Tagebuch einer Kammerzofe

 F/I 1964

Le Journal d'une femme de chambre

Drama, Literaturverfilmung 97 min.
7.60
Tagebuch einer Kammerzofe

Eine Kammerzofe sucht den gesellschaftlichen Aufstieg um jeden Preis.

Die Kammerzofe Célestine, eine sorglose, leichtlebige Pariserin, kommt zur Gutsbesitzerfamilie Monteil in die Normandie. Hinter der Maske bürgerlicher Wohlanständigkeit trifft sie auf ein Panoptikum der absonderlichsten Charaktere: Madame ist frigide, ihr Mann ein Lüstling, der Schwiegervater hat eine Vorliebe für Damenstiefelchen und der Hausdiener Joseph ist ein fanatischer Faschist. Célestine verrät Joseph und heiratet den reichen Nachbarn. Damit hat sie ihr Ziel erreicht: den gesellschaftlichen Aufstieg um jeden Preis.

Details

Jeanne Moreau, George Géret, Daniel Ivernel, Michel Piccoli
Luis Buñuel
Roger Fellous
Luis Buñuel und Jean-Claude Carrière

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Célestine und das Landleben
    Kein Regisseur hat den diskreten Charme der Bourgeoisie so gekonnt in ihrer Abartigkeit gegeißelt wie Luis Bunuel. Und in der Überzeichnung lag immer ein Körnchen Wahrheit. Doch von alle dem ist hier nichts zu sehen (wenn man mal von dem Highheels Stiletto Fetischisten Monsieur Rabour einmal absieht). Hier ergeht sich Bunuel nur in Andeutungen und vagen Unklarheiten.
    Alle Männer sind hinter der Kammerzofe Célestine (Jeanne Moreau) her.
    - ‘Wo kann ich sie denn mal…‘
    - ‘Du Schwein!‘
    Auch das ist eben so wenig ungewöhnlich wie die üblichen Animositäten unter den Dienstboten. Da überzeugt Michel Piccoli als hochnotgeiler Schwiegersohn M. Monteil schon eher. Das Vergehen an der Kleinen Claire wird nur halbherzig verfolgt und der Krieg der Nachbarn über die Gartenmauer hat Komödienstadl-Qualität. Sogar am Faschismus ist verbal kurz etwas auszusetzen. Dann läuft alles auf ein aufgesetztes Happy End hinaus. Unglaublich! Letzten Endes folgt Bunuel hier den bürgerlichen Spuren, die er sonst so genial bloßstellt. Es scheint wie eine Gebrauchsanweisung für den Weg in die Bürgerlichkeit.
    Die guten Darsteller lindern den flachen ideellen Gehalt des Films. Dieses Tagebuch ist eine Gute Nacht Lektüre.