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09/27/2021

Farewell mit Humor: Die 10 lustigsten Szenen aus "Modern Family"

Wir blicken auf elf Jahre der Kult-Sitcom zurück und ehren jene Momente, die uns vor Lachen haben weinen lassen.

von Manuel Simbürger

Wir haben lange darauf gewartet und waren zwischendurch auch schon der schwer ertragbaren Verzweiflungsgrenze nahe, aber es ist endlich soweit: Seit Kurzem zeigt Netflix endlich auch die elfte Staffel der bahnbrechenden US-Erfolgs-Sitcom "Modern Family".

Wir streamen diesmal aber mit einem sowohl lachenden als auch weinenden Auge, denn die insgesamt 18 Episoden werden auch die letzten der Sitcom sein, die Anfang der Zehner-Jahre die Familien-Thematik quasi im Alleingang wieder Sitcom-en-vogue machte, modernes Abbild der Gesellschaft, kreativer Mockumentary-Stil und einem Cast zum Liebhaben sei Dank.

Unser Tipp: Lasst euch mit dem Bingewatchen, auch wenn's schwer fällt, diesmal Zeit, denn danach heißt es ein für allemal: Nie wieder die sich kabbelndes Cam & Mitch, nie wieder eine schräge Gloria und nie wieder ein zaubernder Phil. Um die preisgekrönte Sitcom (alleine 22 Emmys!) gebührend zu ehren und euch den Abschied von den Dunphys, den Pritchetts und den Tucker-Pritchetts zu erleichtern, werfen wir einen humorvollen Blick in die Vergangenheit.

Die 10 besten Szenen aus "Modern Family":

Lilys Einstand in die Familie

Die vielleicht kultigste Szene aus allen elf "Modern Family"-Staffeln ging bereits in der Pilotfolge über die Bühne – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Mitch und Cam erzählen dem Rest der überraschten Verwandtschaft, dass sie ein Baby adoptiert haben.

Wenn Cam auf gewohnt theatralische Weise Lily in bester "König der Löwen"-Manier in die Familie einführt und dabei sichtlich über sich hinauswächst, bekommen wir eine Ahnung davon, was uns in den kommenden Jahren noch so erwarten wird: nämlich eine kongeniale Mischung aus tiefgreifenden Gefühlen und Schenkelklopfer-Humor. Es war auch der Moment, in dem wir uns unsterblich in Drama Queen Cam und Oberzicke Lily verliebten.

Phil's-osophy

Der Mut zum chaotischen Realismus, zu authentischer Liebenswürdigkeit und halsbrecherischen Slapstick-Einlagen machten Ty Burrell zum Breakout-Star und Scene-Stealer der Serie. Auch die besten One-Liner konnte Burrell alias Phil Dunphy meist für sich verbuchen – niemals aber waren sie so großartig pointiert, ungeniert originell und poetisch-aberwitzig wie in der zweiten Episode der vierten Staffel:

Haleys erstes Jahr am College beginnt und Phil als mustergültiger fürsorglicher Papa kann natürlich nicht anders, als ihr ein Buch mit Lebensweisheiten mit auf dem Weg zu geben. Nur, dass er das Buch selbst verfasst hat. "Phil's-opsphy" heißt es und beinhaltet schräge, aber überraschend tiefgreifende Ratschläge für alle Lebenslagen. Beispiel gefällig? "Wenn du nicht allein essen möchtest, setze dich vor den Spiegel." Besser geht's einfach nicht.

Jay und Manny "heiraten"

Die erste Folge der fünften Staffel widmete sich gänzlich dem Thema der Gay Marriage, die nun endlich auch in Kalifornien erlaubt war. Scheinbar haben alle schwulen Pärchen aus Los Angeles darauf gewartet, denn die Schlange vorm Gericht ist lang.

Mitten drin: Jay und sein Sohn (!) Manny, die nur hier sind, um für Manny seine Geburtsurkunde abzuholen, die er braucht, um seinen ersten Solo-Trip nach Kolumbien anzutreten, schließlich will er endlich die Familie seiner Mutter kennenlernen. Der Dialog zwischen Vater und Sohn ist herrlich doppelbödig und schafft es, trotz gewagtem Humor-Terrain nicht geschmacklos zu sein. Eine der besten Szenen der gesamten Serie!

Der suizidale Hund

Gloria und Jays Hund Stella: Es war kompliziert, seit jeher. Während Stella für das Familienoberhaupt die große Liebe seines Lebens ist, kann die Kolumbianerin mit Hunden – oder zumindest mit der Dogge – nicht allzu viel anfangen. Weil aber auch Gloria kein Unmensch ist, stürzt sie sich tapfer in die (nicht präsenten) Fluten des Familienpools, als sie nach harschen Worten an Stella überzeugt ist, der Hund würde sich lebensmüde und mit verletzten Gefühlen ins tiefe Wasser stürzen.

Die Szene ist so absurd, so over the top und so leidenschaftlich von Sofia Vergara gespielt, dass sie von Fans heute noch gerne zitiert wird. Humor ist eben dann am humansten, wenn es um Tiere geht. 

Mitch und Cam in einem vietnamesischen Restaurant

Dass kaum eine Serie so charmant und liebenswürdig politisch unkorrekt sein kann wie "Modern Family", beweist diese Szene: Mitch und Cam, ohnehin Paradebeispiele dafür, wie man trotz guter Absichten ständig in Fettnäpfchen tritt, tun alles, um Lily mit ihren Wurzeln vertraut zu machen.

Dabei geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. Erneut glänzt Eric Stonetreet als enthusiastischer Daddy Cam – und unter dem schützenden Deckmantel des Sitcom-Humors hält die Serie der US-amerikanischen Gesellschaft einen gnadenlos-kritischen Spiegel vor. Ein Meisterwerk vielschichtiger Erzählkunst!

Der Pate-Parodie

"Der Pate" gehört zu den besten Filmen aller Zeiten, ist fixer Bestandteil der Popkultur und wurde bereits unzählige Male parodiert. Selten aber näherten sich Sitcoms dem Stoff rund um die Mafiosi-Familie. "Modern Family" wagte das Undenkbare und lieferte im vierten Jahr ein glorreiches Humor-Manifest ab, das sowohl würdige Hommage an den Originalfilm als auch an die harmlos-charmante Kreativität der Serie darstellt.

Wenn die ultrabrutalen Szenen des Coppola-Streifens mit Kindern nachgestellt werden und in ein durch und durch harmloses Setting verlegt werden, erhebt sich die Absurdität zur gefeierten Kunstform. Dass die Szene nicht peinlich, sondern pfiffig-keck geworden ist, ist dem grenzenlosen Comedy-Talent von Ty Burrell zu verdanken, der das Panorama des (scheinbar) Bösen mit der unendlichen Gutmütigkeit des Familienvaters grandios verwebt. "DON'T ASK ME ABOUT MY BUSINESS, CLAIRE!"

Jay watscht das Hendl ab

Wenn wir schon bei liebenswürdiger Political Uncorrectness sind: Der Cultural Clash zwischen Kolumbianerin Gloria und Durchschnitts-Ami Jay waren einer der gelungensten Running Gags der Serie. Selbst in den späteren Staffeln konnten wir nicht genug davon bekommen, wenn Sofias heißblütiges Temperament wie ein Hurricane über Jays gutmütigen Dauer-Grant hinweg fegt.

Als sie aber in der zweiten Episode der zweiten Staffel ihren Ehemann dazu bringt, ein Hendl mit schrillen Schreien abzuwatschen, dann erinnert das nicht nur daran, dass die Amis von der Welt außerhalb der USA so gut wie keine Ahnung haben, sondern auch daran, dass "Modern Family" mit Sofia Vergara und Ed O*Neill ein außergewöhnliches TV-Pärchen geschaffen hat, das schon jetzt in die Fernsehgeschichte eingegangen ist. Und es ist einfach sau...ähm, hühnchenkomisch!

Die gesamte Episode "Connection Lost" (6x16)

"Modern Family" mag kurzweilige und mitunter sehr intelligente Unterhaltung abgeliefert haben, aber eines war die Serie nicht: allzu abwechslungsreich. Alle elf Staffeln wurde dieselbe Erzählstruktur beibehalten, auch die Charaktere selbst durften sich nur im gemäßigten Rahmen weiterentwickeln. Dann und wann aber brach die Sitcom aus ihrer Komfortzone aus und lieferte mutige und außergewöhnliche Spezialepisoden ab, die nicht nur tief in die Seelenwelt der Figuren eindrangen, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Themen aufgriffen.

"Connection Lost" der sechsten Staffel wird vollends aus Sicht von Claires Desktop erzählt. Mithilfe von Facetime, iMessage und anderen Sozialen Netzwerken versucht sie, Haley aufzuspüren. Die Message ist klar: Wir alle sind nicht nur von der Technik abhängig, wir alle sind auch zu gläsernen Menschen geworden. Das bringt natürlich auch allerlei skurrile Momente mit sich und erinnert uns daran, dass wir alle vorm PC-Bildschirm dieselben IdiotInnen sind.

Lily ist im Auto eingesperrt

Einmal Mitch-Cam-Lily geht noch, gehört das turbulente Dreiergespann doch zum absoluten Humor-Highlight der Serie: Die Szene aus der ersten Staffel, als Baby Lily unabsichtlich von Cam im Auto eingesperrt wird – nachdem dieser seinem Ehemann beruhigend alle Elternsorgen auszureden versucht hatte –, ist ein Klassiker der Serie.

Die Chemie zwischen Eric Stonestreet und Jesse Tyler Ferguson ist zum Niederknien, Stonestreet spielt sich zudem als hyperventilierender Vater die Seele aus dem Leib und scheint keinen einzigen Gedanken an Fremdscham zu verschwenden. Aufrichtig, lebendig, humorvoll – diese Szene vereint all das, was "Modern Family" ausmachte. 

Claire und Phil in flagranti erwischt

Es ist der Alptraum aller Eltern und Kinder – aber ein dankbarer Gag für alle Sitcoms dieser Welt: Claire und Phil werden von Haley, Alex und Luke beim Sex erwischt, peinlich ist's allen, die Kids glauben, Zeit ihres Lebens traumatisiert zu sein.

Die Story mag nicht neu sein, wurde aber von "Modern Family" bewusst authentisch und mit jeder Menge einfühlsamem Humor umgesetzt. Hier wird der turbulente Alltag einer durchschnittlichen Familie pointiert und gnadenlos durch den Kakao gezogen – und wir lachen deshalb, weil der Identifikationsfaktor riesengroß ist, vielleicht kommen sogar bis dato erfolgreich verdrängte Erinnerungen wieder hoch. Aber Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht. 

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