Splice

 CAN/F/USA 2009
Horror, Thriller, Science Fiction 27.08.2010 108 min.
5.80
Splice

Zwei junge Wissenschaftler erschaffen ein Hybridwesen, das weibliche Züge annimmt und sehr lernfähig zu sein scheint - doch die ungefährliche Oberfläche täuscht.

Clive und Elsa sind jung, wissenschaftlich brillant und
enorm ehrgeizig. Und sie sind ein Liebespaar. Im
Rahmen eines Genforschungsprojekts, das die beiden
Naturwissenschaftler durchführen, gelingt ihnen durch
einen Zufall das bisher noch nicht Dagewesene - die
Erschaffung eines neuen, geklonten Lebewesens.
Das Ergebnis ist ein bedeutender Entwicklungsschritt der
menschlichen Evolution und macht die beiden über Nacht
zu den geheimen Star der wissenschaftlichen Welt. Ihr riskantes Experiment ergibt
eine Kreatur, in der sich die DNA einer Frau in ein
künstlich erzeugtes Wesen einfügt. Heraus kommt ein
Hybridwesen, das sich äußerst rasch entwickelt und im
Laufe seines Daseins sehr weibliche Züge annimmt.
Welche Charaktereigenschaften noch unter der apart
anmutenden Oberfläche schlummern, können die zwei Genforscher zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen...

KRITIK

Dr. Frankenstein hat es nicht mehr nötig, seine Kreatur aus Leichenteilen zusammenzusetzen - seit ihm der genetische Code entschlüsselt zur Verfügung steht, kann er ganz neues Leben ab ovo entstehen lassen. Und so vermengt das Forscher-Paar Clive und Elsa menschliche und tierische DNS, um eine neue Lebensform zu schaffen. Das weibliche Hybrid-Wesen nimmt zwar immer menschlichere Züge an, doch in ihm schlummern viele tierische Fähigkeiten, die nur darauf warten, im richtigen Moment durchzubrechen; und selbst wenn die Wissenschaftler damit noch zu Rande kommen, haben sie einige wichtige Faktoren vernachlässigt - die Kraft von grundlegenden Gefühlen wie Liebe und Hass sowie den Drang allen Lebens, sich fortzupflanzen zum Beispiel.
Abgesehen vom optischen Anreiz durch den atemberaubend umgesetzten Werdegang des Wesens, regt "Splice" auch zu jeder Menge Fragen über die Zukunft der Gentechnik an.
"Cube"-Konstrukteur Vincenzo Natali bleibt der Liebe zu gefährlichen Versuchsanordnungen treu und erzeugt mit seinem Film eine derart beunruhigende Wirkung, wie sie kein trockener Vortrag über die ethische Bedenklich- und moralische Fragwürdigkeit solcher Experimente hervorrufen könnte. Er zeigt, dass sich der Forscherdrang seiner Hauptfiguren aus einer Verbindung von Überheblichkeit, Neugier und der Befriedigung ganz persönlicher Motive zusammensetzt - das übermenschliche Projekt scheitert an allzumenschlichen Schwächen.

franco schedl

Details

Adrien Brody, Sarah Polley, David Hewlett, Abigail Chu, Delphine Chanéac u.a.
Vincenzo Natali
Cyrille Aufort
Tetsuo Nagata
Vincenzo Natali, Antoinette Terry Bryant
Constantin/Senator

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Tödliche Verbindung
    Die Idee, die hier in äußerst unterhaltsamer Form dargestellt wird, ist heute wissenschaftlich keine Science Fiction mehr. Die Forschung kann spleißen, cappen, transkribieren. Sie arbeiten mit Ribonukleinsäure und hantieren mit Introns und Exons. Hier wird die Story in eine menschliche Beziehung miteingebunden: das Forscherpärchen Clive und Erna (Adrien Brody und Sarah Polley), die noch kein Kind haben, erschaffen das Monster Dren (Delphine Chanéac) aus der Retorte. Geschickt wird gezeigt, wie es heranwächst, immer menschlicher wird: fast ein kleines Mädchen! Nur die Sprache fehlt. Die Animation ist superb und viele der wesentlichen Fragen werden von den Forschern diskutiert: Soll man weitermachen, weil neue Erkenntnisse den Menschen helfen können? Sind moralische oder ethische Zweifel angebracht? Darf die Industrie mit dieser Forschung Milliarden verdienen?
    Durch den Spagat zwischen echten menschlichen Gefühlen diesem Wesen gegenüber und einem ungebremsten Forscherdrang bekommt das Experiment Tiefgang. Erna kann Mutter oder der liebe Gott sein, eine Jungfrau Maria oder Frankenstein. Es endet in einem spannenden, spektakulären Finale, in dem das Ganze aus dem Ruder zu laufen droht. Die Industrie hat das letzte Wort: Dren ist ein ‘Sammelsurium von einzigartigen Komponenten‘ und kann sein Geschlecht ändern. Darauf kann man aufbauen. Regisseur Natali entlässt uns aber nicht ohne einen augenzwinkernden Blick auf Ernas sich wölbendes Bäuchlein. Zwei Väter kommen in Betracht…Spannend und interessant mit etwas Ekel-Horror.