilflosigkeit während der Internierung der Japaner wieder in sich aufsteigen. Das hält ihn zunächst davon ab, bei der Verteidigung des Angeklagten Hilfe zu leisten.

Doch als im Gerichtssaal der lange vor sich hinlodernde Rassismus offen ausbricht und sich die Ereignisse zuspitzen, erkennt Ishmael, dass er sich endlich seiner Vergangenheit stellen muss...

Details

Ethan Hawke, Youki Kudoh, Reeve Carney, Anne Suzuki, Rick Yune, Max von Sydow, u.a.
Scott Hicks
James Newton Howard
Robert Richardson
Ronald Bass, Scott Hicks, nach dem Roman von David Guterson

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Fratze des Rassismus
    Scott Hicks, der Meister des generationsübergreifenden, gefühlsbetonten Melodrams, hat hier einen optisch ansprechenden, thematisch komplexen und menschlich rührenden Film geschaffen. Er liegt ganz eng an der Romanvorlage und übernahm auch gleich den lyrischen Titel für einen Winterfilm (‘Schnee‘) vor wunderschöner Landschaft und die ‘Zeder‘ war der Treffpunkt der Verliebten Ishmael und Hatsue. Deren Geschichte einer unerfüllten, lebenslangen Liebe, die es nie geben durfte, bleibt aber im Hintergrund. Zurzeit – kurz nach Pearl Harbour - geht es beim Prozess um die Frage: Mord oder Unfall? Der junge Ishmael (Ethan Hawke) beobachtet und forscht nach. Er wird unterstützt vom Anwalt (toll Max von Sydow). Der und Ishmaels Vater (Sam Shepard) sind die einzigen Vertreter des gesunden Menschenverstandes. Sie plädieren für Fairness und Menschlichkeit, Integrität und Anstand und müssen gegen einen rassistischen Wall von Vorurteilen ankämpfen, denn der Angeklagte (Rick Yune) ist japanischer Herkunft und zurzeit mit Hatsue (Youki Kudoh) verheiratet. Die Schraube der Tragik wird noch weiter angezogen, denn Ishmael verlor im Krieg gegen die Japaner, seinen Unterarm.
    Die Argumentation im Prozess ist zeitlos, der Thriller spannend und die Liebesgeschichte herzzerreißend schön.